blog.stromhaltig https://blog.stromhaltig.de Damit der Strom der aus der Steckdose kommt ein bisschen nachhaltiger ist. Fri, 27 Feb 2015 23:57:35 +0000 de-DE hourly 1 http://wordpress.org/?v=3.8.5 Frankreich: Strom ist nichts wert – und Energie ist kostbar https://blog.stromhaltig.de/2015/02/frankreich-strom-ist-nichts-wert-und-energie-ist-kostbar/ https://blog.stromhaltig.de/2015/02/frankreich-strom-ist-nichts-wert-und-energie-ist-kostbar/#comments Fri, 27 Feb 2015 23:57:35 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=7811 Eine Woche in Frankreich liegt hinter mir, bei der die Gelegenheit bestand ganz normale Bürger über das Thema Energie und Strom zu interviewen. Nicht wissenschaftlich und repräsentativ – sondern unvorbereitet und spontane Gespräche, die wahrscheinlich ehrlicher und offener sind, als alle Meinungsumfragen je sein können.

In Deutschland können wir stolz sein,  lautet mein erstes Fazit, denn ich will nicht tauschen. Der Versuch einer Aufbereitung von sehr vielen Eindrücken.

Es ist uns allen bekannt, dass Frankreich eine große Atomnation ist. Strom und dessen Erzeugung ist den Bürgern so fern, wie dem Deutschen der Zusammenhang zwischen Burger und Rind.  Eine auf den König ausgerichtete zentralistische Weltanschauung schreibt vor, dass ein Konzept wie eine Bürgerenergiewende eigentlich nicht existieren kann. Protest hat eine Richtung: Nach Paris, die Leiter nach oben. Die Energiepolitik macht hier keine Ausnahme.

Strom kommt in Frankreich aus der Steckdose, obwohl es mittlerweile auch ein Bewusstsein über so etwas wie Einspeisetarife gibt (vergleichbar mit EEG). Preislich zahlt der private Kleinverbraucher deutlich weniger, als in Deutschland. Energiesparen wird nicht mit Stromsparen in Verbindung gebracht.

Das Hotel, indem ich übernachte, hat wurde früher von einem Fernwärmesystem beheizt. Heute übernehmen die Klimaanlagen in den Hotelzimmern diese Funktion, da der Strom zu günstig ist. Einer meiner Gesprächspartner sagt mir, dass dies auch für die Umwelt besser ist, das Wärmekraftwerk habe zuviel CO2 verursacht.

Ein Parisien, der mittlerweile in London lebt, erklärt mir mit Blick auf Deutschland, dass man in Frankreich alles richtig gemacht habe. CO2 ist die einzige Sorge, die man habe und Kernkraftwerke haben keine CO2 Emission.  In Deutschland sieht man ja, passiert wenn man auf Kohlekraftwerke setzt.

Tatsächlich vermarktet sich die Energiepolitik in Deutschland sehr schlecht. Das Zitat aus dem Titel stammt von einem anderen Gesprächspartner, der mir über die soziale Dimension der Energiearmut einige Punkte sagt. Die Schattenseite der französischen Energiepolitik ist, dass ganze Gruppen der Gesellschaft plötzlich in ein Problem gedrängt werden. Mit dem Strompreis habe dies zwar nichts zu tun…

Gerade in den ärmeren Vierteln am Rande der Ile De France sieht man, wozu eine fehlende Vollkostenrechnung bei >70% Atomstrom führen. Kommen neue Kostenbestandteile bei der Energieversorgung hinzu, gehen hier die Lichter aus. Mir werden im Internet Archiv einer Zeitung gezeigt, wie Überhitzung für viele lebensbedrohlich wurde.

Unisono bekomme ich die Story aufgetischt, dass jeder (meiner Gesprächspartner) bereits Verantwortung für die Personen übernimmt, die unter Energiearmut leiden. Als einige Kernkraftwerke im letzten Sommer in Revision gingen, gab es einen Aufruf die Klimaanlagen der Bürogebäude am Tage abzuschalten. Kernkraftwerke hätten schließlich eine durchgehende Erzeugungsmenge von Strom und am Tage wird für Computer und Produktion mehr Strom als in der Nacht verbraucht. Mit etwas Reue erinnere ich mich daran, dass ich meine grüne Bahncard letzten Sommer im Hotelzimmer gelassen hatte, damit die Klimaanlage weiter läuft.

