Bildquelle: Bosch Medien Archiv
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Strom soll fließen, auch wenn gerade mal kein Wind weht. Was sich wie ein Werbeslogan für ein konventionelles Kraftwerk anhört, kann vielleicht auch mit Strom aus den Windenergie funktionieren. Speichertechnologien sind hierfür ein Schlüssel. Am 4. Februar 2013 wurde die Kooperation zwischen Bosch und dem Bürgerwindpark BWP Braderup-Tinningstedt unterzeichnet und noch in diesem Jahr soll aus der Vision eine Wirklichkeit werden – zumindest für 400 Einfamilienhäuser.

Wie aus einer Pressemitteilung von Bosch hervorgeht, soll erstmals eine sehr große Batterie im Megawattbereich zum Einsatz kommen. Gespeichert wird darin Strom, der nicht von den Haushalten benötigt wird. Ist irgendwann Windstille, dann wird die Batterie entladen. Erzeugt sollt der elektrische Strom mittels 6 Windräder mit jeweils 3,3 Megawatt Kapazität werden. Neben einer Unabhängigkeit  verspricht man sich auch eine stabilisierende Wirkung auf das Gesamtstromnetz.  Spitzen, wie sie bei Starkwindfronten häufiger vorkommen, sollen abgefangen werden.

Im Gegensatz zu Power-To-Gas oder anderen Speichertechonologien, handelt es sich bei der Lösung, die von Bosch zum Einsatz gebracht werden soll tatsächlich um eine Batterie. Diese wird in ihrer Größe einer Turnhalle entsprechen. Durch die Kooperation mit dem Bürgerwindpark erhält der Batteriehersteller Zugriff auf die Erzeugungskapazitäten, aber auch auf potentielle Abnehmer. Ein wichtiger Schritt bedenkt man, dass fast all Smart-Grid Modellen eine direkte Verknüpfung zwischen Erzeugung und Verbrauch vorsehen. Ist ein weitreichendes Netz notwendig, so scheint diese Aufgabe zumindest in Deutschland bislang nicht realisierbar, da sehr viele verschiedene Akteure und Interessen zwischen Erzeugung und Verbrauch elektrischer Energie liegt.

Auch wenn es nicht explizit in der Pressemitteilung genannt ist, so ist davon auszugehen, dass in den kommenden Monaten vor allem mit Daten zu arbeiten ist. Zunächst stellt sich die Frage, welche Flauten gibt es in der Region?

Eine Antwort auf diese Frage könnte die Windpotentialanalyse von 100% Erneuerbar liefern. In dieser Studie wurde Deutschland in verschiedene Regionen unterteilt. Für jede dieser Regionen wurde eine Zuverlässigkeit des Windes berechnet.

Durch eine regional ausgewogene Verteilung von Windenergieanlagen lässt sich eine erhebliche Verstetigung der erzeugten Windenergie erreichen.(Fazit der Studie von 100 Prozent Erneuerbar)

Die Daten stammen dabei aus einem Beobachtungszeitraum von 5 Jahren und lassen so eine nachhaltige Planung der Speichergrößen zu. Für den Standort des Batterieversuchs (Braderup) ergibt sich, dass dieser in der Region mit dem höchsten Angebot von Wind in Deutschland liegt. Wer Interesse an Studien hat, sollte sich an dieser Stelle auch eine Erkenntnis zur Gesamt-Deutschen Lage ansehen: Weht nämlich im Norden kein Wind, dann kann zu 84% der Zeit das südliche Baden-Württemberg (Region: Schwarzwald) aushelfen. 

Aber genau diese Aushilfe des Südens – und der dafür notwendige Ausbau der Stromtrassen soll  – beim Gelingen von Braderup nicht mehr notwendig sein.

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