Vor einigen Tagen ging es beim Blog von Yellow Strom um die Veränderung von Gewohnheiten. In meinem Kommentar hatte ich die Wortschöpfung „Wohltsandsfaulheitsluxus“ geprägt. Ein Beispiel war der WLAN Router, der 24 Stunden am Tag seinen Betrieb verrichtet, oder die Fahrt zum Bäcker mit dem Auto. Das Licht ausschalten, wenn man aus dem Raum geht… usw… – Es sind zwar immer Beispiele, die sehr einleuchtend sind, ob diese aber wirklich eine erkennbare Auswirkung auf den Energiehunger haben?

Zu sparen oder zu optimieren hat leider sehr häufig etwas mit Verzicht zu tun. Durch Verzicht geht die Akzeptanz zurück ein Ziel erreichen zu wollen. Bei Energieberatungen mag es die ersten 5 Minuten sein, bei denen man mit solchen Beispielen für Aufmerksamkeit sorgt. Die Gewohnheiten durch Verzicht auf gefühlten Luxus umzusetzen dürfte wenig nachhaltig sein.

Ein kleines Beispiel: Der Treibstoffverbrauch von Flugzeugen wurde in den letzten 30 Jahren dramatisch gesenkt. Dadurch wurde das Fliegen deutlich günstiger. Das Resultat ist in der Summe mehr Treibstoff, der für die Luftfahrt benötigt wird als vor dem Verzicht auf kostspielige Triebwerke.

Wer die Leuchtkraft einer 2 Watt LED Lampe gesehen hat, kommt vielleicht heute auf die Idee diese als Nachtlicht im Treppenhaus zu verwenden, wo bislang eine 100 Watt Birne ihren Dienst für wenige Sekunden am Tag geleistet hat.

Durch bewusstes Sparen kann es zu mehr Verbrauch kommen. Daher würde ich nach den ersten 5 Minuten der Energieberatung zunächst eine Auswertung machen,  wie die Verteilung des Verbrauchs ist und was die einzelnen Elemente kosten. Als Vorlage kann das Excel Sheet/Googe Docs Sheet aus dem Beitrag Kick-Start:Heimisches Energiesparen dienen.

Nicht selten merkt man sehr schnell, dass der WLAN Router im Jahr gerade einmal 10€ kostet. Eine Abschaltung zu 50% der Zeit nur 5€ spart und somit in keinem Verhältnis zum Aufwand ist.

Wer trotzdem eine solche Lösung plant, der kann von mir gerne das Script des Vortrages „Aus dem Haus – Router aus“ haben. Dort wird der Ortungsdienst von Smartphones verwendet, um Basistation des Telefons, Radiowecker, Router und andere Infrastrukturkomponenten vom Strom zu nehmen, sobald sich die Einwohner alle vom Haus entfernen.

Bewusstsein, wie viel Strom/Energie mein Handeln wann verbraucht, sehe ich als Vorübung an, bevor die Gewohnheiten untersucht werden. Als moralische Faustformel für meinen Wohlstandsfaulheitsluxus überschlage ich im Kopf, wie viel Energie mein Körper zur Zeit des Luxusempfindens erzeugt (ca. 100W). Dieser Wert ist mein persönliches Luxuslimit.

 

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