Der Netzbetreiber ETF ist aus diesem Aufruf als (gefühlter) Held heraus gegangen, da er den Aufruf (scheinbar) veranlasst hatte. Eigenartig, in Deutschland denkt man so etwas wie Lastverschiebung würde nicht funktionieren, der Stromkunde kann nicht animiert werden. In Frankreich gibt zwar kein Demand-Responds, wohl aber ein ausgeprägtes Verständnis, dass Atomkraftwerke sehr unflexibel sind – und der Bürger mithelfen muss, wenn man weiter (wertlosen) Strom haben will.

Mit 320km/h geht es von Gar Est zurück nach Deutschland. In gerade einmal 1,5 Stunden überqueren wir die Netzentkopplungsstelle zwischen Forbach und Saarbrücken. An diesem Punkt werden die Bahnstromnetze voneinander getrennt, was für den Bahnfahrer lediglich daran erkennbar ist, dass der Strom auf den Steckdosen des Zuges kurz ausfällt. Ab jetzt  wird wieder mit Ökostrom gefahren….

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“Am 28. 2, 24.00 Uhr, is over” – mit Einreichungen zum Strommarkt der Bürgerenergiewende. #GrünbuchExpress https://blog.stromhaltig.de/2015/02/am-28-2-24-00-uhr-is-over-mit-einreichungen-zum-strommarkt-der-buergerenergiewende-gruenbuchexpress/ https://blog.stromhaltig.de/2015/02/am-28-2-24-00-uhr-is-over-mit-einreichungen-zum-strommarkt-der-buergerenergiewende-gruenbuchexpress/#comments Thu, 26 Feb 2015 23:38:59 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=7797 isch_overIn wenigen Stunden endet die Einreichungsfrist zum Grünbuch “Strommarkt der Energiewende”, bei dem die Wertschöpfung aber auch die Wertschätzung der Energiewende neu definiert wird. Mittlerweile sind über 200 Einreichungen von Verbänden, Lobbygruppen, Gewerkschaften, Stromerzeugern und vielen anderen Organisationen eingegangen, nur von Bürgern findet man recht wenige Wortmeldungen.

Ist ihnen egal, wie das Geld durch die Steckdose fließt? Stromkunden stellen die größte Gruppe der Marktteilnehmer; artikulieren ihre Interessen aber am wenigsten…

GrünbuchExpress

In nur 15 Minuten können die Leser dieses Blogs  Konsultationsteilnehmer des zukünftigen Strommarktes werden. Eine einfache Word Vorlage “Grünbuch Express” oder Google Docs Vorlage erlaubt die eigene Einstellung zu den Themen des Strommarktes einzureichen. Es müssen nicht alle Felder ausgefüllt werden, sondern eine authentische Stimmabgabe erfolgen.

Bitte nicht vergessen, dass Dokument am Ende an die angegebene Email des BMWi zu senden.

Einsendeschluss: 28.02.2015 24:00 Uhr! 

Persönliche Anmerkung

tz_200Man darf mit Recht fragen, warum die Idee mit dem Dokument in letzter Minute erst kommt. Die Idee kam nach dem Lesen des Beitrages bei Metropolsolar, dort wird kurz der Inhalt des Grünbuches zusammengefasst und zur Einreichung aufgerufen. Mit der Erfahrung der Einreichung zum Hybridstrommarkt, welcher ein vollständiges Marktdesign ist, ist mir beim Lesen des Aufrufs aufgefallen, dass es extrem schwierig ist, strukturierte Eingaben aus dem Nichts zu machen.

In der Soziologie fragt man gerne den sogenannten Einstellungen zu bestimmten Aussagen. Dieses Werkzeug verbunden mit einer sogenannten Likert-Skala können auch als Stellungnahme gewertet und in einer Konsultation berücksichtigt werden.

Es würde mich freuen, wenn aus den 200 Einreichungen 2000 Einreichungen werden!

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Es würde mich freuen, wenn einige Beschreibungsversuche eingehen würden. Von einem Leser ist mir bekannt, dass er eine schöne Zeichnung auf Papier angefertigt hatte – vielleicht ist dies der Königsweg?

Die kürzeste  - aber wenig ansprechende – Beschreibung, die mir bislang eingefallen ist lautet:

“Der Hybridstrommarkt ist klassischer Strombezug (KWh) kombiniert mit zeitsynchroner Verrechnung der Erzeugung aus gemieteten Anlagen.” (jetzt twittern)

Das geht mit Sicherheit besser! Daher hier als Kommentar im Blog oder auf Twitter bis Samstag 28.02.2015 einen Gegenvorschlag machen. Gerne dürfen Zeichnungen, Diagramme, Videos (?) mit verlinkt werden!

