Einer der letzten Beiträge hier im Blog hatte zu einer Reaktion auf Google+ geführt, bei der mir aufgefallen ist, dass jeder eigentlich Strom sparen möchte – allerdings es kaum (kostenlose) Masterpläne gibt. Wie sollte man zu 30% weniger Verbrauch kommen? Welcher Schritte sind kurz,mittel und langfristig sinnvoll?

Möchte man weniger Strom verbrauchen, so ist es zunächst ratsam sich einige wichtige Punkte klar zu machen: Die Ziele.

Kein Ziel ist weniger Komfort als vorher zu haben. Auch durch die Energiewende und den damit verbundenen bewussteren Umgang mit Ressourcen ist es nicht notwendig auf den Komfort zu verzichten, den man bislang hatte. So spart man vielleicht Strom, wenn man das Licht ausschaltet. Im Dunkeln durch das Haus laufen braucht man allerdings trotzdem nicht.

Kick-Start: Download Tabelle für Berechnungen (Google-Docs Vorlage)

Der erste Schritt sollte daher sein ein Verständnis über den Jahresverbrauch zu bekommen. Auf der Stromrechnung lässt sich dieser ablesen, oder man kann ihn selbst ermitteln. Dieser Wert setzt sich zusammen aus allen Einzelverbräuchen, von Stand-By Geräten über Licht, über Kühlschränke bis zu TV und vielleicht sogar Heizung. Hilfreich ist, wenn man einen Smart-Meter und ein Gerät zur Verbrauchsmessung besitzt.

Beim zweiten Schritt  werden sinnvolle Gruppen des Jahresverbrauches gebildet. Diese Gruppen könnten sein: Licht Wohnzimmer, Kühlen&Gefrieschrank, TV/Computer und unerklärbar. Bis eine Verbrauchsgruppe bestimmt werden kann, werden alle Verbräuche der letzten Gruppe zugeordnet (=100%). Die Gruppenbildung wird solange fortgeführt, bis die Gruppe unerklärbar deutlich unter 33% des Jahresverbrauchs gesunken ist.  Nicht selten wird man bei genau dieser Übung feststellen, dass es einige wenige große Gruppen gibt, die für einen großen Anteil des Verbrauchs verantwortlich sind. Aber es kann auch Überraschungen geben, wie zum Beispiel das Thema Beleuchtung, wenn bereits ein konsequenter Einsatz von LED Leuchtmitteln vorhanden ist.

Der dritte Schritt  dient der Motivation. Ich empfehle entsprechend der gesamten Jahresstromkosten den Betrag für jede einzelne Gruppe zu ermitteln. Später wird die Entscheidung leichter fallen, welche Veränderungen man durchführen möchte. Es wird aber auch eine klare Entscheidung geben, welches Potential man bewusst nicht nutzen möchte, da das Ergebnis zu gering ist.

Beim vierten Schritt wird der Zeitpunkt des Verbrauchs für die einzelnen Gruppen bestimmt. Diese Übung dient zum einen für das Lastprofil (s.h. auch mein Beitrag bei Energynet), zum anderen aber auch um mögliche Gewohnheiten zu erkennen. Wurde für die vorhergehenden Schritte eine Tabelle verwendet, so kann man nun eine weitere Spalte hinzufügen und in Stichworten die Zeitpunkte notieren. Beispiele sind hier: Dauerbetrieb, beim Fernsehen, am Wochenende, beim Putzen….

Im Rahmen des fünften Schritt wird für jede Gruppe ermittelt, welche Möglichkeiten existieren den Stromverbrauch zu beeinflussen. Beim Kühlschrank ist dies zum Beispiel die Raumtemperatur, bei Stand-By Geräten ist es den Stecker zu ziehen. Weitere Hinweise finden sich in den Stromspartipps und in anderen Posts in diesem Blog.

Als letztes kommt in Schritt Sechs das Planspiel, bei dem herausgefunden werden kann, welches Potential tatsächlich vorhanden ist. Da zum Beispiel bei den Kühlgeräten bei dem einen Haushalt eine Absenkung der Temperatur möglich ist – bei einem anderen jedoch eher der Austausch des Gerätes, wird sich hier ein sehr individuelles Ergebnis ablesen lassen.

Ein optionaler Schritt ist nun die eigenen Werte und Potentiale mit anderen zu vergleichen. Hierzu biete ich an, dass  ich die ausgefüllten Tabellen sammle und zusammentrage. Auf Wunsch ohne Nennung der Quelle. Einfach hierzu einen Kommentar hier im Post hinterlassen, oder per mail an [email protected] senden.

 

 

 

 

 

 

 

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2 Gedanken zu “Kick-Start: Heimisches Energiesparen

  1. Pingback: Wohlstandsfaulheitsluxus – Eine Frage der Akzeptanz? | Stromhaltig

  2. Mein bestes Stromsparprodukt ist immer noch der Elektronen-Ordner. Er spart mir über 20 % meines Stromverbrauches und verhindert die Entstehung des Elektrosmogs. Das war mir auch wichtig. Er ordnet die Elektronen im Kabel und verhindert dadurch Erwärmung und Kollisionen. Eine super Sache, leider gar nicht so bekannt, gehört eigentlich in jeden Haushalt.

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