Entwicklung der Netzverluste in Deutschland
Entwicklung der Netzverluste in Deutschland

Der Atomausstieg mag ein Ziel der Energiewende sein. Aus Sicht der Stromnetze ist es allerdings hauptsächlich eine Umstellung von Stromerzeugung aus zentralen Großkraftwerken hin zu einer dezentralen Stromerzeugung in Kleinanlagen. Die Erzeugung bewegt sich räumlich näher an den Verbraucher. Dies führ zwar manchmal auch zu Irritationen bei unseren Nachbarn, wie man unlängst in der Onlineausgabe von der Welt lesen konnte. Nachkriegszuständen werden vermutet,  wenn man Strom nach Deutschland (zum fast dreifachen Börsenpreis) verkauft. Effizienzsteigerung würde ich es nennen…

Im Jahre 2008 ging 6,4% des erzeugten oder eingekauften Stroms in den Leitungen und Umspannstationen verloren (Quelle: Statistisches Bundesamt). Desto länger die Leistung bis zum Kunden, desto mehr geht verloren. Eine Faustformel ist ein Verlust von 1% je 100 km. Würde keine Transformation zwischen den verschiedenen Spannungsebenen erfolgen, dann könnte man den Netzverlust direkt in eine Entfernung zwischen Erzeuger und Verbraucher umrechnen. Der Strom der aus der Steckdose kommt hatte somit im Jahre 2008 noch  ca. 640 km zurückgelegt. Bis zum Jahre 2012 ging dieser Netzverlust auf 5,1% (Quelle) zurück. Die durchschnittliche Entfernung waren somit nur noch 510 km. Oder die Erzeugung ist um 130 km näher an den Verbraucher gerückt.

Selbstverständlich gibt es auch immer neue Technik, doch zeigt der Vergleich mit anderen Ländern (Frankreich), dass dort der Netzverlust nahezu konstant bleibt.Wird mehr Strom von der benachbarten PV Anlage bezogen, dann gehen auch die Netzverluste zurück. Die Mission Energiewende trägt somit Früchte.

Am Beispiel der Werte der Stadtwerke München lässt sich exemplarisch sehr schön erkennen, in welchen Spannungsebenen welche Verluste entstehen:

Durchschnittsverluste HöS/HS-Ebene 0,44 %
Durchschnittsverluste HS-Ebene 0,29 %
Durchschnittsverluste HS/MS-Ebene 0,37 %
Durchschnittsverluste MS-Ebene 0,60 %
Durchschnittsverluste MS/NS-Ebene 1,13 %
Durchschnittsverluste NS-Ebene 2,42 %

(Quelle: SWM-Infrastruktur)

Übertragung von Strom über weitere Strecken lässt sich mit Höchstspannung verlustfreier gestalten. Der Großteil der Verbraucher ist allerdings an der Niederspannungsebene angeschlossen. Bei einer weiteren Dezentralisierung der Stomversorgung ist somit der Netzverlust an den Wert für die Niederspannung annäherbar. Die Verteilnetze könnten dann ihren Strombedarf weitgehend lokal selbst decken. Die Höchstspannungstrecken  werden entlastet, bleiben aber dennoch notwendig um Überschüsse und Defizite mit anderen Netzbetreibern austauschen zu können. Gerade in größeren Städten mit viel ländlichem Umland ist bereits heute eine Tendenz erkennbar, dass Städte ihren Strombedarf nicht mehr selbst decken können, sondern aus dem Umland importieren (s.h. auch Beispiel Heidelberg).

Die Verteilnetzbetreiber sind dazu verpflichtet die Netzverluste auszugleichen. Dadurch wird sichergestellt, dass die von den Erzeugern eingespeiste Strommenge immer auch der Abgabemenge entspricht. Der Bezug der Verlustleistung erfolgt per Ausschreibung.

Wenn weniger Netzverlust ausgeglichen werden muss, dann müsste sich dies doch auch in den Bezugspreisen bemerkbar machen….

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