blog.stromhaltig https://blog.stromhaltig.de Damit der Strom der aus der Steckdose kommt ein bisschen nachhaltiger ist. Sat, 29 Aug 2015 08:53:39 +0000 de-DE hourly 1 http://wordpress.org/?v=3.8.10 Flexibilität von Atomkraftwerken https://blog.stromhaltig.de/2015/08/flexibilitaet-von-atomkraftwerken/ https://blog.stromhaltig.de/2015/08/flexibilitaet-von-atomkraftwerken/#comments Sat, 29 Aug 2015 08:53:39 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=9062 Weiterlesen ]]> Keine Angst, bei diesem Beitrag wird keiner zum Strahlemann. Aber blog.stromhaltig möchte der Frage nachgehen, wie flexibel sind eigentlich Kernkraftwerke bei ihrer Erzeugung. Wir wissen, dass Nachtspeicherheizungen eingeführt wurden, weil man in der Blüte des Atomzeitalters in den Nachtstunden nicht wusste, wie man den überschüssigen Strom loswerden soll. Viele Pumpspeicher wurden gebaut und der Begriff der Grundlast überhaupt erst erfunden. Eine Beobachtung bei den Daten des E.ON Atommeilers im Niedersächsischen Grohnde im August, spornte an, der Frage nach Flexibilität von Atomkraftwerken noch einmal zu betrachten.

Das vorgefertigte Bild war, was der Klimalügendetektor in einem Beitrag recht passend beschreibt:

Komisch, dass Umweltverbände, Wissenschaftler und die Branche der Erneuerbaren Energien das glatte Gegenteil sagen. Erst diese Woche wieder betonte der Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung: „Kernkraftwerke können aufgrund ihrer technischen Eigenschaften nur bedingt zum Lastfolgebetrieb eingesetzt werden, können also die schwankende Einspeisung aus erneuerbaren Energien nicht flexibel genug ergänzen.“

Dieser Aussage widersprechend tauchen von den Betreibern immer wieder Meldungen auf, die eigentlich das Gegenteil behaupten.RWE betont vor etwa einem Jahr die Flexibilität ihrer Kraftwerke mit den Worten:

Um bis zu 100 MW pro Minute könne der RWE-Konzern jeweils die Stromproduktion in den beiden Kernkraftwerken Gundremmingen (Bayern) und Emsland (Niedersachen) verringern. Das teilte das Unternehmen mit. Im Atomkraftwerk Emsland könne in rund 60 Minuten bis zu 850 MW Leistung reduziert werden. Auch Regelenergie könnten die Anlagen liefern. “Kleinere Netzschwankungen unter 100 MW können vom Kernkraftwerk im Emsland automatisch ausgeglichen werden”

Der BUND schreibt auf seiner Seite:

Als zentrales Argument für den Neubau von Kohlekraftwerken und den Weiterbetrieb der AKW wird von den Stromkonzernen immer wieder die Notwendigkeit einer Grundlastersorgung ins Feld geführt – ein Beleg dafür, dass die großen Energiekonzerne immer noch in den Strukturen von gestern denken. Notwendig sind kleine, flexible Kraftwerke, die auf Versorgungsschwankungen reagieren können.

Es gibt sehr viele Gründe, die für einen schnellen Ausstieg aus der Atomenergie sprechen. Endlagersuche, Gefahren im Betrieb – aber zur Frage der Flexibilität gibt es zumindest zwei unterschiedliche Aussagen, zu denen das Archiv des Deutschlandfunks auch einen Hintergrund liefert:

“Die Konstruktion damals schon 1972, als man das Kraftwerk gebaut hat, hat man so gebaut, dass wir Gradienten fahren von 130 MW pro Minute. Das ist mehr als jeder andere Kraftwerktyp, egal ob Gas oder Kohle fahren kann. Wir haben ja eine elektrische Leistung von 1200 MW. Wenn ich sage, wir haben einen Gradienten von 120 MW pro Minute, sagt das im Prinzip: In zehn Minuten kann ich die Leistung komplett von null auf 100 fahren oder auch umgedreht.”

Zwischen technisch können und tatsächlich die Erzeugung dem Bedarf anzupassen, ist ein weiter Weg. In der Energiewirtschaft wird häufig beobachtet, dass man wenig zusammenarbeitet und sinnvolles lieber nicht vornimmt. Beim E.ON Kraftwerk Grohnde sind folgende Meldungen zu sogenannten Redispatches im August aufgetaucht:

Beginn Ende Kraftwerke Gesamt Energiemenge Richtung Grund ca. Kosten
26.08.15 22:00 27.08.15 00:00 Grohnde 400 MWh Wirkleistungseinspeisung reduzieren Strombedingter Redispatch 32506€
26.08.15 09:45 26.08.15 19:00 Grohnde 3 MWh Wirkleistungseinspeisung reduzieren Strombedingter Redispatch 251€
25.08.15 08:15 25.08.15 17:15 Grohnde 888 MWh Wirkleistungseinspeisung reduzieren Strombedingter Redispatch 72155€
25.08.15 07:00 25.08.15 14:00 Grohnde 994 MWh Wirkleistungseinspeisung reduzieren Strombedingter Redispatch 80767€
24.08.15 17:00 25.08.15 00:00 Grohnde 1 MWh Wirkleistungseinspeisung reduzieren Strombedingter Redispatch 88€
24.08.15 15:00 24.08.15 18:30 Grohnde 649 MWh Wirkleistungseinspeisung reduzieren Strombedingter Redispatch 52737€
13.08.15 12:45 13.08.15 16:15 Grohnde 620 MWh Wirkleistungseinspeisung reduzieren Strombedingter Redispatch 50381€
04.08.15 10:00 04.08.15 16:00 Grohnde 550 MWh Wirkleistungseinspeisung reduzieren Strombedingter Redispatch 44693€

Was bedeuten diese Zahlen? Zumindest im August wurde dieses Kernkraftwerk tatsächlich sehr flexibel betrieben. Von Lastfolgebetrieb würde ich zwar noch nicht unbedingt sprechen, aber es werden Flexibilitäten gezeigt. Weitere Redispatches mit Kernkraftwerken wurden übrigens im Monat August bislang nicht gefunden. Vielleicht ist Grohnde tatsächlich das einzige flexible Kraftwerk der Atomklasse. Wichtig ist an dieser Stelle, dass die Anpassung durch einen Redispatch vom Übertragungsnetzbetreiber angewiesen werden – und eine Veränderung des gewünschten Fahrplans der Betreiber ist. Die Kosten, die hierfür entstehen sind von den Stromkunden über die Netzentgelte zu zahlen.

Jetzt die spannende Frage: Sind nur Druckwasserreaktoren flexibel? Wo ist die Quelle der Aussage, dass Kernkraftwerke nicht flexibel Strom erzeugen können?

Zumindest für die letzte Frage gibt es eine Vermutung: Wirtschaftlich ist, wenn nichts geregelt wird. Dieses Dogma hat die Nachtspeicherheizungen nach Deutschland gebracht.

]]> https://blog.stromhaltig.de/2015/08/flexibilitaet-von-atomkraftwerken/feed/ 5 Oktoberfest: Die Wiesn wird in Spitzenzeiten mit dem Strom von 21.000 Haushalten angetrieben https://blog.stromhaltig.de/2015/08/oktoberfest-die-wiesn-wird-in-spitzenzeiten-mit-dem-strom-von-21-000-haushalten-angetrieben/ https://blog.stromhaltig.de/2015/08/oktoberfest-die-wiesn-wird-in-spitzenzeiten-mit-dem-strom-von-21-000-haushalten-angetrieben/#comments Fri, 28 Aug 2015 21:36:54 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=9065 Weiterlesen ]]> Solarparks und Windräder mit vielen Mega-Watts. Ausfälle von Kraftwerken auch mit vielen Nullen. Alles Zahlen, die man sich nur schwer vorstellen kann. Selbst der Verbrauch eines privaten Haushaltes ist schwer vorstellbar. Zum Glück gibt es das Oktoberfest und seine Seite. Diese erlaubt die Einheit zu definieren (=Wiesn Äquivalent):

Auf der Theresienwiese fließt der Saft durch 43 Kilometer Kabel. Der bunte Wiesn-Trubel verbraucht rund 2,7 Millionen kWh. Damit könnten etwa 1100 Haushalte ein ganzes Jahr lang versorgt werden. Die benötigte Spitzenleistung für die gesamte Theresienwiese ist vergleichbar mit der einer Kleinstadt, die rund 21000 Einwohner hat.

2,7 Millionen kWh sind 2700 MWh.  Daraus folgern wir, 2,45 MWh (2450 KWh) Jahresverbrauch hat ein Wien’ Besucher und ist somit wahrscheinlich ein Singlehaushalt mit Geliebte(m). Besitzt einen Röhrenfernseher und keine Kinder.

Die Spitzenleistung von 21 Tausend Einwohner lässt sich auch schön verarbeiten. Nach Standardlastprofil hat ein Haushalt zur Jahres-Spitzenzeit im Januar/Werktag 19:00 Uhr bei einem Jahresverbrauch von 2450 KWh eine Leitungsaufnahme von 650 Watt. Multipliziert mit 21.000 ergibt dies: 13,65 MW oder 0,013% eines Kernkraftwerkes…

(Beitragsbild: Gellinger @ Pixabay)

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Antwort von SOLARWATT zu MyReserve Lieferzeiten https://blog.stromhaltig.de/2015/08/antwort-von-solarwatt-zu-myreserve-lieferzeiten/ https://blog.stromhaltig.de/2015/08/antwort-von-solarwatt-zu-myreserve-lieferzeiten/#comments Fri, 28 Aug 2015 12:02:23 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=9058 Weiterlesen ]]> Am Anfang dieser Woche hatte blog.stromhaltig die Frage gestellt: “Wo liegen die Schwierigkeiten beim Solarwatt MyReserve?“. Nach der Veröffentlichung ist zunächst aufgefallen, dass die Zugriffszahlen auf den Beitrag recht hoch gewesen sind. Scheinbar hat auch das Social-Media Monitoring des Unternehmens funktioniert und so kam heute die Antwort auf die Kernfrage: Lieferzeiten?