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EPEXSpot: Beibehaltung einer Preiszone 100 Millionen Euro günstiger https://blog.stromhaltig.de/2015/02/epexspot-beibehaltung-einer-preiszone-100-millionen-euro-guenstiger/ https://blog.stromhaltig.de/2015/02/epexspot-beibehaltung-einer-preiszone-100-millionen-euro-guenstiger/#comments Tue, 24 Feb 2015 12:24:19 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=7786 Eine der Entscheidungen/Ideen im Grünbuch zum Strommarktdesign der Energiewende, ist die Aufsplittung von Deutschland in zwei Preiszonen. In einer Studie hat die EEX und EPEXSpot die Kosteneiner Nord/Süd Aufsplittung für die Verbraucher berechnet und kam auf 100 Millionen Euro pro Jahr (Pressemitteilung). Damit würden die zusätzlichen Kosten der Letztverbraucher bei einer kombinierten Einführung eines dezentralen Leistungsmarktes bei jährlich 240€ je Haushalt summiert. Nicht enthalten sind die Kosten für die Prozesskosten bei der Aufsplittung oder der Implementierung des Marktdesigns.

Die Studie vergleicht die wirtschaftlichen Kosten und den Nutzen einer Aufteilung des deutsch-österreichischen Strommarkts in zwei Gebotszonen. Hierbei wird ein Zielkonflikt sichtbar: Wird die Gebotszone aufgeteilt, können Kosten für eine Veränderung der gemeldeten Kraftwerksfahrpläne – den sogenannten Redispatch – in einigen Fällen gesenkt werden. Gleichzeitig entstehen laufend wirtschaftliche Verluste durch Ungewissheiten bei der Bestimmung der gesamten Übertragungskapazität zwischen den kleineren Zonen. Indem sie diese beiden Kostenfaktoren gegeneinander aufwiegt, zeigt die Studie, dass eine Aufteilung der deutsch-österreichischen Gebotszone die Gesamtkosten für die Stromversorgung um bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr steigen lassen würde. Darüber hinaus würden durch eine rückgängige Liquidität sowie höhere Transaktionskosten weitere Ineffizienzen entstehen.

„Die Ergebnisse unserer Analyse warnen deutlich vor einer Aufteilung großer, liquider Gebotszonen. Dies gilt insbesondere für den bereits integrierten und bewährten deutsch-österreichischen Strommarkt, der durch seine hohe Liquidität den Referenzpreis für Europa setzt“, sagt Dr. Christoph Maurer, Geschäftsführer von Consentec. „Statt der Aufteilung von Gebotszonen sollten Märkte weiter integriert werden. Dafür ist der Netzausbau die einzige gangbare Lösung.“

Beim Design des Hybridstrommarktes ist von einer weiteren Vergrößerung der Preis/Angebotszonen im europäischen Kontext ausgegangen worden, auch wenn dies nur eine rechnerische Anpassung auf Basis einer Preiskopplung von Regionen ist (vergl. Buch – Seite 18 – “Europäische Integration” ).

In der Vergangenheit hatte blog.stromhaltig wiederholt die Entwicklung der Redispatches in Deutschland untersucht. Erkennbar ist auf dem 30 Tage Rückblick  ein deutliche Dispatch-Richtung von Ost nach West. Hierfür entstehen bereits heute Kosten, ohne dass es Konzepte gibt, diese Netzeingriffe zukünftig zu verhindern. Käme es zu einer Aufsplittung in Nord/Süd, so kann man sich leicht ausrechnen, wie die Häufigkeit der Redispatches verdoppelt wird.

Ebenfalls wurden in den vergangenen Jahren ein vermehrtes Aufkommen von grenzüberschreitenden Redispatches beobachtet, erfolgen diese in unterschiedlichen Preiszonen, so bleibt der Grundsatz der wirtschaftlichen Neutralität dieser Eingriffe nicht gewahrt.

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[Presse] Schlichtungsstelle Energie startet neuen Online-Service https://blog.stromhaltig.de/2015/02/presse-schlichtungsstelle-energie-startet-neuen-online-schlichtungsstelle-energie-startet-neuen-online-startet-neuen-online-service/ https://blog.stromhaltig.de/2015/02/presse-schlichtungsstelle-energie-startet-neuen-online-schlichtungsstelle-energie-startet-neuen-online-startet-neuen-online-service/#comments Tue, 24 Feb 2015 12:03:56 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=7783 Die Schlichtungsstelle Energie hatte blog.stromhaltig bereits in der Vergangenheit benötigt, als es zu Problemen mit der Stromrechnung kam.

