Black - Out
Black – Out

Wer aktuell die Zeitung aufschlägt, oder die verschiedenen Medien online verfolgt, der wird eine wahre Schlacht von Meldungen über einen möglichen Blackout finden. Blackout: Ausfall der Stromversorgung in einem größeren Gebiet durch zu wenig Produktion. Ursächlich für die Wahrscheinlichkeit wird immer die Energiewende angeführt, manchmal aber auch die „German Angst“.

Zwei Meldungen – Ein Tag:

Erst kürzlich hatte der Übertragungsnetzbetreiber Tennet vor einem Stromausfall im Winter gewarnt. Die Situation habe sich im Vergleich zum Frühjahr nicht entspannt, sagte Tennet-Chef Martin Fuchs… (Quelle: Wallstreetjournal)

und

Die Bundesnetzagentur hält es für sehr unwahrscheinlich, dass es in diesem Winter wegen der Energiewende zu Stromausfällen kommt. (Quelle: Zeit)

Auch hier im Blog hatte ich mich in dieser Woche mit dem Thema beschäftigt und bin bei der Analyse der Netzstabilität zu dem Ergebnis gekommen, dass eher das eher finanzielle Interessen die Gefahr von Stromausfällen in einem großen Gebiet steigen lässt. Was wird hier mit „Public Relations“ erzielt?

Die Angst, dass die Lichter ausgehen und man im Dunklen sitzt, liegt tief. Erst gestern kam es in der Ortschaft Leimen (bei Heidelberg) zu einem Stromausfall über mehrere Stunden. Schnell war der Namen gefunden „Leimen Blackout„. Allerdings hören sich die Ursachen nicht der Energiewende an:

Der Stromausfall kam in dieser Heftigkeit zustande, da gleich zwei benachbarte unterirdische 20 KV-Leitungen nahezu gleichzeitig eine Störung hatten und deswegen eine Umschaltung auf die Reserveleitung nicht möglich war.

Richtig ist, dass der Winter die Situation im Strommarkt verschärft, da mehr auf die Reserven zurückgegriffen werden muss, als im Sommer. Die Meldungen des Sommers, dass zuviel Strom im Netz ist, klingen eher unspektakulär und finden wenig Medienecho. Mr. Stromausfall in Deutschland ist der Tennet Chef Martin Fuchs, der bei Spiegel, Focus, und Stern Gehör findet. Deutlich weniger Verbreitung findet die beruhigende Nachricht der Bundesnetzagentur, die ich nur in der Zeit finden konnte (s.h. oben).

Damit eine PR Kampagne zum Erfolg führt bedarf es einigen Faktoren. Zunächst natürlich ein Ziel. Dies könnte die Finanzierung von Reserveleistungen oder die Übernahme von Infrastrukturkosten sein. Dann benötigt man einen Nachrichteninhalt. Schlechte Nachrichten verbreiten sich besser als positive. Natürlich bedarf es auch einen Kommunikator. 

Soll das Geld für eine solche Kampagne nicht umsonst sein, dann bedarf es auch noch Glaubhaftigkeit. Der Ausfall vom November 2006 dürfte nur noch wenigen in Erinnerung sein, als dass er die Glaubhaftigkeit des Eintritts oder des nicht Eintritts eines Blackouts heute beeinflusst. Dieser Fall – dessen Ursache ein Kreuzfahrtschiff war – ist aber das letzte Ereignis, welches sich im Bereich des Höchstspannungbereichs des europäischen Verbundnetzes zugetragen hat.

Aktuell sollten die Warnungen noch in Erinnerung sein. Das Ereignis sollte nicht schnell von der Ursache zu klären sein. Ein Eintreten in der Nacht findet weniger Aufmerksamkeit als am Tag oder Abend. Interessenvertreter aus der Industrie sorgen für eine Verstärkung der Aussage. Allerdings sollte man auch nicht unterschätzen, dass der heimische Stromkunde bereits in die Opferrolle positioniert wurde. Wie schaut es mit einem Dienstag um 16:00 Uhr aus? 11.12 oder 18.12. sind noch frei.

Eine gute Planung für einen  Blackout müsste natürlich auch die Abwesenheit von relevanteren Nachrichten sein. Der 18.12. gewinnt hier etwas, da näher an den Weihnachtsfeiertage – somit würde die Ursachenanalyse im Medienrauschen untergehen.

Rein für die Symbolik ist natürlich der 21.12.2012 auch sehr hübsch. Einige Stunden ohne Strom würden dann zumindest in Erinnerung bleiben.

Den Beitrag "Blackout, wann kommst Du? offline Lesen:

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