SOLARWATT wurde gefragt:

  • Können Sie die durchschnittliche Lieferzeit für Ihre Speicherlösungen nennen?
  • Wie gehen Sie das Risiko an, dass Kunden bei langen Lieferzeiten nicht von ihrer Bestellung zurücktreten?
  • Welche Ursachen haben die Lieferengpässe?

Antwort des Unternehmens

Zunächst muss man wissen, dass die SOLARWATT GmbH nach der Vorstellung von MyReserve im Rahmen der Intersolar Europe geradezu mit Aufträgen überschüttet wurde, so gut fiel die Bewertung dieses neuartigen Stromspeichers aus. Diese hohe Nachfrage ist für SOLARWATT natürlich eine wunderbare Nachricht, führt aber teilweise auch zu längeren Lieferzeiten. Die Produktionskapazitäten müssen ja dementsprechend hochgefahren werden. Das erfolgt Schritt für Schritt und im September beginnt die Auslieferung der ersten Stromspeicher.

SOLARWATT-Geschäftsführer Detlef Neuhaus hatte während der Präsentation von MyReserve den Spätsommer 2015 als Markteintritt genannt und das halten wir auch ein: Die erste Welle der Installations- und Zertifizierungsschulungen für die Installateure ist bereits abgeschlossen, die zweite wird gerade durchgeführt.

Wie bereits im Juni im Rahmen der Intersolar angekündigt, wird SOLARWATT zunächst mit einer geringen Stückzahl in den Markt einsteigen, die Schlagzahl in den folgenden Monaten aber deutlich erhöhen, um der überwältigenden Menge an Vorbestellungen auch gerecht zu werden.

Auch möchten wir klarstellen, dass es sich bei MyReserve auf ein komplett eigenständiges Produkt der SOLARWATT GmbH handelt. Wir schätzen BMW i als kompetenten und innovativen Kooperationspartner. Allerdings bezieht sich die Zusammenarbeit mit dem Münchner Autobauer vorrangig auf die Bereiche Energiemanagement und solare Carports. Auf die Entwicklung unseres Speichersystems hatte BMW i keinen Einfluss. Die Batteriemodule werden nach unseren Vorgaben auschließlich für uns produziert.

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Dezentraler Netzbetrieb – Hybridstrommarkt zu Gast bei Leben mit der Energiewende.tv https://blog.stromhaltig.de/2015/08/dezentraler-netzbetrieb-hybridstrommarkt-zu-gast-bei-leben-mit-der-energiewende-tv/ https://blog.stromhaltig.de/2015/08/dezentraler-netzbetrieb-hybridstrommarkt-zu-gast-bei-leben-mit-der-energiewende-tv/#comments Fri, 28 Aug 2015 11:40:06 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=9051 Weiterlesen ]]> Vor ein paar Wochen durfte blog.stromhaltig zu Gast sein, bei “Leben mit der Energiewende.tv“. Bei strahlendem Sonnenschein wurde der dezentrale Netzbetrieb besprochen. Einführend von Tomi Engel, der sein Projekt Babelbee vorstellte – dann vertieft in die Motivation und Hintergründe zum Hybridstrommarkt. Leider war zum Zeitpunkt der Aufnahme die Petition beim Deutschen Bundestag unter dem Titel “Beteiligung der Stromkunden und Transparenz beim Gesetzgebungsverfahren zum Strommarkt 2.0 hinsichtlich Wettbewerb/Regulierung“   noch nicht geöffnet, ansonsten hätte diese bestimmt sehr gut zum Kontext der Sendung gepasst.

 