Warum die Übernahme einer Pressemitteilung hier im Blog?

Bei der Schlichtungsstelle Energie kümmert man sich nicht nur um den Stromkunden, der sonst in der Branche gerne zum Zählpunkt reduziert wird, der Kunde ist sogar Geschäftsführer :) (hatte ich bislang übersehen).

Schlichtungsstelle Energie startet neuen Online Schlichtungsstelle Energie startet neuen Online startet neuen Online-Service

Verbessertes Service- und Informationsangebot für Verbraucher und Unternehmen – 85% aller Schlichtungsverfahren werden einvernehmlich gelöst

Berlin, 24. Februar 2015 – Die Schlichtungsstelle Energie ist seit dem 1. November 2011 tätig und hat sich zu einer bei Verbrauchern und Energieversorgungsunternehmen anerkannten Institution entwickelt. Sie erhält im Durchschnitt rund 10.000 Anträge pro Jahr.

„2014 konnten wir rund 85 Prozent aller Schlichtungsverfahren einvernehmlich lösen, also die Streitigkeit zur Zufriedenheit aller Beteiligten beenden. Dies ist ein herausragendes Ergebnis und zeigt, dass das Schlichtungsverfahren bei Verbrauchern und Unternehmen als Instrument einer außergerichtlichen Verständigung angekommen ist“, sagte Thomas Kunde, Geschäftsführer der Schlichtungsstelle Energie.

Aktuell hat die Schlichtungsstelle Energie ihren Internetauftritt neu gestaltet. Zentrale Kernpunkte der Überarbeitung der Website sind ein neues Antragsformular sowie ein verbessertes Informationsangebot für Verbraucher und Unternehmen rund um das Thema Energieschlichtung. Verbraucher werden zukünftig durch den Schlichtungsantrag geführt und erhalten bereits bei der Antragstellung alle wesentlichen Informationen über den Antrag selbst und das Schlichtungsverfahren. Auf der Startseite ist ein Erklärfilm über die Schlichtungsstelle zu finden, der das Schlichtungsverfahren auf einfache und verständliche Weise erläutert. Ausgewählte Serviceartikel informieren über für die Schlichtung relevanten Themen:

https://www.schlichtungsstelle-energie.de/

„In der Praxis stellen wir immer wieder fest, dass vielen Verbrauchern, aber auch Unternehmen, grundlegende und wichtige Informationen zu den Voraussetzungen der Schlichtung und zum Ablauf des Schlichtungsverfahrens fehlen“, so Kunde. „Unser neuer Internetauftritt soll dazu beitragen, dieses Informationsdefizit zu verringern.“

Die Schlichtung kann von privaten Verbrauchern beantragt werden, die Strom und/oder Erdgas überwiegend zu privaten Zwecken beziehen. Zuvor müssen Verbraucher jedoch ihr Anliegen beim Unternehmen (Energielieferant, Netzbetreiber oder Messstellenbetreiber) vorgetragen haben. Anschließend hat das Unternehmen vier Wochen Zeit, sich zu der Beschwerde zu äußern und/oder dieser abzuhelfen. Kann keine Einigung mit dem Unternehmen erzielt werden bzw. hat das Unternehmen innerhalb der vierwöchigen Frist nicht auf die Beschwerde reagiert, kann die Schlichtung bei der Schlichtungsstelle Energie beantragt werden. Die Antragstellung sowie das Schlichtungsverfahren sind für Verbraucher kostenfrei. Die Unternehmen sind verpflichtet, an dem Schlichtungsverfahren teilzunehmen.

Auch bei geringen Streitwerten, bei denen eine anwaltliche Vertretung vor Gericht mit unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden wäre, ist die Schlichtung ein Weg in einen lösungsorientierten und zielführenden Dialog einzutreten. Die bisherige Schlichtungstätigkeit hat gezeigt, dass die weit überwiegende Zahl der Energieversorgungsunternehmen ein gutes Beschwerdemanagement unterhält und die Schlichtungsstelle als zusätzlichen Anreiz sieht, ihr Verhältnis zu ihren Kunden stetig zu verbessern. Energieversorgungsunternehmen und Verbrauchern gelingt es so, gerichtliche Auseinandersetzungen zur vermeiden.

