blog.stromhaltig http://blog.stromhaltig.de Damit der Strom der aus der Steckdose kommt ein bisschen nachhaltiger ist. Sat, 19 Apr 2014 23:49:06 +0000 de-DE hourly 1 http://wordpress.org/?v=3.8.3 Hinterfragt: Ein Portrait der EEX Strombörse http://blog.stromhaltig.de/2014/04/hinterfragt-ein-portrait-der-eex-stromboerse/ http://blog.stromhaltig.de/2014/04/hinterfragt-ein-portrait-der-eex-stromboerse/#comments Sat, 19 Apr 2014 23:43:43 +0000 http://blog.stromhaltig.de/?p=5556 Ende März 2014 hat die EEX ein Video bei Youtube eingestellt.

Spothandel, Auktion und Preisbildung im Strommarkt

lautet der Untertitel, des wirklich sehr informativen 10 Minütigen Beitrages, indem Managing Director Exchange – Dr. Ing. Dr. Tobias Paulun das Unternehmen und seine Tätigkeit beschreibt.

blog.stromhaltig ist das einzige Medium, welches mit großer Reichweite regelmäßig über das Netz und den Handel mit Strom berichtet. Die EEX und ihr Tochterunternehmen EPEXspot dienen häufig als Lieferant von Meldungen. Wenn in diesem Beitrag einige Stichworte beleuchtet werden, dann ist dies keine Kritik an den Unternehmen, sondern lediglich das Ergebnis von energiepolitischen Entscheidungen, welche durch ein Unternehmen umgesetzt werden.

Danke an die Macher des Videos! Danke an die EEX – das Video gibt einen sehr guten Rahmen und Struktur einige Themen auf einen Schlag anzusprechen.

Film ab!

[0:15] und  [1:35]
12 Uhr – Spotmarkt Auktion (Day-Ahead)

Die größte Menge des hier versteigerten Stroms stammt aus der EEG-Einspeisevergütung. Im Klartext sind es die Solaranlagen auf Deutschlands Dächer und viele andere Kleinanlagen, die durch die vier Übertragungsnetzbetreiber gesammelt und durch zwei davon tatsächlich auf dem Markt platziert werden. Was dann passiert kann man etwas mit einer Ebay Auktion vergleichen, die jeden Tag stattfindet und bei der es nur einen (wenige) Anbieter gibt, aber eine große Anzahl von Käufer.

[0:45]
EPEXSpot ermittelt Referenzpreis

Zunächst ist es nur wenigen bekannt, dass der Spotmarkt seinen Sitz in Paris hat. Der genannte Referenzpreis ist der PHELIX, welcher auch für einen Teil des Stroms in der Direktvermarktung gilt, der überhaupt nicht über die Börse gehandelt wurde. Die EPEXSpot und der PHELIX ist damit weltweit die einzige Börse; der einzige Index, der in einem nationalen Gesetz  genannt und als Basis für die Zahlung von Vergütungen dient. Dadurch ist eigentlich ausgeschlossen, dass es einen anderen Marktplatz (Konkurrenz) zu diesem Markt geben kann. Der Aufbau von regionalen/nationalen Strombörsen ist aktuell nicht möglich.

[1:18]
Anonymität des Börsenstroms

Strom aus Photovoltaik, Windkraft, Kernkraft – an der Strombörse ist es egal, denn jeder dort gehandelter Strom wird zu “Graustrom”. Dies bedeutet auch, dass Herkunftsnachweis und ähnliches fehlen. An den Endverbraucher an den nur mit einer Stromkennzeichnungspflicht geliefert werden darf, darf somit dieser Strom nicht geliefert werden. Im Prinzip wird er dies auch nicht, denn es handelt sich um den Spotmarkt, welcher lediglich Abweichungen in der Prognose (Erzeuger oder Verbraucher) ausgleichen soll. Die Herkunft von Strom wird aber über ein Termingeschäft lange im Voraus bestimmt und der Mix damit quantifiziert. Spannend ist an dieser Stelle, dass die Summe der sogenannte “Differenzbilanzierung” bei den Verteilnetzbetreibern, bei denen der dort gehandelte Strom aufläuft, sich in den letzten Jahren kaum verändert hat (eher fallend) – die EPEXSpot aber immer neue Handelsrekorde meldet.

[1:47]
Martkgebiet Deutschland & Österreich

Das Price-Coupling zwischen den beiden Marktgebieten ist bereits einige Zeit aktiv. Jetzt werden auch andere Marktgebiete zur sogenannten Price-Coupling-Region zusammengefasst. Nur so kann bereits im Markt die Speicherfähigkeit der Wasserkraft genutzt werden, wie es im Februar/März 2014 beobachtet werden konnte.  Gelingt es nicht über den Handel, dann kommen Speicher heute erst im Zuge der sogenannten Re-Dispatch Maßnahmen zum Einsatz (Anweisung zur Umverteilung der Handelsergebnisse auf andere Kraftwerke durch die Netzbetreiber). Man lernt im Video, dass es keinen Engpass zwischen den beiden Stromnetzen gibt. Pech für Deutschland, da man hier die Stromerzeugung vor allem im Norden hat. Vielleicht ist der Handel und das Price-Coupling der wahre Grund für die Vorschläge zum Nord-Süd Netzausbau. Das Engpassmanagement verlangt in den letzten Monaten eigentlich konstant ein Ost-West Ausbau.

