net.strom – Eine weiteres Forschungsprojekt rund um virtuelle Kraftwerke

netstrom_logo Unter virtuellen Kraftwerken wird der Zusammenschluss mehrerer Erzeugungskapazitäten zu einem Servieangebot verstanden. Ein Beispiel hierfür ist das Kombikraftwerk, welches  als Forschungsprojekt mit öffentlichen Mitteln unterstützt wird. Ganz ohne öffentliche Mittel kommt net.strom aus, dieses Projekt wird von der Stadtwerkevereinigung Trianel und der NAT AG vorangetrieben und mittlerweile bei den Stadtwerken Augsburg und Dachau erfolgreich eingesetzt.  Leider sind nicht viel mehr Informationen öffentlich zugänglich, wie auf der Webseite von net.strom veröffentlicht. Die Anfrage nach einem Testzugang wurde bislang nicht beschieden. Dennoch konnten einige Parameter gesammelt werden, die einen Vergleich zu anderen virtuellen Kraftwerken zulässt.

Das Konzept hinter net.strom wurde vor ca. zwei Jahren entwickelt Auslöser war Fukushima, die anschließende öffentliche Debatte und die von Lobbyisten beeinflusste technische Ausrichtung. Man war sich schnell einig, dass muss auch anders gehen und hat sich dem Komplexen vorhaben gestellt.

Net.strom ist nur ein Projekt, das ohne große Forschungsgelder realisiert wird. Bereit im Betrieb befindlich ist das virtuelle Kraftwerk von Next-Energie (s.h. auch ältere Beiträge zu Next Kraftwerk), welches sich mehr auf das Angebot von Energiedienstleistungen wie Regelenergie spezialisiert hat. Der Grundgedanke ist jedoch bei allen Kraftwerkstypen ähnlich, es müssen die Daten aus verschiedenen Einrichtungen ausgewertet, aufbereitet und letztendlich zu einer Gesamtplanung für das Kraftwerk zusammengefasst werden. Letztendlich ist es eine Frage der Kosten, wie effizient die Erzeugung von elektrischer Energie in belastbare Zahlen umgewandelt werden kann.

Für diese Aufgaben werden in der virtuellen Kraftwerksleitwarte verschiedene Typen von Geräten geführt. Bei net.strom sind dies aktuell:

  • BHKW (Blockheizkraftwerke)
  • PVR (Photovoltaikanlagen rechnerisch ermittelt)
  • PVD (Photovoltaikanlagen direkte Datenanbindung)
  • Notstromdiesel
  • Ladesäulen
  • Wärmepumpen
  • Messgeräte
  • Biogasanlagen
  • Windkraftanlagen
  • Gaskessel
  • einzelne Warmwasserpuffer
  • Stromspeicher / Batterien

Es ist anzunehmen, dass für jeden dieser Typen von Geräten/Anlagen normierte Angaben zu deren Ertrag, Verfügbarkeit und Kostenfaktor vorhanden sind. Aus anderen Beispielen in USA ist mir bekannt, dass diese Datenmengen recht komplex werden können. So existieren bei kaum einer Anlage ein linearer Verlauf zwischen Kosten und Ertrag. Ebenso hängt die Verlässlichkeit der Anlagen (Beispiel PV) von extrinsischen Faktoren ab, die nicht durch Handlungen oder Aktionen im Leitstand beeinflusst werden können.

Bei virtuellen Kraftwerken ist es daher wichtiger alternative Wege aufzeigen zu können, als bei klassischen Leitwarten bei denen die Störungsbehandlung im Vordergrund steht. Auch sind die Kosten immer parallel im Geschäftsprozess mitzuführen. Klassische Kraftwerke haben im Gegensatz dazu eine feste Kostenstruktur, die zur Erstellung des Fahrplans genutzt werden können. Virtuelle Kraftwerke sind deutlich dynamischer, die Planung und Bekanntheit der Kostenstruktur ist erst im Bereich von einem Tag bis wenige Stunden vor der eigentlichen Erzeugung vorhanden.

 
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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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