Zum Hintergrund

Die Schlichtungsstelle Energie ist die zentrale Stelle zur außergerichtlichen Beilegung von individuellen Streitfällen zwischen Privatverbrauchern und Energieversorgungsunternehmen, Messstellenbetreibern und Messdienstleistern. Sie arbeitet unabhängig und neutral und wurde 2011 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz anerkannt. Getragen wird sie von dem Verbraucherzentrale Bundesverband e. V., dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V., dem Verband kommunaler Unternehmen e.V. und dem Bundesverband Neue Energiewirtschaft e.V.

Verantwortlich für die Schlichtung ist der Ombudsmann.Er ist – wie ein Richter – hinsichtlich seiner Entscheidungen unabhängig und garantiert so die Objektivität und die Neutralität der Schlichtungsstelle. Der Ombudsmann betrachtet jeden Streitfall unparteiisch, wägt alle Argumente der Beteiligten ab und garantiert so ein faires Schlichtungsverfahren.

Der Schlichtungsantrag kann über das Online-Formular auf der Website der Schlichtungsstelle Energie gestellt werden. Hier können Verbraucher ihre Daten eintragen und die für den Schlichtungsantrag notwendigen Dokumente hochladen. So kann eine zügige und unkomplizierte Bearbeitung des Antrags durch die Schlichtungsstelle Energie gewährleistet werden. Auch die Antragstellung auf dem Postweg ist möglich.

Nach Eingang des Schlichtungsantrages prüft die Schlichtungsstelle, ob die Voraussetzungen für ein Schlichtungsverfahren erfüllt sind. Ist dies der Fall, werden die Verbraucher und die Energieversorgungsunternehmen über den Beginn des Schlichtungsverfahrens informiert. Die Unternehmen haben nach der Eröffnung des Verfahrens die Gelegenheit, sich innerhalb von drei Wochen mit den Verbrauchern einvernehmlich zu verständigen. Gelingt eine Einigung, ist das Schlichtungsverfahren abgeschlossen und das Ergebnis – wie ein zivilrechtlicher Vergleich – bindend. Kann keine Lösung gefunden werden, wird das Schlichtungsverfahren fortgesetzt. Die Schlichtungsstelle unterbreitet nun, unter Berücksichtigung der Stellungnahmen der Beteiligten, einen konkreten Einigungsvorschlag. Falls dieser nicht zur Einigung führt, spricht der unabhängige Ombudsmann der Schlichtungsstelle zum Abschluss des Verfahrens eine Empfehlung aus. Stimmen die Beteiligten dem Einigungsvorschlag oder der Empfehlung zu, ist das Schlichtungsverfahren abgeschlossen und das Ergebnis für alle Seiten bindend.

(Text: Schlichtungsstelle Energie e.V.)

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Am heutigen Abend durfte blog.stromhaltig auf Einladung des Pressesprechers die Räumlichkeiten besuchen. Einen Blick in den Handelsraum werfen, aber vor allem die Fragen stellen, die man nicht per Mail stellen kann. Dialog mit zum Verstehen, anstelle Thesen aufstellen, wie es an anderer Stelle in der Welt geschieht.

Die kleinste handelbare Losgröße sind 0,1 MWh (100 KWh), eine Strommenge die bereits durch einen Straßenzug erfüllt wird. Gehandelt werden in Deutschland und Frankreich Stundenkontrakte, wobei es zusätzlich in Deutschland die 15 Minuten-Blöcke gibt. Der Spotmarkt, für den der EEX Ableger EPEXSpot zuständig ist, hat die Brücke zwischen den Ländern zu schlagen. Fokussiert man in Deutschland gerne auf ein nationales Handelsproblem mit Ökostrom, so bekommt man 300km von der Landesgrenze entfernt eher ein Gespür von einer europäischen Integrationsaufgabe. Zu unterschiedlich sind die Ausgangssituationen der einzelnen Spotmärkte.

Auf einen Kaffee bei der EPEXSpot

Auf einen Kaffee bei der EPEXSpot

Einige Stunden vor dem Kaffee ging es mit Tempo 310 nach Paris. Angetrieben von 73,3% Atomstrom, aber auch 13,7% Wasserkraft (Quelle). Größer könnte der Unterschied zu Deutschland nicht sein. Sorgen hierzulande der Wind und Sonnenstrom zu einem eher ruhigen Kursverlauf, so gibt es am Spotmarkt in Frankreich hektische Ausschläge, mit oft gegenläufigem Trend zu Deutschland. Strom aus Atomkraftwerken findet man an einer Spotbörse nur selten.

