Eigenstrom - Fortschreibung: Februar 2013
Eigenstrom – Fortschreibung: Februar 2013

Das Strom, der in einer Gemeinschaftsanlage erzeugt wird, beim Verlassen der Grundstücksgrenze der Anlage den Eigentum verliert war Bestandteil des Buches Eigenstom „Strom: Nachhaltigkeit durch Eigentum von der Erzeugung bis zum Verbrauch„. Direktvermarktung[^w][^b] bietet eine Antwort für große Erzeuger und große Verbraucher. Aktuell stellt sie aber keine Lösung für Energiegenosenschaften da, die ihren Strom nicht an Fremde liefern wollen. Bleibt das Konzept, dass von einigen Energiekommunen praktiziert wird, bei denen ein ganz neuer Stromanbieter geschaffen wird der dann auch sämtlich Pflichten übernehmen und Konzessionen besitzen muss. Dreh und Angelpunkt ist der Stromzähler beim Verbraucher, der vielleicht sich Smart-Meter nennt, aber nicht wirklich viel Intelligenz besitzt.

Nach aktuell geltender Regelung besitzt jeder Endverbraucher einen Anschlusspunkt, an dem ein Zähler zur Verbrauchsmessung verbaut ist. Bei einem Smart-Meter besteht die Intelligenz darin, dass er zusätzlich eine Telekommunikations-Einrichtung besitzt, der die Einspeisewerte oder die Verbrauchswerte an einen Messstellenbetreiber liefert. Ein Anschlusspunkt darf jeweils nur einen Zähler haben. Das Zählen des Bezuges von Quelle A oder Quelle B ist somit nicht über die Vervielfältigung der Zähler zulässig, da theoretisch ein weiterer Zähler existieren könnte, dem keine Quelle zugeordnet ist.

Ein intelligentes Clearing, also das Senden einer bestimmten Erzeugung an einen bestimmten Verbraucher, ist nur durch Kommunikation möglich. Erleichtert wird diese Kommunikation, da ein Teil dessen, was man für das „Senden“ von Strom benötigen würde bereits standardisiert vorhanden ist: Eine eindeutige Absenderkennung und eine eindeutige Empfängerkennung.

Jeder Stromerzeuger, der in das öffentliche Stromnetz einspeist hat eine eindeutige Kennung in Form des sogenannten VDEW-Anlagenschlüssels. Jeder Zähler und Anschlusspunkt hat einen eindeutige Anschlussnummer bzw. Zählernummer. Um eine Menge Strom eindeutig von A nach B zu versenden könnte die Nachricht wie folgt schematisch kodiert sein:

<clearing>
       <type>generation</type>
       <sender>E11495010000000000060231685100000</sender>
       <recipient>1024000047</recipient>
       <load>120</load>
       <timestamp>Mon, 18 Feb 2013 00:57:03 +0000</timestamp>
       <msgid>123</msgid>
       <generationkey>uvwxyz</generationkey>        
<clearing>

 Der Verbraucher, der diesen Strom „empfängt“, bestätigt im Folge die Meldung:

<clearing>
       <type>consumption</type>
       <sender>E11495010000000000060231685100000</sender>
       <recipient>1024000047</recipient>
       <load>120</load>
       <timestamp>Mon, 18 Feb 2013 00:57:04 +0000</timestamp>
       <msgid>123</msgid>
       <acknowledgekey>4567</acknowledgekey>
<clearing>

Der Acknowledgekey in der Meldung  ist eine digitale Signatur, mit der der Empfänger genau diese Menge an Strom (120 Wh) bestätigt abzunehmen. Der Generationkey ist das Gegenstück des Senders.

Bei der Ermittlung der Erzeugungsstrommenge müssen nun alle Nachrichten ausgewertet werden. Dabei ist zunächst die Gültigkeit des Schlüssels zu untersuchen und im Anschluss die Strommenge zu reduzieren. Nach dem gleichen Verfahren werden beim Anschlusspunkt/Verbraucher die Mengen auf Basis der erhaltenen Lieferungen nach Prüfung reduziert.

Würde ein Nachrichtenaustausch so ähnlich akzeptiert werden, dann könnten auch Gemeinschaftsanlagen oder Bürgerwindparks in Zukunft die steigende Eigenstromquote erfüllen.

Die Implementierung dieses Nachrichtenaustausches würde auf Höhe des Messtellenbetreibers erfolgen. Da dieser mittlerweile unabhängig vom Stromanbieter sein kann, stellt diese sehr direkte Form der Vermarktung von Strom vielleicht ein neues Geschäftsmodell da. Die Kommunikationsschnittstellen existieren sogar bereits durch die EDIFACT Nachrichten, die ohnehin zwischen Messtellenbetreiber, Stromversorger und Verteilnetzbetreiber ausgetauscht werden.

Bleibt die Frage der Entgelte, Steuern und Umlagen die beim direkten „Senden von Strom“ natürlich ebenso anfallen, wie bisher.

Den Beitrag "SmartClearing mit Einspeisezählern und Verbrauchszählern - FollowUp: Eigenstrom/Bürgerstrom offline Lesen:

2 Gedanken zu “SmartClearing mit Einspeisezählern und Verbrauchszählern – FollowUp: Eigenstrom/Bürgerstrom

  1. Zitat: „Der Acknowledgekey in der Meldung ist eine digitale Signatur, mit der der Empfänger genau diese Menge an Strom (120 Watt) bestätigt abzunehmen. Der Generationkey ist das Gegenstück des Senders.“

    Hier müsste richtigerweise 120 Wattstunden (Wh) stehen.
    Besten Gruß
    Alina Alanka

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