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[Gastbeitrag] Energiewirtschaft 4.0 – Zahl des Monats August: 80% https://blog.stromhaltig.de/2015/08/gastbeitrag-energiewirtschaft-4-0-zahl-des-monats-august-80/ https://blog.stromhaltig.de/2015/08/gastbeitrag-energiewirtschaft-4-0-zahl-des-monats-august-80/#comments Fri, 28 Aug 2015 11:13:12 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=9048 Weiterlesen ]]>
  • 80 Prozent der Stromverbraucher % Europas sollen bis 2020 mit intelligenten MessSystemen ausgestattet werden, so sieht es eine entsprechende EU-Richtlinie vor.
  • Die neuen intelligenten Systeme sollen für die Nutzer nicht mehr als 100 Euro kosten und den Verbrauchern Transparenz über ihre Verbrauchsstruktur und damit Kostenersparnisse ermöglichen.
  • „Die 80 Prozent erstaunen ebenso wie die 100 Euro,“ kommentiert Eberhard Holstein, Geschäftsführer der Grundgrün Energie GmbH, „denn die ursprünglich angedachten Smart-Meter-“Vollversionen“, die z. B. das so oft zitierte Demand Side Management ermöglichen, sind für diesen Preis absehbar schlicht nicht zu haben.“ Auch die insgeheime Hoffnung, dass die Vertriebe die Mehrkosten für den Einbau leistungsfähiger Smart Meter übernehmen sieht Holstein kritisch: „Die Werthaltigkeit des Stroms in einem durchschnittlichen Haushalt beträgt um die 250 EUR, die Margen liegen für die Vertriebe häufig bei weniger als einem Drittel.“ Aus Holsteins Sicht lohnen sich Smart Meter für maximal 1 bis 3 Prozent der Stromkunden. Und dann auch nur für die, die mehr als 10.000 kWh im Jahr verbrauchen oder als sogenannte „Prosumer“ über abschaltbare Lasten wie z. B. Wärmepumpen, MicroBHKW, PV-Anlagen o. ä. verfügen.

    Für diese neuen Akteure des Energiemarktes ist die Einbindung intelligenter Mess-Systeme in virtuelle Kraftwerke allerdings eine wichtige und längst fällige Voraussetzung, um Erzeugung und Verbrauch energiewirtschaftlich und ökonomisch sinnvoll zu verzahnen.

    Grundgrün hat schon heute die Plattformen geschaffen, an die intelligente Mess-Systeme direkt anschließen können. Mit der Entwicklung und Umsetzung innovativer Ideen sowie der Weiterentwicklung bestehender Prozesse des Energiemarktes in neue und digital vernetzte Geschäftsmodelle treibt Grundgrün den beschleunigten Umbau der Energiemärkte und damit die Energiewende konsequent voran.

    (Text: Grundgrün Energie GmbH / Bild: Eberhard Holstein – Geschäftsführer Grundgrün Energie GmbH)

    ]]> https://blog.stromhaltig.de/2015/08/gastbeitrag-energiewirtschaft-4-0-zahl-des-monats-august-80/feed/ 0 Strompreis: Netzintegration von Braunkohlestrom fast 8 mal so teuer wie Zubau Photovoltaik https://blog.stromhaltig.de/2015/08/strompreis-netzintegration-von-braunkohlestrom-fast-8-mal-so-teuer-wie-zubau-photovoltaik/ https://blog.stromhaltig.de/2015/08/strompreis-netzintegration-von-braunkohlestrom-fast-8-mal-so-teuer-wie-zubau-photovoltaik/#comments Thu, 27 Aug 2015 07:50:42 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=9044 Weiterlesen ]]> Am Montag dieser Woche hatte man sich bei Bloomberg mit der Frage beschäftigt, warum die Strompreise in Deutschland immer weiter fallen. Gemeint sind die Preise im Großhandel – nicht aber die Endkundenpreise. Bei einem Wirtschaftswachtum von 1,4% im Jahre 2014 ist die Nachfrage nach Strom um 3,8% zurück gegangen. Der Börsenstrompreis reagierte auf diese Veränderung mit einem Rückgang um 13% – der private Stromkunde musste allerdings durchschnittlich 2% mehr zahlen.

    Der Strompreis ist generell sehr komplex, da er sehr vielen unterschiedlichen Einflussfaktoren unterliegt. Für die ersten 6 Monate des Jahres 2015 liegen nun die Zahlen vor, so dass ein Vergleich zwischen Strom aus Braunkohle und Strom aus neuen Solaranlagen verglichen werden kann.

    Wie viel kostet uns der Spaß?

    • Die Braunkohlemeiler weiter zu betreiben oder/und
    • Mehr Photovoltaikanlagen

    Photovoltaikanlagen

    Bei der über die EEG-Umlage geförderten Anlagen handelt es sich um ein Zahlungsversprechen der Stromkunden für die eingespeiste Strommengen der Berechtigten. Der Zubau für Photovoltaik wird auf der Seite von Proteus-Solutions im ersten Halbjahr 2015 wie folgt angegeben:

    Monat inst. Leistung: Anz. Meldungen:
    2015-01 122.675,92 kWp 3.679
    2015-02 98.983,24 kWp 2.926
    2015-03 97.177,85 kWp 4.247
    2015-04 79.495,83 kWp 4.454
    2015-05 65.271,86 kWp 4.141
    2015-06 64.826,95 kWp 4.583
    SUMME: 528.431,66 kWp 24.030

    Rechnet man mit dem maximalen Satz aus dem Januar (Aufdachanlage) von 12,56 Cent je eingespeiste Kilo-Wattstunde. Zudem mit 1000 Volllaststunden pro Jahr – über 20 Jahre ergibt sich folgende Zahlungsverpflichtung für die Stromkunden:

    528431 kWp*0,1256 €*1000 VL*20 Jahre= 1.327.418.672 €

    Netzintegration von Braunkohlestrom

    Viele Braunkohlekraftwerke wurden in Gebieten gebaut, bei denen es zwar historisch eine starke Schwerindustrie gegeben hat – mit der Wende diese jedoch fast vollständig weggebrochen ist. In der Folge müssen über zu klein dimensionierte Stromtrassen die Strommengen zu den Verbrauchszentren gebracht werden. Weitere Details finden sich im Beitrag “Redispatch Kosten im ersten Halbjahr 2015 bei 264 Millionen Euro“.

