Die zweit wichtigste politische Aufgabe, die wir unseren gewählten Vertretern gegeben habe ist die Umwelt. So zumindest der Tenor der in dieser Woche veröffentlichten Studie „Umweltbewusstsein in Deutschland 2012“, die in dieser Woche vom BMU herausgegeben und von Minister Altmaier (CDU) am Freitag vorgestellt wurde. Lediglich die Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung sehen die befragten als noch wichtiger an.  Gute Vorzeichen für die Energiewende, und ein Lob an die Bundesbürger, nur die Sache mit dem Ökostrom müssen wir und noch einmal anschauen…

Mitgewirkt haben bei der Studie das Institut für Sozialinnovation e.V. sowie die Philipps-Universität Marburg. Von Juli bis August 2012 wurden 2000 Personen befragt. Damit natürlich deutlich mehr, als ich mit meiner Umfrage hier im Blog erreichen konnte. Auffallend ist, dass sich die Ergebnisse dennoch ähneln. Auf die Nachkommastelle gleich ist dabei ein Ergebnis, welches auf der Seite des BMU als großer Erfolg gefeiert wird:

„Mittlerweile geben 20 Prozent der Befragten an, Ökostrom zu beziehen, mehr als eine Verdoppelung seit 2010 (8 Prozent).“ (Quelle BMU)

Vor einem Monat hatte ich hier im Blog Ökostrom – die Erste, bei diesem Beitrag hatte ich mich auf die Spurensuche nach der Quelle des Ökostroms gemacht. Die Essenz war: Der meiste Ökostrom stammt aus Wasserkraft in Skandinavien. Eine Leitung existiert nicht, es handelt sich lediglich um eine Verrechnung von Kapazitäten via Zertifikate. TÜV-Siegel und Co. gibt es für diesen Strom natürlich auch.

„Strom aus Photovoltaik und Windkraft in Deutschland ist kein Ökostrom“ (Dieses Zitat twittern)

Nein, wenn ich mir eine PV-Anlage auf das Dach setze, dann produziere ich zwar Strom aus einer erneuerbaren Quelle, aber dieser Strom wird weiterhin als Graustrom an die Kunden fließen. (s.h. auch „Das nächste mal einen Ökostromtarif? – Eine Bildergeschichte ohne Bilder„). Dies ist nicht schlimm, denn durch die günstigen variablen Kosten der PV-Anlagen und Windkraft, verdrängt dieser Strom automatisch teurere Kraftwerke, die einen anderen Energieträger (Uran, Kohle, Gas) verbrennen müssen (vergl. Merit-Order). Lustig ist, dass dadurch gerade die Kunden, die den Preis als höchste Priorität ansehen den Ausbau von Erneuerbaren Stromquellen fördern. Leider kann man diese Rechnung auch umgekehrt machen und kommt dann dazu, dass die Haushalte, die einen Ökostromtarif haben ihren Strom aus der Preisbildung entziehen. Durch die gekauften/verkauften Zertifikate kann dann weiterhin in Deutschland Strom zu einem Preis verkauft werden, der nicht der Merit-Order unterliegt – also auch konventionelle Kraftwerke rentabel macht. Dieser Strom wurde nur gegen Ökostrom getauscht.

Ob der Unterschied zwischen Ökostromtarifen und Ökostromerzeugung den Teilnehmern der Studie bekannt war, ist leider nicht dokumentiert. Beim BMU scheint es dazu allerdings manchmal etwas Verwirrung zu geben:

Die Förderung von Ökostrom sei bislang auf den quantitativen Ausbau ausgerichtet gewesen und habe keinerlei Steuerung erlaubt… (Peter Altmaier im Focus)

Wunsch nach Quellenangabe für Strom
Wunsch nach Quellenangabe für Strom

Vielleicht muss der Begriff „Ökostrom“ wirklich einmal rechtlich scharf definiert werden, denn die von den Ergebnissen der hier im Blog durchgeführten Umfrage ausgehe, ist der Wunsch durchaus vorhanden mehr zu verstehen über die Herkunft des eigenen Stromverbrauchs. Ob  – TÜV-Zertifikat Hin oder Her – die Verwendung von Storm aus skandinavischer Wasserkraft den Erwartungen der 20% Kunden entspricht?

Den Beitrag "Starkes Umweltbewusstsein der Bundesbürger - Ökostrom die Zweite offline Lesen:

Kommentar hinterlassen

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

benötigt