Das Lagebild: „Es kommt zu einem Brand bei einem Haus mit einer installierten Photovoltaikanlage.“

Eine Aufgabenstellung, die dank des Erneuerbaren Energiegesetztes jede Feuerwehr zu jedem Zeitpunkt treffen kann. Im Rahmen einer Lagebesprechung, was zu tun ist, sind wir dies heute auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Mauer durchgegangen. Das Ergebnis als Kurzfassung: Man sollte noch einmal  schauen, was überhaupt der aktuelle Stand ist.

Der Beitrag hier im Blog soll keine langwierige Abhandlung sein, sondern das Ergebnis einer Recherche im Internet. Da ich selbst nur Truppmann in spe bin, seien sämtliche Haftungsausschlüsse an dieser Stelle zu beachten.

„Feuerwehr lässt Häuser mit Solardach abbrennen“ (Die Welt)

WikipediaTreten hohe Übergangswiderstände in Teilen der PV-Anlage (z. B. Module, Steckkontakten, Verteilern, …) auf, kann es zu Schwelbränden kommen. Auch bei Bränden, die nicht durch die PV-Anlage verursacht wurden, kann sie Einfluss auf die Löscharbeiten haben. Die Besonderheit bei der Löschung besteht darin, dass die Anlage selbst dann noch unter Spannung steht, wenn sie abgeschaltet ist, da die Module selbst die Spannungsquellen sind.

Infolge der Gefährdung der Feuerwehrleute haben diese sich bereits geweigert,[6] Gebäude mit Solaranlagen zu löschen, weil das Löschwasser unter Strom stehen kann.[7] Auch waren Feuerwehren schon gezwungen, den Brand einer PV-Anlage zunächst mit Pulverlöschern zu bekämpfen. Ein weiteres Vorgehen gegen den Brand mit Wasser war erst möglich, nachdem die Solarzellen abgedeckt waren. Wenn das Dach vollständig mit Photovoltaikzellen bedeckt ist, kann zudem durch das Dach kein Löschversuch unternommen werden.

In den Fokus rückte die Brandproblematik ab ca. 2003, als von Installateuren immer wieder über verschmorte Anschlussdosen berichtet wurde, ohne dass die Solarindustrie Maßnahmen zur Abstellung dieser Serienfehler ergriffen hätte.[8]

In Deutschland sind seit 1. Juni 2006 Lasttrennschalter im Wechselrichter und Generatoranschlusskasten gesetzlich vorgeschrieben, jedoch gibt es keine staatliche Vorgabe, die Module selbst spannungsfrei zu schalten.[9]

2010 wurden vom Deutschen Feuerwehrverband Handlungsempfehlungen herausgegeben, die speziell auf Photovoltaikanlagen eingehen und die Mindestabstände, wie sie auch bei allen anderen elektrischen Niederspannungsanlagen einzuhalten sind, erläutern.[10] In einem Positionspapier wird zudem von der Industrie eine bessere Abschaltvorrichtung für Photovoltaikanlagen gefordert.[11] Das Vorgehen im Brandfall wird in der VDE 0132 „Brandbekämpfung im Bereich elektrischer Anlagen“ geregelt.[12] Für die Feuerwehren werden spezielle Schulungen zum Brandschutz[13]durchgeführt.

Gerade der letzte Punkt der Abschaltvorrichtung ist eine Forderung, die zumindest für Altanlagen nicht umsetzbar sein wird. Sollte eine vorhanden sein, sollte ein entsprechender Hinweis darüber im Sicherungskasten vorhanden sein.

Da man nicht immer alles im Kopf haben kann, würde ich zusätzlich jedem Hausbesitzer empfehlen, die Handlungsempfehlungen Photovoltaikanlagen (Kostenloser Download des Feuerwehrverband) auszudrucken und im Sicherungskasten zu hinterlegen. Gleich nach Ausdruck dieser Karte, sollte man zusätzlich notieren, welche Einrichtungen der ersten Seite vorhanden sind (Bsp.: Gleichstrom-Freischaltstelle).

 

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