    Im ersten Halbjahr 2015 verursachte die Netzintegration von Braunkohlestrom 264.828.028 € an Kosten, die über die Netzentgelte auf die Stromkunden umgelegt werden. Es ist davon auszugehen, dass auch die neue Kapazitätsreserve und ihre Stilllegungen hier keinen signifikanten Einfluss haben wird. Zur Vergleichbarkeit mit der Photovoltaik kann man die Kosten auf 20 Jahre Hochrechnen:

    264.828.028 €*40 Halbjahre = 10.593.121.120€

    Fazit

    Es ist eine Minderheit, die eine PV-Anlage im ersten Halbjahr auf das Dach montiert hat. Ebenso ist es eine Minderheit, die aktiv die Einspeisung von Braunkohlestrom fordert. Dennoch sorgen beide Minderheiten für eine Zahlungsverpflichtung, die von der Summe aller Stromkunden bezahlt werden muss. Es hilft kein Ökostromtarif oder Anbieterwechsel, dieser Zahlungspflicht zu entkommen. Geregelt und festgeschrieben ist die Pflicht zur Übernahme der Kosten in Gesetzen und Verordnungen, die zusammen die Spielregeln des Strommarktes ausmachen.

    Die Motivation hinter der Petition 60307 “Beteiligung der Stromkunden und Transparenz beim Gesetzgebungsverfahren zum Strommarkt 2.0 hinsichtlich Wettbewerb und Regulierung” ist euch Pflichten so zu definieren, dass der Stromkunde ein Wahlrecht erhält. Wer Braunkohlestrom haben will, der trägt die Kosten für die Netzintegration. Wer Ökostrom haben möchte, der trägt die Kosten für den Ausbau.

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    https://blog.stromhaltig.de/2015/08/strompreis-netzintegration-von-braunkohlestrom-fast-8-mal-so-teuer-wie-zubau-photovoltaik/feed/ 6
    Wo liegen die Schwierigkeiten beim Solarwatt MyReserve? https://blog.stromhaltig.de/2015/08/wo-liegen-die-schwierigkeiten-beim-solarwatt-myreserve/ https://blog.stromhaltig.de/2015/08/wo-liegen-die-schwierigkeiten-beim-solarwatt-myreserve/#comments Wed, 26 Aug 2015 11:08:43 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=9036 Weiterlesen ]]> Zur Intersolar hatte Solarwatt den DC geführten Speicher MyReserve vorgestellt. Bei green.wiwo titelte man Mit neuem Stromspeicher vom Insolvenzfall zum “Tesla aus Dresden”. Die Euophorie einer Markteinführung scheint langsam zu verblassen. Von Lieferschwierigkeiten wird gesprochen – Termine werden abgesagt. Das Unternehmen schweigt lieber, anstelle die Kunden zu informieren.

    Im Juli wurde die Redaktion von blog.stromhaltig darüber informiert, dass wegen der starken Nachfrage die Lieferzeit zwischen 2 und 12 Monaten liegen soll. Für ein Produkt, welches den Massenmarkt erobern soll, scheint diese Zeit deutlich zu lange.

    Im Photovoltaikforum schreibt der Anwender “solarhesse”:

    “Leider konnten wir nur die Sonnenbatterie ECO-Serie zeigen, da Solarwatt mit dem MyReserve kurz davor abgesagt hat. (Warum auch immer) Wir hätten ihn gerne an diesem Tag vorgestellt. Trotzdem war es eine sehr erfolgreiche Veranstaltung mit der Sonnenbatterie.”

    Die Gründe für die Absage bleiben verborgen – bringen damit auch keine ausreichende Aufklärung für ein System, welches mit viel Öffentlichkeitsarbeit frisch an den Markt kommen soll. Die Aussage “Tesla aus Dresden” setzt eigentlich die Messlatte auch  hinsichtlich der Marktkommunikation.

    Anfang August 2015 fragte blog.stromhaltig direkt bei der Pressestelle von Solarwatt nach. Unbeantwortet blieb die Frage, wie lange die durchschnittliche Lieferzeit beträgt und welche Ursachen hinter den Lieferengpässen liegen. Man scheint lieber zu schweigen.