[2:09]
Stunden basierter Handel

Mittlerweile werden auch 15 Minuten Blöcke gehandelt. An den Stundengrenzen kann man allerdings noch immer einen Frequenzsprung erkennen, welcher verursacht wird, wenn durch den Handel verursacht das eine Kraftwerk vom Netz geht und ein räumlich davon getrenntes Kraftwerk die Einspeisung übernimmt. Gerade in Zeiten schwacher Last – wie in der Nacht oder am Wochenende – kommt das Stromnetz daher an den Stundengrenzen regelmäßig aus dem Takt, wie eine mehrjährige Analyse der Netzfrequenz zeigt.

]]> http://blog.stromhaltig.de/2014/04/hinterfragt-ein-portrait-der-eex-stromboerse/feed/ 2 Grünstromindex als Google Chrome App http://blog.stromhaltig.de/2014/04/gruenstromindex-als-google-chrome-app/ http://blog.stromhaltig.de/2014/04/gruenstromindex-als-google-chrome-app/#comments Sat, 19 Apr 2014 09:45:30 +0000 http://blog.stromhaltig.de/?p=5550 128Anwender des Google Chrome Browsers haben nun die Möglichkeit den GrünstromIndex von blog.stromhaltig als eigenständige mini Anwendung zu nutzen. Download im Chrome Webstore.

Mit Hilfe des Grünstromindex kann man die Zeiten ermitteln, bei denen besonders viel oder besonders wenig Strom aus wetterabhängiger Erzeugung vorhanden ist. Es wird der Stromverbrauch, die verfügbaren Ressourcen und das Wetter an einem Ort in Deutschland beachtet. Durch die Prognose der kommenden 24 Stunden kann der Stromverbrauch entsprechend optimiert werden.

Nach dem Start der Anwendung aus dem Chrome App Launcher muss nur noch eine Postleitzahl aus Deutschland eingegeben werden. Die Applikation frischt im Anschluss den Zwischenspeicher für die lokal gespeicherten Daten auf und zeigt die Auswertung an.

Die AnwendungKommt es zu einem Zeitpunkt, bei der besonders viel oder wenig Strom aus Erneuerbaren Quellen vorhanden ist, so wird ein Hinweis eingeblendet. Basis der Daten sind neben den Wetterdaten, den regionalen Verbrauchsdaten auch die Informationen aus dem Strommix-Navigator.

Aktuell ist der Grünstromindex als Google Chrome App mit Sicherheit noch im Beta-Stadium, da diese lediglich auf dem Entwicklungsrechner vom Entwickler selbst getestet werden konnte. Feedback ist daher immer gerne gesehen!

Download im Chrome Webstore.

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Ostereiersuche in den Ökostromtarifen – Ein Produkt Ranking http://blog.stromhaltig.de/2014/04/ostereiersuche-in-den-oekostromtarifen-ein-produkt-ranking/ http://blog.stromhaltig.de/2014/04/ostereiersuche-in-den-oekostromtarifen-ein-produkt-ranking/#comments Fri, 18 Apr 2014 12:30:35 +0000 http://blog.stromhaltig.de/?p=5542 Die Erzeugung von Strom aus Wind und Sonne ist abhängig vom Wetter. Es stellt die Anbieter von entsprechenden Tarifen vor eine Herausforderung, denn der Stromkunde muss heute standardisiert nach dem sogenannten H0-Profil beliefert werden. Dieses Profil schreibt vor, dass um 12 Uhr gekocht wird -und man in der Nacht möglichst viele Stand-By-Geräte betreibt.

blog.stromhaltig macht sich für Ostern auf die Suche nach den Anbietern, die Wind- und Solarenergie in ihre Tarife heute integrieren können. Es wird gezeigt, dass intelligente Stromprodukte bereits möglich sind, und Innovation auch beim Endkunden Strommix möglich ist.

Es wird ein spannender Herbst 2014 sein, denn wie der Branchendienst von Proteus-Solutions meldet,  ist eine Infrastrukturumlage von 0,65 Cent bis 1,5 Cent wahrscheinlich. Ein solidarisch zu bezahlender Risikoaufschlag, weil zum einen an Überkapazitäten aus Braun- und Steinkohle festgehalten wird, zum anderen es Stromversorgern nicht in ausreichendem Maße gelungen ist, den Strom aus Sonne und Wind an den Endkunden zu bringen.  Zu unbeweglich ist die Branche bislang.

Die Energiewende wurde auch beim Produkt “Strom” verschlafen

Stromversorger, die ihren Kunden Wind- und Sonnenstrom anbieten wollen, müssen sich in den bestehenden Markt integrieren. Ein Markt, der von starren Prozessen geprägt ist. Gelingt es nicht, die Kosten für jede Transaktion – wie Anmeldung und Abmeldung von Kunden – gering zu halten, so kann kein attraktives Produkt geschnürt werden. Es fehlen aber auch Prozesse für Messdienstleistung, Messstellenbetrieb und Abrechnung; ein Posten für den die privaten Haushalte ca. 320 Millionen Euro pro Jahr ausgeben. Als Gegenleistung bekommen sie ein System, welches den letzten Innovationssprung kurz nach der Industrialisierung hatte. Smart steckt meist nur in der Bezeichnung des Zählers.

