Bild: Nissan Deutschland
Bild: Nissan Deutschland

Am letzten Freitag war es soweit, meine zweite Probefahrt mit dem Nissan Leaf. Das E-Mobil, welches in der Blogosphere bereits etwas Bekanntheit durch das Manifest für Elektromobilität erhalten hatte.  Bereits beim ersten Termin beim Nissan Händler ist mir aufgefallen, dass die Beratung für ein Stromfahrzeug vollständig anders aufgebaut ist, als man es von den Verbrennungsmotoren kennt. Auf Englisch würde man es Experience basiert nennen.

Generell einen Elektroantrieb zu haben ist für mich nichts neues. Mittlerweile fahre ich seit 6 Jahren einen Hybrid von Lexus und kann mit dem geräuscharmen Rollen nicht mehr begeistert werden. Auch der Drehmoment, den ein Elektroantrieb erzeugen kann ist mir bekannt – und verleiht das etwas von Diesel-Feeling. Muss ein normales Auto nur in die Garage passen, so geht es bei der Entscheidung für ein E-Mobil gerade mir um etwas mehr. Es muss in mein persönliches Nutzungskonzept und Energiekonzept passen. Beide Konzepte zu synchronisieren wird zumindest bei mir die Nuss sein, die im Rahmen der Entscheidungsfindung zu knacken ist.

Die begrenzte Reichweite von ca. 150km bei meiner Fahrweise mit einer Tankfüllung nimmt etwas Freiheit, die spielend dadurch zurückgewonnen wird, dass man unabhängig ist, wenn der Tank mit selbst erzeugtem Strom gefüllt wird. Klar ist mir, dass dies nicht zu 100% sein muss, da auch die Wärmepumpe und der normale Haushaltsstrom etwas Energie benötigen.

Für die Ladung des Fahrzeuges gibt Nissan etwa 8 Stunden bei vollständiger Entleerung an – und ohne Schnelladung. Generell halte ich wenig davon, dass man immer die Extremas betrachtet, sondern zunächst sich auf den Otto-Normal-Standard beschränkt. Im Falle dieses Fahrzeugs würde es bedeuten, dass täglich ca. 10 kWh der 24 kWh Batterie benötigt werden. Als Ladezeitraum kommt 16:00 – Sonnenuntergang in Frage. Im Sommer kein Problem – im Winter etwas schwierig. 3 kWh je Stunde sollte möglich sein, wenn in der Zwischenzeit kein anderer großer Verbraucher aktiv ist. Die 2 kWh, die ich jeden Tag für Warmwasser benötige, könnten bequem in die Zeit vor 16:00 Uhr gelegt werden. Ich erwische mich selbst gerade wieder dabei, wie ich mir ein individuelles Lastprofil zusammenbau und mir über die Zeitpunkte der Erzeugung Gedanken mache…

Zurück zum Auto. Vielleicht ist es meine Technikverliebtheit, vielleicht aber auch Gewohnheit. Damit etwas in ein Energiekonzept passt, muss es Sensore und Telemetrie haben. Bei einem E-Mobil bedeutet dies für mich die Ladung steuern zu können und Komfort zu gewinnen durch Dinge wie die Klimasteuerung.

Ladesteuerung des Nissan Leaf
Ladesteuerung des Nissan Leaf

Von Nissan wird hierfür eine Smartphone App oder PC Software mit dem Namen Carwings. Damit lässt sich die Ladung des KFZs steuern und kontrollieren. Leider habe ich gerade keine Ahnung, wie die Daten übertragen werden, aber die Demoversion, die ich von der Anwendung getestet habe, sieht sehr vielversprechend aus. Meine Hoffnung ist, dass es auch eine Möglichkeit gibt, diese in eine Heimautomatisierung wie IP-Symcon zu integrieren, um so einige Strategien zu automatisieren (zum Beispiel Ladezeitpunkt am Wochenende). Aktuell existiert auf jeden Fall eine Benachrichtigung per E-Mail. Diese könnte mit IP-Symcon empfangen und ausgewertet werden, um so die weiteren Verbraucher im Haus nach der Ladung zu aktivieren. Bzw. bei der Meldung „Ladung ein“ verschiebbare Lasten vom Netz zu nehmen (Wärmepumpe).

Klimasteuerung via APP
Klimasteuerung via APP

Energiewende funktioniert nur mit Komfortgewinn, daher finde ich es besonders schön, dass die Entwickler der App auch die Möglichkeit gegeben haben die Klimaanlage fernzusteuern. Die Vision von mir geht dahin, dass via Schalter im Haus – oder explizites Handeln (Bewegung im Flur bei geringer Außentemperatur zwischen 7:00 und 8:00 Uhr) . Die Temperatursteuerung ist übrigens die Erfahrung, die logisch – jedoch für mich in ihrer Konsequenz ungewohnt – bei der Probefahrt war. Das Fehlen eines Verbrennungsmotors bedeutet, dass keine Wärme durch den Antrieb anfällt. Als Stromsparfuchs, der erst einmal alle Verbraucher im Fahrzeug abstellt, war es etwas ungewohnt, die Klima dauerhaft eingeschaltet zu lassen, um ein Beschlagen der Scheiben zu verhindern.

Bleibt ein Schlussfazit: Der Leaf ist ein Auto.

Die Kaufentscheidung hängt zumindest bei mir auch vom gesamten Energiekonzept und dessen Umsetzung ab. Bei sämtlichen Vergleichen mit anderen Antriebsformen läuft man Gefahr Birnen mit Äpfeln vergleichen zu wollen, dazu zählen: Kosten je Kilometer, Reichweite, Komfort,…

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