blog.stromhaltig

Energiewende Navigator – Rolle der Medien?

Energiewende Navigator

In der vergangenen Woche hat der BDI seinen Energiewende Navigator vorgestellt. Gezeigt wird aus Sicht des Branchenverbandes, welchen Umsetzungsstand die verschiedenen Themenfelder und Aufgabengebiete der Energiewende aus Sicht des Verbandes haben. Leider wird bei der Berichterstattung über den Navigator ein sehr polemisches Bild gezeichnet. Als erstes gelesen hatte ich im Leitmedium Die Welt, dass die Energiewende ruinös für die Wirtschaft ist und aus der Studie, die dem Navigator zugrunde liegt, nur Kosten entstehen. Zum Glück ist die Publikation des BDI wesentlich vielschichtiger – und wirft die Frage auf, was eigentlich die Rolle der Medien bei der Interpretation und Aufklärung ist?

Berichterstattung: BDI Energiewende Navigator

Mit Angst und Risiko lässt sich einfach mehr Aufmerksamkeit generieren. Eine Aufmerksamkeit, die gerade beim Thema Klima und Energie notwendig ist. Leider scheinen die Redaktionen wenig Interesse an einer Deutungshoheit bei diesem Schwerpunkthema zu haben und übernehmen lieber einige wenige Aussagen mit Wirkung auf die Auflage. Schaut man in die Pressemitteilung des BDIs wirkt die Aussage weniger ruinös. Im Gegenteil, es ergeben sich etliche Chancen durch die kontrollierte Umsetzung der Veränderungen durch die Industrie. Die Topaussagen bei der Quelle lauten:

Für die Berichterstattung ist es natürlich einfacher die Zitate ohne Blick in die Studie der Boston-Consulting-Group (BCG) zu übernehmen und zuzuspitzen:

„Die Wirtschaftlichkeit der Energiewende ist bereits jetzt akut gefährdet. Die Politik muss sich dringend um die wirtschaftliche Gesamteffizienz ihrer Maßnahmen kümmern. Nur so ufern die Kosten nicht weiter aus, lassen sich Zeitpläne einhalten und die Akzeptanz der Bevölkerung sicherstellen.“ (Hans-Peter Keitel, Präsident BDI)

 

Studie: BDI Energiewende Navigator

Dabei bekommt man auch beim Überfliegen bereits einen guten Überblick, welche Fakten zu dieser Aussage führen und welche Maßnahmen hier gefordert werden.

In der Studie von BCG kann man die Fakten finden:

Auf den letzten Seiten der Studie finden sich ein ordentliches Quellenverzeichnis, welches bei meinen Stichproben hält, was es verspricht.