Bewertungssystem Stromtarife

Es gibt sehr viele Zertifikate für Ökostrom. Ein Wildwuchs, der es dem Verbraucher nicht unbedingt leicht macht sich für ein Produkt zu entscheiden. Ein Zertifikat für die Integration der Stomerzeugung aus schwankenden Quellen gibt es bislang nicht, obwohl einige der Anbieter sehr aktiv mit Vorschlägen zu Markt-Modellen sind (vergl. dieser Beitrag). Eine echte Innovation ist allerdings nur mit einem ganz neuen Produkt möglich, wie es im Hybridmodell vorgestellt wird.

Vereinfacht kann man sich die Belieferung von privaten Stromkunden so vorstellen: Der Kunde schließt einen Vertrag mit einem Stromversorger ab. Dieser wird mit Aufnahme der Belieferung in das Stromnetz soviel Strom einspeisen, wie der Kunde nach dem Standardlastprofil H0 zur gleichen Zeit verbraucht. Die elektrische Energie kommt entweder aus eigenen Anlagen/Kraftwerken, oder aus Kapazitäten, die zugekauft werden.

Für eine Bewertung wird der Strommix der einzelnen Anbieter verwendet. Als Vergleichswert wird der Bundesschnitt per 12/2013 der AG-Energiebilanzen herangezogen.

Wasserkraft ist ein großer Bestandteil von Ökostromtarifen. Sie können ein Teil der Grundlast abdecken, jedoch sollten sie im Sinne der Nachhaltigkeit eher genutzt werden, um die Schwankungen bei Sonne und Wind auszugleichen. Im Bundesschnitt liegt der Anteil bei 3,4%.  Für jeden Prozentpunkt aus Wasserkraft wird 1 Punkt vergeben.

Biomasse ähnlich der Wasserkraft, sollte die Biomasse zum Ausgleichen von Erzeugungsschwankungen verwendet werden. Der Bundesschnitt liegt bei 7,6% – die Bewertung findet ebenfalls mit 1 Punkt/Prozent statt.

Windkraft ist zu sehr vielen Stunden des Jahres verfügbar. Achtet der Anbieter darauf, dass er eine räumliche Verteilung der gesicherten Erzeugungsanlagen erhält, dann kann ein großer Teil der Versorgung über diesen Energieträger erreicht werden. Mit 7,9% im Bundesschnitt hat die Windkraft den stärksten Anteil im Strommix. Bewertet wird die Tarifintegration mit 2 Punkten/Prozent.

Solarenergie ist nur am Tage verfügbar mit einer Spitze um die Mittagszeit. Ohne die Nutzung von Speichertechnologien ist eine Obergrenze von 30% nicht überschreitbar. Der Bundesschnitt liegt bislang bei 4,5%. Wegen der zeitlichen Abhängigkeit wird der Solarstrom im Mix der Anbieter mit 3 Punkten/Prozent bewertet.

Ranking – Tarifintegration PV und Windstrom

Anbieter Wasserkraft Biomasse Windkraft Solarenergie Punktzahl
Bundesschnitt 3.40% 7.60% 7.90% 4.50% 40.30
Stadtwerke Erfurt 1.26% 18.99% 39.20% 37.81% 212.08
Grünstromwerk 75% 0% 0% 25.00% 150.00
Naturstrom AG 60.30% 6.50% 26.70% 6.50% 139.70
JUWI Strom 84.20% 0% 15.80% 0% 115.80
Greenpeace Energy eG 91% 0% 9% 0% 109.00
Lichtblick 100% 0% 0% 0% 100.00
EWS ElektrizitätsWerke Schönau 100% 0% 0% 0% 100.00
Polarstern Energie 100% 0% 0% 0% 100.00

Download Vollständige Tabelle mit Kommentaren und Links

Und der Gewinne sind: Die Verteilnetzbetreiber!

Wie man im Strommix Navigator erkennen kann, schaffen es die Verteilnetzbetreiber einen deutlich höheren Anteil an schwankender Erzeugung in ihrem Gebiet bereitzustellen, als die Stromanbieter.

Der Verlierer ist leider der Kunde.

Die aktuell gültige Kennzeichnungspflicht erlaubt es den Anbietern den interessierten Leser an der Nase entlang zu führen. Bilder von Windrädern und PV-Panels – und Beschreibungstexte, die diese Quellen als Beispiele für Storm aus Erneuerbaren nennen. Tatsächlich wird aber meist Wasserkraft verwendet, obwohl die Anbieter den Aufbau von anderen Anlagen angeblich  fördern.

Ökostrom Paradoxon

Auch wenn die Ökostromkunden denken, dass sie für die Verwendung von Wind- und Solarenergie zahlen, so zahlen für den größten Teil des Stroms aus diesen Anlagen die Kunden, die sich nicht für einen solchen Tarif entschieden haben.