    Auf der Facebook Seite von Klimaretter.Info findet sich ein Eintrag von Sven Dönnerwald:

    Facebook Eintag zu Solarwatt MyReserve Lieferzeiten
    Facebook Eintag zu Solarwatt MyReserve Lieferzeiten

    In einer Rückfrage teilt Herr Dönnerwald mit, dass er wohl im September in der Lage sei, die 3 Wochen Lieferzeit zu halten. Ein Statement vom Unternehmen ist dies natürlich nicht. Herr Dönnerwald ist Händler.

    Eigentlich ist es etwas verwunderlich, was Solarwatt hier veranstaltet. In der Industrie haben sich Just-In-Time durchgesetzt, welche selbst bei der komplexen Konfiguration eines Autos, dem Händler die Möglichkeit gibt innerhalb von wenigen Minuten nach Bestellung einen Liefertermin zu nennen. Ein produzierendes Unternehmen kennt die Anzahl die zu liefern ist und die Durchlaufzeiten in der Produktion (+Versand) – daraus kann man auch auf einen sehr langen Zeitraum hinaus eine feste Zusage zu einem Liefertermin machen.

    Durch das Schweigen von Solarwatt animiert, stellt sich dem Beobachter die Frage, ob das Angebot tatsächlich eine Maktreife hat und eine Serienfertigung bereits stattfindet.  Werden (Vor)Bestellungen heute eingesammelt, um diese dem Wettbewerb zu entziehen? Wird die eigentliche Industrialisierung der Produktion durch die vorhandenen Bestellungen vorfinanziert?

    (Beitragsbild: Pixabay)

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    https://blog.stromhaltig.de/2015/08/wo-liegen-die-schwierigkeiten-beim-solarwatt-myreserve/feed/ 4
    Kosten für Energiewende bereits heute deutlich unter den Kosten für konventionelle Energie https://blog.stromhaltig.de/2015/08/kosten-fuer-energiewende-bereits-heute-deutlich-unter-den-kosten-fuer-konventionelle-energie/ https://blog.stromhaltig.de/2015/08/kosten-fuer-energiewende-bereits-heute-deutlich-unter-den-kosten-fuer-konventionelle-energie/#comments Tue, 25 Aug 2015 10:43:20 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=9032 Weiterlesen ]]> Das Institut für Deutsche Wirtschaft meldete am Montag im Handelsblatt, dass die Energiewende zum aktuellen Stand jährlich etwa 28 Milliarden Euro kostet. Per 25.08.2015 zahlten die Deutschen Bürger bereits über 60 Milliarden Euro an Brennstoffkosten. Bis zum Jahresende werden die Importkosten für Brennstoffe bei über 90 Milliarden Euro liegen. Im Staatsdefizit können weitere 611 Milliarden Euro der zurückliegenden Förderung von Steinkohle, Braunkohle und Atomenergie zugerechnet werden, welche den Schuldenstand in Deutschland belastet. Bereits von Beginn der Energiewende in den frühen 2000er Jahren hatte man die Finanzierung so gestaltet, dass der Staatshaushalt davon unberührt bleibt. Die laufenden Kosten werden durch die laufenden Einnahmen gedeckt.

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    https://blog.stromhaltig.de/2015/08/kosten-fuer-energiewende-bereits-heute-deutlich-unter-den-kosten-fuer-konventionelle-energie/feed/ 0
    Stellen Sie sich vor, dass … (oder warum die Kapazitätsreserve nicht funktioniert) https://blog.stromhaltig.de/2015/08/stellen-sie-sich-vor-dass-oder-warum-die-kapazitaetsreserve-nicht-funktioniert/ https://blog.stromhaltig.de/2015/08/stellen-sie-sich-vor-dass-oder-warum-die-kapazitaetsreserve-nicht-funktioniert/#comments Mon, 24 Aug 2015 23:57:33 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=9027 Weiterlesen ]]> “Weitere 9 Kraftwerke sollen vom Netz gehen” lautete die Nachricht in den Tagesthemen des Montag-Abends. Eine wirtschaftliche Entscheidung der Betreiber, die man vielleicht verstehen kann, vielleicht auch Fragen der Versorgungssicherheit aufwirft. Nach dem ursprünglichen Plan einen Kapazitätsmarkt zu schaffen, geht der Trend jetzt zur Kapazitätsreserve. Versorgungssicherheit und Kapazitätsreserve wollen allerdings nicht entkoppelt betrachtet werden, denn letztendlich sollen genau die Kraftwerke, die sich in der “Reserve” befinden dann einspringen, wenn es dem Markt nicht gelingt die Versorgung zu sichern.

    Stellen wir uns einige Minuten vor, wir sind Betreiber eines Kraftwerks….

    Mit der Kapazitätsreserve will sich das BMWi einen Gürtel zum Hosenträger gönnen, der letztendlich als doppelte Absicherung auf Kosten der nichtprivilegierten Stromkunden bezahlt wird. Möglichst schwer/teuer soll es sein, wenn diese Kapazitäten tatsächlich benötigt werden. Die Bilanzkreisverantwortlichen, also diejenigen die tatsächlich den benötigten Strom für die Stromkunden einkaufen, müssen ihre Bilanz glattstellen (koste es was es wolle). Wenn kein Strom für einen bestimmten Lieferzeitpunkt eingekauft wurde – und die Stromkunden dennoch verbrauchen – dann haben die Bilanzkreisverantwortlichen ein Problem.

