März 2013: Teuer für die Nebenkosten
März 2013: Teuer für die Nebenkosten

Der letzte Tag im März 2013 hat begonnen und schon jetzt steht fest, dass dieser März einige Rekorde einstellen wird. Unschön sind allerdings Rekorde, die man erst einige Zeit später spürt und dann im Geldbeutel. Vergleicht man  den Bedarf an Heizenergie, der in diesem Jahr benötigt wurde allein mit dem Vorjahr, so erhält eine Steigerung von +64 Prozent. Wer also im März 2012 100 Euro für eine warme Wohnung ausgeben musste, zahlt jetzt bei gleichem Bezugspreis 164 Euro.

Selbstverständlich sind die Werte vom jeweiligen Ort abhängig und werden durch das lokale Klima bestimmt. Allerdings ist der zusätzliche Bedarf an Energie zum Heizen deutlich an den Wetterdaten ablesbar.

Für die Erstellung von unter-jährigen Vergleichen wird in Deutschland die sogenannte Gradtagzahl  (s.h. Wikipedia) verwendet. Die Berechnung dieser Heizgradtage ist denkbar einfach. Von der Heizgrenze (15 Grad) wird die mittlere Temperatur des Tages abgezogen. Als Beispiel ergibt sich für einen Tag mit einer Durchschnittstemperatur von 2 Grad = 13 Heizgradtage. Addiert man die einzelnen Werte für die Tage einen Monats, so kann der Heizbedarf eines Monats verglichen werden.

Beispiel Koblenz

Die Summe der Heizgradtage für den März 2012 ergeben 237 Heizgradtage (Quelle: ecowetter). Im März 2013 sind es 428 Heizgradtage.  Das es letzten Jahr nicht sonderlich warm gewesen ist, zeigt ein Blick in die Vorjahre. 2011:   282 HGT, 2010:348 HGT.

Ärgerlich ist, dass sich diese zusätzliche Wärmeenergie erst mit einigem zeitlichen Abstand bei den meisten Haushalten bemerkbar machen wird. Durch die Verschiebung der Abschlagszahlungen und die späte Berechnung der neuen Nebenkosten, werden die Wetterverhältnisse und der späte Schneefall, längst vergessen sein, wenn die erste Abbuchung mit den neuen Nebenkosten abgebucht wird. Wahrscheinlich wird zu diesem Zeitpunkt die Schuld eher an gestiegenen Heizöl, Gas oder Stromkosten gesucht als am Wetter.

GeoTherm Wärmepumpen besonders betroffen

Der ganze Winter 2012/2013 war nicht kälter als die vorangegangenen, allerdings hat sich die kälteste Zeit in den März verlagert, wodurch besonders Wärmepumpen mit Flächenkollektoren oder Tiefenbohrungen einen Kostensprung feststellen werden.  Grund hierfür ist die verwendete Technik. Die Sole kühlt im Laufe der Heizperiode ab – über die Sommerzeit erwärmt diese sich wieder, besonders wenn auch eine Kühlfunktion gekoppelt ist. Verschiebt sich der größte Wärmebedarf sehr weit in das Frühjahr, so ist die Soletemperatur bereits sehr niedrig und die notwendige Spreizung für die Heizenergie ist schwerer zu realisieren.  In der Grafik zum Aritkel ist dies deutlich zu erkennen. Hier sieht man, wie der sinkende Wirkungsgrad des Primärenergieträgers (Sole) durch Sekundärenergie (Strom) ersetzt wird – mit einem Maximum in diesem März.

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