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Stromnetz: Engpass in der Nacht zum 09.04.2014 http://blog.stromhaltig.de/2014/04/stromnetz-engpass-in-der-nacht-zum-09-04-2014/ http://blog.stromhaltig.de/2014/04/stromnetz-engpass-in-der-nacht-zum-09-04-2014/#comments Wed, 16 Apr 2014 23:18:21 +0000 http://blog.stromhaltig.de/?p=5536 Karte - Redispatch 09.04.2014 01:00 Uhr (Grün=Leistung senken / Rot=Leistung erhöhen)

Karte – Redispatch 09.04.2014 01:00 Uhr (Grün=Leistung senken / Rot=Leistung erhöhen)

Am Mittwoch den 09.04.2014 kam es im Deutschen Stromnetz zu einem der größten Eingriffe der letzten Monate. Über 4,7 GW Strom wurde nicht von den Kraftwerken, die im Handel den Zuschlag über den Preis bekommen hatten, erzeugt, sondern von Kraftwerken, die von den Übertragungsnetzbetreibern im Zuge eines Redispatch ausgewählt wurden.

Ein Netzeingriff zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit, der auf den Zeitpunkt der meisten ungeplanten Kraftwerksausfälle [^W] gefallen ist. Eine Leistungseinschränkung von mindestens 3,2 GW hatte die Versorgung mit elektrischer Energie ohnehin schon zu kämpfen.

Gestützt wurde das Netz zeitgleich durch 14 GW Strom aus Windkraftanlagen, die allerdings den falschen Standort hatten.

Nicht verfügbare Kapazitäten

Erzeugung aus Datum Beginn Datum Ende Einschränkung der Leistung(MW) Grund 
Pumpspeicher 14.12.2013, 06:19 15.04.2014, 19:52 100.0 Failure
Braunkohle 05.04.2014, 18:24 14.04.2014, 03:32 289.0 Failure
Steinkohle 09.04.2014, 13:45 12.04.2014, 14:45 345.0 Failure
Braunkohle 03.04.2014, 07:46 01.05.2014, 00:00 90.0 Failure
Pumpspeicher 09.04.2014, 09:44 09.04.2014, 12:15 145.0
Braunkohle 09.04.2014, 20:50 10.04.2014, 06:50 50.0 Failure
Steinkohle 06.04.2014, 21:15 10.04.2014, 06:45 345.0 Failure
Braunkohle 09.04.2014, 15:45 09.04.2014, 20:50 50.0 Failure
Braunkohle 08.04.2014, 20:30 09.04.2014, 00:45 60.0 Failure
Steinkohle 08.04.2014, 16:00 10.04.2014, 00:00 325.0
Uran 18.03.2014, 17:45 10.04.2014, 16:30 360.0 Failure
Saisonspeicher 06.01.2014, 08:00 30.05.2014, 17:00 72.0 Maintenance
Saisonspeicher 06.01.2014, 08:00 30.05.2014, 17:00 72.0 Maintenance
Saisonspeicher 06.01.2014, 08:00 30.05.2014, 17:00 72.0 Maintenance
Saisonspeicher 06.01.2014, 08:00 30.05.2014, 17:00 72.0 Maintenance
Saisonspeicher 06.01.2014, 08:00 30.05.2014, 17:00 72.0 Maintenance
Pumpspeicher 05.03.2014, 12:45 19.08.2014, 18:00 240.0 Other
Gas 05.03.2014, 12:30 01.04.2015, 01:30 400.0 Other
Gas 14.03.2013, 03:19 31.08.2015, 01:00 112.0

Um welches Kernkraftwerke es sich bei der Nichtverfügbarkeit handelt bleibt offen, da keines der Kraftwerke, die aktuell am Netz sind vollständig vom Netz gegangen ist.  Die Häufung der Erhöhungen auf dem Gebiet von Baden-Württemberg deuten allerdings darauf hin, dass es sich um Phillippsburg 2 handeln könnte (vergl. Seite der IAEA).

Der auffälligste Redispatch betraf das Kraftwerk Heilbronn, welches über den gesamten Tag des 09.04.2014 die Wirkleistungseinspeisung um 426 MW im Mittel (Maximum 700 MW) erhöhen musste. Angewiesen hatte diese Maßnahme die Tennet TSO wegen eines Engpasses in der Netzregion zu 50 Hertz.

Stromerzeugung aus Windkraft am 09.04.2014

Stromerzeugung aus Windkraft am 09.04.2014

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Markt: Wer bei Kapazitäten zur Stromversorgung an fossile Kraftwerke denkt sollte weiter lesen… http://blog.stromhaltig.de/2014/04/markt-wer-bei-kapazitaeten-zur-stromversorgung-an-fossile-kraftwerke-denkt-sollte-weiter-lesen/ http://blog.stromhaltig.de/2014/04/markt-wer-bei-kapazitaeten-zur-stromversorgung-an-fossile-kraftwerke-denkt-sollte-weiter-lesen/#comments Wed, 16 Apr 2014 07:37:24 +0000 http://blog.stromhaltig.de/?p=5527 Staatskraftwerk, Infrastrukturumlage, Verrechnung systemrelevatner Kraftwerke.  Egal wie man das Kind auch nennt, noch in diesem Jahr wird nach Ansicht von Branchen-Experten eine weitere Komponente ihren Weg auf die Stromrechnung finden. Irgend eine Art von Kapazitätsmarkt… Irgend ein Mittel um den Stromkunden wie ein Steuerzahler zu behandeln, denn man kann ja nicht ohne Strom leben.  