    Was mache ich als Kraftwerksbetreiber?

    Zunächst ein langes Gesicht, wenn 100% des Strombedarfs aus Erneuerbaren-Quellen kommt. Diese sogenannten EE-Strommengen müssen am Spotmarkt verkauft werden – egal wie teuer oder billig. Von dieser Strommenge geht somit kein direktes Preissignal aus.

    Freude kommt auf, sobald die Strommengen aus Erneuerbaren nicht mehr ausreicht. Am Sonntag den 23.08.2015  musste zur Deckung der privaten Stromnachfrage in den Abendstunden auch andere Kraftwerke eingesetzt werden. Diese Information ist öffentlich und steht dem Bilanzkreisverantwortlichen und dem Kraftwerksbetreiber zur Verfügung.  Selbstverständlich kann der Kraftwerksbetreiber nun zum gleichen Preis sein Angebot machen, wie die Erneuerbaren. Ob damit die Brennstoffkosten gedeckt werden, ist dem Markt egal. Er kann aber auch warten, bis die Bilanzkreisverantwortlichen kaufen müssen. Zu jedem Preis, der unterhalb des “Reservepreises” ist, kann der Betreiber nun den Martk-Räumen. Die Versorgung ist sichergestellt – der Betreiber freut sich, da er deutlich mehr Einnahmen verzeichnen konnte.

    Beim aktuellen Ausbaustand von Wind- und Sonnenkraftwerken, kann etwa 1/4 des Strombedarfs aus diesen Quellen gedeckt werden. Entsprechend häufig kommt es zu der Situation, bei der ein Käufer auf dem Markt unbedingt kaufen muss – und jedes Angebot (unterhalb der Strafe für den Rückgriff auf die Reserve) annehmen wird.

    Was wird im Strommarkt 2.0 (mit Kapazitätsreserve) wahrscheinlich passieren?

    Einige Bilanzkreisverantwortliche werden aus Angst vor hohen Strompreisen eine deutlich längerfristigere Beschaffungsstrategie wählen. Auf dem Terminmarkt dreht sich dadurch der aktuelle Trend zu Preisen ähnlich dem Spotmarkt, hin zu deutlich höheren Preisen. Angst  muss eben bezahlt werden.

    Da es Aufgabe eines Marktes  ist, die Investitionen der Betreiber zu sichern, fließt mehr Geld in den Terminmarkt – weniger Geld in den Spotmarkt.  Der Terminmarkt besitzt allerdings keine “Ökostrom”-Produkte. Stromerzeugung aus Windkraft und Solarenergie erhält weniger Kapital zur Refinanzierung. Mehr Kapital fließt in die Terminmärkte – und damit auch an Betreiber der Kraftwerke, die nicht die in Kapazitätsreserve aufgenommen wurden. Am Geld, welches in die Kapazitätsreserve investiert wird, verdienen alle anderen (konventionellen) Kraftwerke mit, um eine undefinierte Angst zu befriedigen.

    Schaut man gezielt auf den Spotmarkt, dann wird sich ein anderes Bild ergeben. Nach dem Einspeiseprivileg kam das Vermarktungsprivileg – dies bedeutet, dass jeglicher EEG geförderte Strom an der Spotbörse verkauft werden muss, bevor andere Betreiber zum Zuge kommen. Die Folge waren in der Vergangenheit negative Strompreise, da “zu jedem Preis” verkauft wurde.  Wer denkt, dass zum Zeitpunkt von negativen Strompreisen alle nuklear/fossilen Kraftwerke vom Netz sind – oder für die Einspeisung von Strom sogar Geld zahlen müssen – liegt falsch. Wird im Terminmarkt der Strombedarf zu hoch eingeschätzt, so geht die Nachfrage auf dem Spotmarkt zurück. Selbst wenn es eine negative Nachfrage gibt (Bilanzkreisverantwortliche müssen Strom abverkaufen, der zuviel eingekauft wurde), wird  der EEG Anteil den Preis noch einmal nach unten korrigieren.

    Nachfrage und verkaufte Strommengen am Terminmarkt lassen sich sehr gut prognostizieren. Dies bedeutet, dass der Kraftwerksbetreiber jetzt gegen die Versorgungssicherheit wetten kann. Die geforderte Zulassung von extremen Preisen verschärft die Situation weiter (vergl. Maßnahme 1: “Freie Preisbildung am Strommarkt garantieren“).  Bislang ist nicht erkennbar, wie konventionelle Kraftwerke daran gehindert werden sollen, im Falle einer tatsächlichen Knappheit ihr Angebot nicht zu einem überhöhten Preis zu platzieren. Im Gegensatz zu den EE-Strommengen haben konventionelle Kraftwerke keine Verpflichtung ihren Strom tatsächlich zu erzeugen und einzuspeisen.

