Heidelberg Altstadt
Heidelberg Altstadt (Bild: Thorsten Zoerner)

„Lieferengpässe der vorgelagerten Netze können bei Strom und Gas nicht kompensiert werden.“ (Alfred Kappenstein, Chef der Netzgesellschaft der Stadtwerke Heidelberg gegenüber der Rhein-Neckar-Zeitung)

Heidelberg, die Stadt am Neckar ist nicht unbedingt für ihre große Industrie bekannt. Folglich sind auch nur wenige konventionelle Kraftwerke auf dem Gebiet vorhanden. Das GKW-Mannheim kann man fast von jedem Dach aus sehen – und auch Philippsburg ist nicht weit. PV Anlagen auf den Dächern sieht man kaum… 900.000 MWh an elektrischer Energie ist jährlich zu organisieren.

Heidelberg löst diese Herausforderung durch den Zubau von mehreren Kraftwerken. Im Ortsteil Pfaffengrund soll ein Holzheizkraftwerk mit einer Kapazität von 24.000 MWh entstehen. 12.000 MWh könnten aus einem noch etwas auf wackeligen Füßen stehendes Geothermie-Kraftwerk kommen. Der große Schlag wird aber ein Gaskraftwerk mit 400.000 MWh jährlicher Kapazität übernehmen.

An dieser Stelle stand ursprünglich eine schwammige Formulierung, dass es in Heidelberg auch noch andere, bestehende Kraftwerke gibt….

Das ein Zubau von Kraftwerken notwendig ist wird klar, wenn man auf den Bestand schaut. In der Kraftwerksliste vom 01.02.2013 findet man lediglich das von der RWE Innogy betriebene KWK im Neunheimer Feld mit einer Nennleistung von 13,5 MWh. (Bringt das Wasserkraftwerk im Neckar wirklich weniger als 10MWh? Und das Fernwärmenetz macht nur Wärme?)

Schau man sich die Gesamtliste der EEG geförderten Anlagen an, dann versteht man schnell den Unterschied zwischen Städten und kleineren Gemeinden. Die Dichte an dezentralen Erzeugungseinrichtungen ist in den Städten deutlich geringer als auf dem Land. In Heidelberg sind 27,5 MWp installiert, macht bei 149.633 Einwohnern pro Kopf: 5,4 Wp. Direkt in der Nähe zu Heidelberg liegt die Ortschaft Mauer (Baden) mit etwas mehr als 1 MWp installierte PV-Anlagen bei 3.963 Einwohnern – macht pro Kopf 3.889 Wp.

Waren gerade die ländlichen Gegenden in der Vergangenheit Stromimporeure, so werden sie jetzt zu Exporteuren. Die Städte haben dagegen eine hohe Dichte an Verbrauchern und nur wenig Fläche für Anlagen. Auch gehören die Dächer meist mehreren Parteien in Eigentümergemeinschaften, was eine Einigung auf eine PV-Anlage etwas schwierig gestaltet. Geht es darum möglichst autark zu werden, haben die Dörfer einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Städten. Gelingt es in den nächsten Jahren in diesen Gebieten auch die Speichertechnologien verstärkt durch eine Förderung zu etablieren, dann könnten die Städte sehr schnell in eine Abseitsposition der Energieversorgung gelangen.

Energie macht Abhängig – besonders Städte.

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