Fremdbestimmt wird erklärt, was teuer – aber notwendig ist, ohne den Verbraucher damit ins Boot zu holen. Preisanstieg beim EEG gestoppt – Zeit eine neue Geldschöpfung für Fehlinvestitionen aus der Vergangenheit zu finden. Nicht den Fehler korrigieren, sondern vergolden. Der Stromkunde hilft…

Ein Kapazitätsmarkt bedeutet, dass der Eigentümer einer Kapazität dafür Geld bekommt, auch wenn er keine Leistung erbringt. Ein Kapazitätsmarkt bei Taxis würde zum Beispiel bedeuten, dass der Taxifahrer auch dann Geld verlangen darf, wenn er überhaupt keinen Fahrauftrag hat. Ein Bäcker auch dann Geld bekommt, wenn er keine Brötchen backt. Eine Fluggesellschaft auch dann Geld bekommt, wenn sie keinen einzigen Passagier transportiert.

Beim Strom haben wir heute einen reinen Leistungsmarkt. Bezahlt wird, was der Kunde auch abnimmt. Dieses Modell funktioniert recht gut, solange man zu jedem Zeitpunkt die gewünschte Menge der Ware Strom bestimmen und bedienen kann, die ein Kunde haben möchte. Kommt es allerdings zu einem Zeitpunkt dazu, dass alle Kunden gleichzeitig backen wollen, ihre Wäsche waschen oder im schwäbischen Spaichingen ein Schwimmbad mit Tauchsiedern beheizt wird [Anmerkung: Kleiner Insider], dann reicht vielleicht die Kapazität nicht aus und der Preis muss zwangsläufig steigen, bis auch die letzte Reserve abgegriffen ist.

Mut zum teuren Spotpreis

Dem Endkunden kann es eigentlich egal sein, da er trotz gesetzlicher Verpflichtung zu variablen Stromtarifen, noch immer den gleichen Preis zahlen muss. Ein Preis, der eine Mischkalkulation ist, wie bei einer Versicherung. Manchmal ist der Bezugspreis hoch – manchmal niedrig. Mit Nichten ist es so, dass der Kunde im Moment Geld bekommt, wenn der Börsenpreis in den negativen Bereich dreht (was übrigens deutlich seltener als noch vor einem Jahr passiert). Der Endkundenpreis ist träge wie eine Fußbodenheizung beim Kälteeinbruch.

Erstaunlich ist, wie wenig Energieökonomen ihreren eigenen Modellen vertrauen, denn was passiert tatsächlich, wenn der Preis kurzfristig in utopische Höhe klettern würde? Die Situation eintritt, dass man ein Königreich für ein Schluck Wasser in der Wüste zahlt (wenn ich mich recht entsinne nennt man ein solches Angebot dann Wucher). Kurzfristige Wucherpreise am Spotmarkt. Zum Beispiel 1.000€ die MWh anstelle der sonst üblichen 35€ die MWh – lassen wir eine solche Knappheit für 10 Stunden jedes Jahr auftreten, so ändert dies den Durchschnittspreis von 35€ je MWh gerade einmal auf  36.10€. Eine Schwankung im Preis, die am Spotmarkt so gar Intraday vorkommt. Was passiert aber noch, wenn es einen solchen Wucherpreis gibt? Es entsteht das Sylvesterkracher-Phänomen.

Spricht sich rum, dass es – wenn auch nur wenige Stunden im Jahr – einen Zeitpunkt gibt, bei dem man für 1.000€ die MWh Strom verkaufen kann, dann werden auch Erzeugungsanlagen am Leben gehalten, von denen man sonst wenig spricht. Notstromaggregate erhalten die Möglichkeit der Netzeinspeisung, Mini-BHKWs schießen wie Pilze aus dem Boden. Im ersten Jahr – beim ersten Abruf freut sich noch einer. Doch bereits im zweiten Jahr hat er Konkurrenz, da auch andere merken, dass sich dies lohnt. Der Effekt: Der Spitzenpreis geht wieder zurück.

Fremdbestimmung des Risikos

Bei einer Infrastrukturumlage – oder jeder anderen Form von Kapazitätsmechanismus, der nicht über den Preis geregelt ist – wird lediglich das Risiko des Stromversorgers gemindert. Ein Risiko, welches auch durch andere Mechanismen beherrschbar wird, wie eine Optimierung des Stromhandels, langfristige Lieferverträge oder schlicht intelligentes Management. 

Die Hand auf gesicherter Erzeugung zu haben, hat ihren Preis, doch zeigen bereits alle seriösen Ökostromanbieter, dass dies möglich ist. Schon lange sind diese Anbieter auch bei den günstigeren Tarifen zu finden.

Im Sinne des Verbrauchers ist es, wenn man den Markt einmal anderes herum denkt.

Fossile Kraftwerke bleiben im Leistungsmarkt

In einem Leistungsmarkt, wie er bislang definiert wird, dreht sich alles darum möglichst günstig anbieten zu können. Jeden Cent, der unter dem teuersten gerade am Markt befindlichen Erzeuger liegt, ist reiner Gewinn. Abgerechnet wird Leistung – mit und ohne Leidenschaft. Für die Verstromung von Kohle und Uran hat sich dieses Modell bewert, einen Grund davon abzuweichen ist eine Nebelkerze. So rentiert sich heute das alte Stadtwerks-Kraftwerk genauso wie der Mega-Braunkohleblock.

Beim Leistungsmarkt wird für marktgerechte, bedarfsorientierte Leistung bezahlt. Nicht für das Rumstehen eines Taxis, das Vorhandensein einer Bäckerei, oder eines Flugzeugs. Nur unter Leitungszwang werden Flexibilitätsoptionen bei thermischen Kraftwerken umgesetzt. Nur unter Leistungsdruck keimt Innovation auch bei dieser Kraftwerkssparte.