    Was macht der Kraftwerksbetreiber, wenn man sich verzockt hat?

    Der Terminmarktpreis war nicht befriedigend. Die Verknappung am Spotmarkt ist nicht wie erhofft eingetreten. In diesem Falle besteht immer noch Handlungsspielraum. Auch wenn es bislang unbestätigt ist, so wird auch heute bereits über die sogenannten “ungeplanten Nichtverfügbarkeiten” der Geldfluss optimiert. Oder glaubt irgendjemand, dass am 23.08.2015 tatsächlich 18 technische Störungen vorhanden waren?

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    https://blog.stromhaltig.de/2015/08/stellen-sie-sich-vor-dass-oder-warum-die-kapazitaetsreserve-nicht-funktioniert/feed/ 0
    Lauschangriff mit blauen Augen bringt Stromkunden 28 Milliarden Mehrkosten https://blog.stromhaltig.de/2015/08/lauschangriff-mit-blauen-augen-bringt-stromkunden-28-milliarden-mehrkosten/ https://blog.stromhaltig.de/2015/08/lauschangriff-mit-blauen-augen-bringt-stromkunden-28-milliarden-mehrkosten/#comments Mon, 24 Aug 2015 14:08:09 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=9023 Weiterlesen ]]> Sigmar Gabriel weht in den letzten Tagen ein ziemlicher medialer Gegenwind um die Nase, wenn es um das Thema Strommarkt geht. Eigentlich hat die Energiewende mit all ihren Facetten zur Zeit ein Relevanztief, dennoch wird die die Wortwahl nun schärfer.  Längst kommunizieren die Branchenverbände über die Medien und die Bürger scheint es relativ wenig zu jucken. Zur Halbzeit hat die Petition 60307 gerade einmal 120 Mitzeichner. Deutlich weniger, als die Reichweite die mit 3 Fundstücken der Medienlandschaft erreicht werden konnten. So tummelte sich Smart-Meter über generelle Kosten der Energiewende bis hin zu Chef-Verrat einiges in der Meinungsbildung .

    Die Berater nennen seine Ideen blauäugig, schreibt Daniel Wetzel in der Welt. Als Berater werden Axel Ockenfels und Achim Wambach aufgeführt – letzterer ist mittlerweile Nachfolger von Justus Haucap in der Monopolkommission, welche beim natürlichen Monopol der Infrastruktur bislang ein absolutes Glanzlicht der Bürgernähe gewesen ist.

    “Bei großer Knappheit steigt die Marktmacht stark an”, warnen die Wissenschaftler: “Wenn 95 Prozent der Erzeugungskapazität benötigt wird, um eine recht unflexible Nachfrage zu bedienen, ist jeder Anbieter bereits ab einem Marktanteil von fünf Prozent systemrelevant.” Es sei “blauäugig, darauf zu setzen, dass sich ein Markt, in dem fast alle Anbieter systemrelevant sein können, selbst diszipliniert”

    Betrachtet man lediglich die Mitglieder beim BDEW, so ist diese Aussage mit Sicherheit richtig. Leider vertritt der BDEW unter 1% der Unternehmen, die in Deutschland Strom erzeugen. Das tatsächliche Problem ist der Wirrwar aus der Grundforderung nach Versorgungssicherheit und die damit fehlende Zulassung von Verknappung, welche ein Markt eigentlich bräuchte (vergl. “Stromhandel, Versorgungssicherheit, Kapazitätsmarkt und warum sich alles ausschließt“).

    Die einstige Stromkostenbremse ist vergessen. Auch das Faktum, dass wir mittlerweile 1/4 des Strombedarfs ohne Brennstoffkosten verursachen können. Im Handelsblatt wird die IW-Studie instrumentalisiert:

    „Die Energiewende ist mit der Annahme gestartet, dass die Energiekosten hierzulande beherrschbar bleiben und international in vergleichbarem Maße ansteigen. Beides hat sich nicht bewahrheitet“, klagt Barbara Minderjahn, Geschäftsführerin des Verbands der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), angesichts der IW-Zahlen.

    In der ganzen öffentlichen Konsultation zum Weißbuch sind sehr viele technische Punkte genannt worden. Bislang wurden aber keine Konzepte vorgestellt, wie man die Stromkosten senken kann. Es scheint, als ob gerade die Lobbyverbände alles versuchen, mehr Geld als bislang zu sichern.

    Eine ganz andere Thematik wird von Holger Schneidewindt beim Phasenprüfer aufgebracht. Neben der Diskussion über einen Strommarkt gibt es auch die Sache mit den Smart-Metern.  Hier wird es spätestens spannend, denn die Antwort auf die Frage, ob das Smart-Meter-Gesetz der alten Energiewelt das fehlende Geschäftsmodell gibt, bleibt leider etwas offen…

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