Aussicht von der EPEXSpot Lounge

Aussicht von der EPEXSpot Lounge

Die Mutter der EPEXSpot, die EEX, betreibt hauptsächlich den Terminmarkt an ihrem Sitz in Leipzig. Der MDR-Turm, auch als Uni-Riese bekannt, bietet einen sehr weiten Blick, wie er für den Handel mit Futures notwendig ist. Nicht ganz soweit, dafür ebenfalls sehr beeindruckend der Blick von der obersten Etage an der EPEXSpot. Verbunden sind beide Handelsplätze übrigens mit einer ständigen Videoverbindung. Ernstfall bedeutet hier eine Abkopplung von einem Markt, oder auch eine technische Störung, wie zuletzt am 26. Oktober 2011, die zu einem Ausfall des Handelssystems führte.

Mit Hinblick auf den Hybridstrommarkt stellt sich natürlich auch die Frage, wie sich die EPEXSpot zum Strommarkt der Zukunft stellt. Wahrscheinlich wird es eine Einreichung zum Grünbuch geben, die eine Optimierung des bestehenden Energy-Only-Marktes favorisiert.

Zumindest mir war vor dem Gespräch nicht bewusst, wie wenige Händler eigentlich an der Strombörse Handel betreiben. Hinter jedem Börsengeschäft steht eine individuelle Entscheidung, welche entweder richtig – oder falsch – sein kann. Die Auswirkungen einer einzelnen Fehlprognose ist  dann kein Problem, wenn diese in der Masse von richtigen Entscheidungen untergeht. Wie auch aus der Einreichung zum Grünbuch des Übertragungsnetzbetreibers Tennet zu lesen ist, funktioniert Versorgungssicherheit, wenn von der Börse entsprechende Verknappungssignale über den Preis gesendet werden können.  Schade, wenn einige Designvorschläge zum Strommarkt eine absichtliche Empfangsstörung für Marktsignale vorsehen.

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Berlin 23.02.2015

Sehr geehrter Herr Dr. Rid,

bezugnehmend auf die von Ihrem Referat initiierte öffentliche Konsultation zum Grünbuch “Ein Strommarkt für die Energiewende” sende ich Ihnen im Anhang die subsumierende Einreichung zum Modell des Hybridstrommarktes.

Wie bereits in der Petition 1-18-09-751-007841 des Deutschen Bundestages vom 18.4.2014 vorzutragen gewesen ist, handelt es sich beim Modell des Hybridstrommarktes um eine vollständige Überarbeitung der Marktmechanismen. Mit der Veröffentlichung unter ISBN 978-3-9816443-4-0 liegen nun sämtliche für eine fundierte politische Entscheidung notwendigen Charakteristika vor.

Dank der finanziellen Unterstützung von 34 Personen und Unternehmen im Rahmen eines Crowdfundings, ist es möglich dem Projekt I C 4 – 80 14 36/2; Projekt-Nr. 02/15 des Referats I „Ein Strommarkt für die Energiewende – Analyse eines effizienten Marktdesigns..“ eine ad-hoc Zuarbeit anzubieten.

Bei der Modellierung des  Hybridstrommarktes ist umfangreiches Datenmaterial aufbereitet worden mit  denen Prozesse und Auswirkungen simuliert wurden. Relevanz haben diese Daten besonders für das Arbeitspaket 4 des genannten Projektes, da sie erhebliche Defizite hinsichtlich der Versorgungssicherheit bei der Umsetzung anderer als Kapazitätsmechanismen bezeichneter Modelle aufzeigt.

Zusätzlich zur Einreichung wird um Aufnahme in die AG1 „Versorgungssicherheit und Marktdesign” der Plattform Strommarkt des BMWi ersucht, auch wenn von dieser Gruppe keine Tätigkeit nach der Sitzung vom 13. Oktober 2014 feststellbar gewesen ist.

Mit freundlichem Gruß,

Thorsten Zoerner

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Netzengpass: Sonnenfinsternis am 20. März 2015 https://blog.stromhaltig.de/2015/02/netzengpass-sonnenfinsternis-am-20-maerz-2015/ https://blog.stromhaltig.de/2015/02/netzengpass-sonnenfinsternis-am-20-maerz-2015/#comments Fri, 20 Feb 2015 23:28:02 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=7762 Es wetzelt mal wieder die Blackout Angst. Dank Kopernikus und seinem heliozentrische Weltbild ist uns etwa ein halbes Jahrtausend bekannt, dass es ein Ereignis wie eine Sonnenfinsternis geben kann. Die Kraft der Sonne – umgewandelt durch ca. 1,5 Millionen Photovoltaikanlagen in Deutschland zu elektrischer Energie, sind der Antrieb für den wirtschaftlichen Erfolg und die post-industrielle Lebensform. Dies soll jetzt in Gefahr sein, glaubt man dem Rechercheergebnis in der Welt. Dabei fehlt das wichtigste Argument: Unverlässlicher Zappelstrom aus konventionellen Kraftwerken.