Der Vorteil dieser Kraftwerkssparte genutzt zur Leistung aus Leidenschaft.

Sonnenstrom und Windstrom kommt in den Kapazitätsmarkt

Die verfügbare Leistung für Storm aus Wind und Sonne schwangt. Solange wir noch deutlich hinter den Ausbauzielen zurück liegen, reichen die Kapazitäten nicht aus, um eine Vollversorgung unter jeder Bedingung zu ermöglichen. Dennoch verursachen diese Anlagen auch dann Kosten für Abschreibung und Betrieb, wenn gerade kein Strom erzeugt werden kann. Ein schwankende Leistung, die nicht kompatibel ist zum Gesetzt der fossilen Kraftwerke.

Um, wie am 14.04.2014, die Bevölkerung über mehr als 22 Stunden vollständig mit Strom aus Sonne und Windkraft zu versorgen, muss eine Lösung gefunden werden, die es dem Betreiber erlaubt “normal” wirtschaftlich zu handeln. Der Homo Ökonomikus kann nur agieren, wenn Einfluss auf die Parameter nehmen kann. Das Wetter können wir (zum Glück) noch nicht manipulieren.

Zwei Marktformen – Ein Hybridmarkt

Bei einem Hybridmarkt existieren beide Marktformen parallel. Nicht staatlich reguliert, wie bei einer Infrastrukturumlage und auch nicht verdeckt, wie beim Marktmodell von EWS, Naturstrom AG und Greenpeace Energy eG.  Leistungs- und Kapazitätsmarkt werden bis zum Verbraucher durchgeschleift. Nicht zur weiteren Belastung des Strompreises, sondern für mehr Selbstbestimmung.

Der Verbrauch soll entscheiden – individuell und nach eigenem Chancen und Risikoempfinden. Micro-Beteilung an Kapazitäten, wie sie durch die Kapazitätskarte möglich wird, bei parallelem Bezug von Mindermengen über den Leistungsmarkt.

Stromversorger als Berater und Manager für den Kunden.

]]> http://blog.stromhaltig.de/2014/04/markt-wer-bei-kapazitaeten-zur-stromversorgung-an-fossile-kraftwerke-denkt-sollte-weiter-lesen/feed/ 3 Wir sind dabei: 25% Solar sind drin http://blog.stromhaltig.de/2014/04/wir-sind-dabei-25-solar-sind-drin/ http://blog.stromhaltig.de/2014/04/wir-sind-dabei-25-solar-sind-drin/#comments Tue, 15 Apr 2014 16:51:27 +0000 http://blog.stromhaltig.de/?p=5523

Lediglich ein Problem muss das zukünftige EEG lösen: Investitionen in eine dezentrale Stromerzeugung in der breiten Fläche zu ermöglichen. Nichts mit Börsenhandel, nichts mit Ausnahmen. Einfach und direkt.

strom_lokal_und_kommunalblog.stromhaltig beteiligt sich bei der 25% Initiative des Grünstromwerk. Es ist eine der Säulen zu >25% lokal und kommunal.

Mindestens 25% Solarstrom im deutschen Strommix sind notwendig, wenn wir eine 100% saubere, erneuerbare Energieversorgung wollen. Der Ausbau der Solarenergie in Deutschland ist eine entscheidende Säule für eine nachhaltige, dezentrale Energieversorgung.

DIE ENERGIEWENDE AM WENDEPUNKT.

Doch die Regierung zweifelt und bremst. Sie sieht aktuelle Umbrüche in Energiekonzernen und im Strommarkt als Risiko, nicht als Chance. Sie privilegiert die stromverbrauchende Industrie und ruft dann nach EEG-Kostenbremsen. Sie schlägt Haken, ändert Gesetze im Jahrestakt. Damit zerstört sie vieles, was mittelständische Unternehmen und Bürger in den letzten Jahren für die Energiewende aufgebaut haben. Zu Gunsten der großen Energiekonzerne.

Dabei versteckt sich die Regierung hinter Argumenten wie steigenden Kosten, fehlenden Konzepten zur Systemintegration, stockendem Netzausbau, fehlenden Speichertechnologien und nochmal Kosten, Kosten, Kosten… In der öffentlichen Wahrnehmung scheint die Energiewende nur noch aus unlösbaren Problemen zu bestehen.

25% SIND DRIN. JETZT, HIER UND HEUTE.

Gemeinsam zeigen wir: 25% PV im Strommix sind möglich. Und zwar schon heute. Unsere Partner beziehen bereits heute ein Viertel ihres Stroms aus deutschen Solarkraftwerken. Direkt vom Produzenten. Und zwar ohne EEG-Förderung oder sonstige Subventionen in Anspruch zu nehmen. Vollständig entgelt-, umlage- und steuerbehaftet und dennoch zu marktüblichen Konditionen. Denn die Produktion von Solarstrom aus neuen Anlagen ist heute schon eine der günstigsten Erzeugungsformen in Deutschland.

WIR GEHEN SCHON MAL VOR.

