Energiewende und nachhaltiges Wirtschaften
Energiewende und nachhaltiges Wirtschaften

Im Wieslocher Palatin hatte am 2. Oktober die lokalen Interessenvertreter zu einer Veranstaltung mit Prof. Klaus Töpfer geladen. Der ehemalige Umweltminister sollte über seine Arbeit in der Ethikkommission Energie und den Erfahrungen mit der Bertelsmann Stiftung berichten. Kurzum, es ging darum die Deutungshoheit zur wohl größten gesellschaftlichen Aufgaben der nächsten Jahre in die Köpfe der anwesenden Lokal-Replikatoren zu bringen.

Mit Prof. Klaus Töpfer hatten die Veranstalter mit Sicherheit einer der prominentesten TV-Redner zum Thema gefunden, der durch seine geschulte Rhetorik es schafft kurzweilig durch ein komplexes Thema zu führen, welches einiges an Veränderung mit sich bringen wird. Nachhaltiges Wirtschaften, war dabei eher ein Randthema, wie auch weitere Herausforderungen, die jeder Wandel mit sich bringt.  Dies führte dazu, dass ein raunen durch den Saal ging, als das Thema Atommüll-Endlager oder das Sterben der Deutschen Solar-Wirtschaft bei den Plenumsfragen aufkam.

Plenum: BUND, NaBU und CDU
Plenum: BUND, Nabu und CDU

Nur niemandem auf die Füße treten, sitzen doch Nabu und BUND direkt neben einem und könnten vielleicht doch einen Diskurs anstoßen, den man nicht in diesem Rahmen haben will. Auf dem Spiel steht die Rolle als Elite-Kommunikator. So wird in in eine Zukunft geschaut, wo sich bis auf den Preis für mich nichts ändern wird – der Strom fließt aus der Steckdose zu Hause und andere kümmern sich um irgendwelches Lastmanagement und Transporte. Hören wir rein…

Gasnetze für Stromtransport (MP3)

Kurz im Saal umgeschaut: Wahrscheinlich kann niemand der Anwesenden eine Antwort auf diese Frage geben.

Es bleibt die Überzeugung, dass es wohl jemand kann und  dies wahrscheinlich auch nachhaltig ist. Auf jeden Fall ist es kein Problem! Eine Überzeugung, die es erlaubt Vertrauen in zukünftige Entscheidungen im Rahmen der Energiewende, beim Volk zu schaffen.

Schließlich gibt es genügend Experten, die sich auch um das Thema Energiespeicherung kümmern sollen. Bemerkenswert ist die Klassifikation der Anwesenden…

Expertenrat: Kapazitätsmarker (MP3)

Die Handlungsfelder, die man als Zuhörer für sich gewinnen kann, ist die Beurteilung der wirtschaftlichen Implikationen. In anderen Worten: Welche Umlage und Abgabe wird es wohl geben mit welcher Hebelwirkung?

In den Fragen, was sich in meinem Haushalt verändern wird? Ob es Stromausfälle geben wird? Oder wie mit persönlichen Ängsten  um Natur und Gesundheit umzugehen ist? Bleibt die Veranstaltung deutlich hinter ihren Erwartungen.

Prof. Klaus Töpfer
Prof. Klaus Töpfer

Bemerkenswert hingegen ist die Offenheit für die Dezentralisierung des Strommarktes durch Herrn Prof. Töpfer. Von der Eigennutzung des Solarstrom bis hin zur Förderung des Genossenschaftsgedankens reicht hier die Spannweite der Visionen, die vielleicht doch eine nachhaltige Erkenntnis – neben Umlagen und Abgaben – aus der Veranstaltung mitnehmen lässt.

Natürlich kann man auch etwas Stolz mitnehmen, dass man in einem Land und einer Region lebt, auf die die Welt schaut. Prof. Töpfer hatte hierzu sehr schön von einem Treffen in der Deutschen Botschaft in Paris berichtet, bei der er mit der Aussage konfrontiert wurde: Die Gefahr besteht, dass die Energiewende in Deutschland doch gelingt.

Fazit: Anbetracht der Möglichkeiten der Technologien, die uns heute zur Verfügung stehen, steht die Energiewende auf einem soliden Fundament. Absehbar sind aber bereits heute Veränderungen im Wirtschaftskreislauf und vielen Geschäftsmodellen, deren Bekanntgabe eine Aufgabe der nächsten Legislaturperiode ist. Bis dahin können wir uns noch etwas in der Traumwelt der technischen Machbarkeit sonnen.

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