Leider ist die Plattform der Marktteilnehmer aktuell nicht mit Daten bestückt. Nach einem Re-Design kann man zumindest im Augenblick keine vollständige Liste der ungeplanten Ausfälle von Kraftwerken erkennen.  Schaut man allerdings auf die Seite der RWE, so kann man bereits 4,9% der Kohlekraftwerke finden. Auf der Treansparenzplattform werden  die Daten noch migriert.

Bis zu 30% der geplanten Kapazitäten aus Steinkohle, Gas und Atromkraftwerken waren zu manchen Zeitpunkten in den letzten 12 Monaten ohne Vorwarnung nicht verfügbar. Wie an jedem anderen Tag, so könnte auch zum Zeitpunkt der 4/5 Sonnenfinsternis am 20. März 2015 dadurch die Stromversorgung in Deutschland zum Erliegen kommen.

Die Sicherung mittels Reservekraftwerken hatte in den vergangenen Monaten auch sehr interessante Züge angenommen. Durch die zuständige Bundesnetzagentur wurden Kraftwerke zur Reserve herangezogen, deren Betrieb nicht stabil gewährleistet werden konnte. Zur Weihnachtszeit berichtete blog.stromhaltig   über die Vorfälle in Hamm. Ein teures Vergnügen, welches die Versorgungssicherheit nicht fördert.

Im Beitrag, der auch bei Pro-Lausitz im Volltext zu finden ist, wird dem Handel indirekt und dem Börsenhandel direkt die Schuld an einer möglichen Unsicherheit im März gegeben. Es sei – so der Artikel – nicht möglich flexibel genug den Strombedarf abzuschätzen und entsprechend Erzeugung und Verbrauch in Balance zu halten. Die Option, dass die Stromhändler immer die Möglichkeit haben über den Terminmarkt bereits heute den vollständigen Bedarf einzukaufen – oder sogar zu überdecken wird nicht beschrieben.

Das Risiko liegt damit in den Regeln des deutschen Stromhandels: Denn am Vortag des 20. März dürften die Marktteilnehmer an der Strombörse sogar ganz regulär nur mit Stundendurchschnittswerten für Stromlieferungen am Folgetag handeln. Die genaueren und für den technischen Netzbetrieb wichtigen Viertelstunden-Blöcke müssen an der Börse jedoch erst ab 16 Uhr des Vortages gehandelt werden. (Quelle: Die Welt)

Gemeint ist der Spot-Markt, genauer der Handel an der EPEXSpot. Wie gut, dass ich am kommenden Montag dort auf einen Kaffee bin und direkt nachfragen kann, ob man sich des Problems des 20.3. bewusst ist.

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Nach § 110 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) sind Verteilernetze unter dort bestimmten Voraussetzungen auf Antrag als geschlossene Verteilernetze einzustufen. Abzugrenzen sind geschlossene Verteilernetze allerdings insbesondere von Kundenanlagen gemäß § 3 Nummer 24a EnWG und Kundenanlagen zur betrieblichen Eigenversorgunggemäß § 3 Nummer 24b EnWG. Früher wurden diese Verteilernetze oft gemeinsam als “Objektnetze” bzw. ”Arealnetze” bezeichnet. Auf geschlossene Verteilernetze finden bestimmte Regelungen keine Anwendung.  (Quelle: BNetzA)

Etwas von Amtsdeutsch befreit könnte man von einer Insel im Strommeer sprechen, die gegenüber dem restlichen Stromnetz als ein großer Verbraucher oder Erzeuger (oder beides) auftritt. Theoretisch ist bereits ein Haus ein kleines Arealnetz, wenn auch nicht im Sinne des Energiewirtschaftsgesetzes.

Das Zusammenspiel der einzelnen Verbraucher und Erzeuger innerhalb des Areanetzes entscheiden über die Wirtschaftlichkeit des Systems. Eine Aufgabe, bei der es sehr schnell um die Verarbeitung von Energiedaten geht.