Gemeinsam zeigen wir auch: es gibt Lösungen und Wege, Solarstrom zu marktfähigen Konditionen in den Strommix zu integrieren. Die PV-Branche ist bereit, neue Vermarktungswege aufzubauen und sich schrittweise von der starren Vergütungsförderung zu lösen. Aber Anpassungen benötigen Zeit. Sie müssen mit Sinn und Verstand erfolgen. Und das Ziel muss stimmen: sinnvoller Ausbau der Erneuerbaren unter Berücksichtigung vorhandener Marktstrukturen statt plötzliches Abwürgen des Marktes. Dezentrale und regionale Energieversorgung statt zentraler Konzernstrukturen. 25% PV für 100% erneuerbar.

(Text: Grünstromwerk / Redaktion)

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Stromrechnung entschlüsseln… http://blog.stromhaltig.de/2014/04/stromrechnung-entschluesseln/ http://blog.stromhaltig.de/2014/04/stromrechnung-entschluesseln/#comments Mon, 14 Apr 2014 22:04:15 +0000 http://blog.stromhaltig.de/?p=5517 Eigentlich ist es nur ein Betrag, der im Monatstakt auf dem Konto vom Stromversorger abgebucht wird. Ein Betrag, hinter dem sich jedoch eine der größten Umlagen und Verteilungen ergeben. Geschätzte vier Milliarden Euro werden von den Konten der privaten Stromkunden pro Monat eingesammelt und einem neuen Verwendungszweck zugeführt. Dank Mehrwertsteuer und Konzessionsabgabe trägt der Stromverbrauch beim Lesen dieses Beitrages vielleicht irgend wann einmal zur Sanierung der örtlichen Schulung bei. Große Beträge gehen aber in andere Kanäle und “sponsoren” andere Leistungen.

In einer Kooperation mit dem Energieblog NiedersachsenProteus Solutions und blog.stromhaltig ist ein Rechner entstanden, der die Bestandteile der Stromrechnung in ihre Einzelteile zerlegt.

Analyse der Bestandteile Ihrer Stromrechnung

Analyse der Bestandteile Ihrer Stromrechnung

Nach Eingabe einiger Basisdaten wie Jahresverbrauch, Arbeitspreis und Grundgebühr wird gezeigt, welchen Betrag jährlich auf die verschiedenen Kostenbestandteile anfällt. Wird zusätzlich die Postleitzahl eingegeben, so erhalten Sie für den größten Posten “Erzeugung, Vertrieb und Netze” eine Darstellung des Strommix-Navigators.  Es kann abgelesen werden, in welcher Höhe die Versorgung mit Steinkohle bezahlt wird, oder in welcher Höhe die Windkraft finanziert wird.

Das Sponsoring der fossilen Stromerzeugung ist dabei unabhängig von ihrem gewählten Stromtarif, denn dieser garantiert lediglich, dass irgendwo in Deutschland dieser Mix für Sie eingespeist wird. Tatsächlich setzt sich der Strommix in der Steckdose allerdings aus der Verfügbarkeit von Anlagen in Ihrer Umgebung zusammen. Auch für diesen Mix fließt Geld von Ihnen zu den Kraftwerksbetreibern. Die geschieht meist durch den Einkauf von Strommengen an der Strombörse, denn dort wird nicht mehr zwischen der Herkunft unterschieden. Abweichungen zwischen angenommenem Verbrauch und tatsächlichem Verbrauch werden generell durch Börsenstrom und somit Graustrom realisiert.

Spielen Sie etwas mit den Werten – schauen Sie, wie die Beträge im Strommix am anderen Ende der Republik aussehen. Viele politische Äußerungen bekommen so ein etwas anderes Gesicht.

Zum Rechner für die Bestandteile Ihrer Stromrechnung.

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Neu im Labor: Hybridmarktmodell http://blog.stromhaltig.de/2014/04/neu-im-labor-hybridmarktmodell/ http://blog.stromhaltig.de/2014/04/neu-im-labor-hybridmarktmodell/#comments Sun, 13 Apr 2014 23:12:12 +0000 http://blog.stromhaltig.de/?p=5513 Der Modell von blog.stromhaltig für eine Mischung aus Kapazitätsmarkt und Leistungsmarkt für private Stromkunden wurde in die Lab-Umgebung aufgenommen.

Direkter Link zum Lab:
http://lab.stromhaltig.de/hybridmarkt/start

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Mit Strom vor Ort gewinnen… http://blog.stromhaltig.de/2014/04/mit-strom-vor-ort-gewinnen/ http://blog.stromhaltig.de/2014/04/mit-strom-vor-ort-gewinnen/#comments Sun, 13 Apr 2014 15:46:10 +0000 http://blog.stromhaltig.de/?p=5507 Die Mehrheit der Deutschen ist für eine Beschleunigung der Energiewende, meldete das ZDF Politbarometer in der vergangenen Woche. Bei der Umsetzung des Volkeswunsches sollte allerdings darauf geachtet werden, dass Standortnachteile von Großkraftwerken entschärft und nicht zementiert werden. Keine Monokultur, sondern ein nachhaltiger Mix, dann klappt es in jedem Ort mit Strom zu gewinnen.

Denn die “Energiewende” ist in aller Munde, die dezentrale Energieerzeugung nur ansatzweise ausgeschöpft. Von den Problemen der Stromtrassen ganz zu schweigen. Der Vortrag von Thorsten Zoerner aus Mauer will das Ziel “25 % Eigenerzeugung” veranschaulichen. Er findet am Montag, den 14. April 2014 um 19.30 Uhr im Hotel “Bär” in Sinsheim statt, er wird moderiert von Krystyna Grendus. (Quelle: Andreas Riederer bei Sinsheim-lokal)

Kennen Sie die Flautenacht? Es ist dieses ominöse Schreckgespenst, dass gerne durch Talksshows getrieben wird. Letztmalig bei Maybrit Illner am vergangenen Donnerstag, als Karl Tack, Mitglied des Bundesvorstand “DIE FAMILIENUNTERNEHMER”, eigentlich über die Kosten der Energiewende in Deutschland sprechen wollte.  Wenn Wind und Sonne nicht als Energieträger verfügbar sind, dann macht es zumindest aktuell nicht den Strom teuer, sondern Biomasse/Laufwasser und andere Erzeuger glücklich.

Hochrechnung Stromerzeugung und Verbrauch für Sinsheim

Hochrechnung Stromerzeugung und Verbrauch für Sinsheim

Das Tor zum Kraichgau wird die Stadt Sinsheim genannt. Im ortsansässigen Technikmuseum kann man ein Urgestein der Windkraft bestaunen: Ein Flügel von Growian (s.h. Wikipedia). Fährt man auf die Autobahn gen Osten, so kommt man nach etwa 15 Minuten an der Quelle von mehr als der Hälfte des Stromes der Stadt vorbei (im Jahresschnitt). Das Kraftwerk Heilbronn-Neckarsulm,  welches durch die EnBW Erneuerbare und Konventionelle Erzeugung AG (EZG) betrieben wird und mit Sicherheit ein Großkraftwerk genannt werden darf. Hier wird Steinkohle verfeuert, die über Bahn und Neckar dem Kraftwerk zugeführt werden. Etwa 90 Kilogramm werden pro Sekunde benötigt, damit das Feuer nicht ausgeht. In Sinsheim bekommt man davon nur wenig mit, dabei spielt die Stadt eine wichtige Rolle im Energiekonzept der Metropolregion Rhein-Neckar.

Über die Republik verteilt große Kraftwerke. Das war das Energiekonzept der 1970er und 1980er Jahre. Ein Konzept, welches nicht mehr in die heutige Zeit passt. Der Strommarkt ist liberalisiert, der Kunde kann seinen Versorger wählen. Der Handel – und damit die Marktwirtschaft – hat auch in das Stromnetz Einzug gehalten. Handel, der bereits heute nicht nachkommt, wenn es darum geht Geschehnisse abzubilden, die mit Lichtgeschwindigkeit passieren, aber im 15 Minutentakt gehandelt werden. Die Beschleunigung der Geldflüsse, parallel zum Stromfluss, stoßen an ihre Grenzen. Ein Marktversagen, welches fast täglich zu Zeiten mit Überproduktion führt, die letztendlich der Verbraucher zahlen muss. Schon längst sind die Folgekosten aus der zentralen Massenerzeugung von elektrischer Energie höher, als die Kosten für die “Flautenacht”. Wer an Marktwirtschaft glaubt, dem ist klar, dass die Flautenacht kein Problem ist. Wer Strom zu Zeiten braucht, bei denen tatsächlich zu geringe Kapazitäten existieren, der kann auch dafür zahlen. In der übrigen Zeit, darf der Familienunternehmer, wie jeder andere Stromverbraucher, von den Vorzügen des günstigen Stroms profitieren.

strom_lokal_und_kommunalBeim heutigen Engpassmanagement (vergl. weitere Beiträge zu Redispatch) werden Standortnachteile großer Kraftwerke durch Umverteilung ausgeglichen. Umverteilt wird, was der Börsenstromhandel vorher geordnet hat. Umverteilen, bedeutet dass der Stromkunde für beide Erzeugungsstandorte zahlt. Umverteilen bedeutet die Verallgemeinerung von Kosten, die durch lokale Engpässe entstanden sind. Gewinnen vor Ort, bedeutet hier die lokale Erzeugung so auszubauen, dass die Notwendigkeit von Umverteilungen entfällt. Kann sichergestellt werden, dass 25% des Strom aus lokaler Erzeugung in ganz Deutschland aus lokaler Erzeugung stammt, dann gehen auch die Anzahl der kostenintensiven Eingriffe in den Handel zurück.

Denkt man vom Verbraucher aus, so benötigt es ein Konzept, welches sowohl den Aufbau von Kapazitäten trägt, als auch die zeitliche Verteilung des Leistungsbezugs. Der Hybridmarkt, welcher eine Mikrobeteiligung an Erzeugungsanlagen ermöglicht, gleichzeitig aber auch ein Modell für die “Flautenacht” bringt, klingt hier vielversprechend.

In Sinsheim werden wir am Montag darüber sprechen.

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Online Test: Sind Sie ein Gewinner der Stromwende? http://blog.stromhaltig.de/2014/04/online-test-sind-sie-ein-gewinner-der-stromwende/ http://blog.stromhaltig.de/2014/04/online-test-sind-sie-ein-gewinner-der-stromwende/#comments Fri, 11 Apr 2014 22:56:54 +0000 http://blog.stromhaltig.de/?p=5504 ]]> http://blog.stromhaltig.de/2014/04/online-test-sind-sie-ein-gewinner-der-stromwende/feed/ 0