Der Begriff Big-Data wird gerne in die Richtung des Social-Webs betrachtet. Konsumenten, die auf Twitter und Facebook ein Interesse an einem Produkt bekunden, oder einfach nur ein Stimmungsbild abgeben. Big-Data ist jedoch deutlich mehr. Es geht darum aus einer Flut von Daten eine Erkenntnis zu gelangen, die man ohne Betrachtung der Daten nicht erhalten kann. Eine Erkenntnis, die ein bestimmtes Ziel verfolgt. Bei der Überwachung des Social-Webs geht es um den Erfolg eines Produktes auf dem Markt, bei der Stromversorgung geht es um die Wirtschaftlichkeit/Rentabilität eines Systems.

In einem Arealnetz gibt es eine Vielzahl von möglichen Datenquellen. Klassisch ist es das Protokoll der Energieflüsse im Unternehmen, allerdings kommen verstärkt auch andere Quellen hinzu, die man vielleicht nicht auf den ersten Blick vermutet.

Bei einem Gewerbepark gibt es eine zentrale Kantine. Der Menüplan ist allen Mitarbeitet zugänglich, der Küchenchef kennt die Geschmäcker und weiß, welche Gerichte er wie oft zubereiten muss. Es klingt banal, jedoch kann aus den Bestellungen der Küche ein Rückschluss auf den Energiebedarf gewonnen werden. Wichtig ist es allerdings, dass die Überprüfung der Daten recht einfach möglich ist und nicht erst ein IT-Projekt mit langer Laufzeit gestartet werden muss.

Soll Big-Data im Umfeld der Energiewirtschaft eingesetzt werden, stellt die Einfachheit des Zugriffs auf die Datenquellen ein wichtiges Kriterium. Bei der Implementierung einer Lösung in diesem Umfeld wird daher zunächst ein möglichst Umfassendes “Data-Gathering” durchgeführt.

Ein sogenanntes Virtuelles-Kraftwerk (VK) bezeichnet den Zusammenschluss verschiedener Einrichtungen zur Stromerzeugung. Innerhalb eines Arealnetzes wird ein VK um die Verbrauchskomponente erweitert. Im idealen Falle können Schwächen bei der Erzeugung durch Stärken beim Verbrauch ausgeglichen werden – allerdings ist es bei fehlender Datenanalyse auch denkbar, dass Schwächen auf der Erzeugungsseite und auf der Verbrauchsseite zusammen kommen und insgesamt ein deutlich schlechteres  Ergebnis liefern.

Auf der CeBIT 2015 steht mal wieder das Thema Big-Data im Vordergrund. Hubertus hatte mit seinem Rückblick auf die EWorld 2015 bereits die Frage nach smarter Vielfalt aufgeworfen. Jetzt sollte man wirklich gespannt sein, ob es auch Ansätze für Smarte-Arealnetze geben wird….

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EEX spricht sich gegen Kapazitätsmärkte wie den dezentralen Leistungsmarkt aus https://blog.stromhaltig.de/2015/02/eex-spricht-sich-gegen-kapazitaetsmaerkte-wie-den-dezentralen-leistungsmarkt-aus/ https://blog.stromhaltig.de/2015/02/eex-spricht-sich-gegen-kapazitaetsmaerkte-wie-den-dezentralen-leistungsmarkt-aus/#comments Thu, 19 Feb 2015 08:24:40 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=7754

“Zusätzliche Kapazitätsmechanismen braucht es nicht.” EEX-Vorstandschef Peter Reitz verwies auf die bestehenden Überkapazitäten auf dem Stromerzeugungsmarkt, die sich deutlich auch in den Strombörsenpreisen zeigten.  (Quelle)

Kommenden Montag ist blog.stromhaltig auf einen Kaffee bei der EPEXSpot in Paris eingeladen und wird auch dieses Thema beleuchten.  Ein Börsenplatzbetreiber, kann aus leicht nachvollziehbaren Gründen einem Kapazitätsmarkt nur skeptisch gegenüber stehen. Der dezentrale Leistungsmarkt der von Branchenverbänden und Gewerkschaften favorisiert wird, ist ein solcher Kapazitätsmarkt. Schade, dass die EEX und EPEXSpot keine Eingabe bislang zum Grünbuch “Strommarkt der Energiewende” gemacht hat.

Gerade in den letzten Monaten ist das Volumen im kurzfristigen Handel extrem angestiegen. Auf dem sogenannten SPOT-Markt wird fast vollständig die Erzeugung aus regenerativen Quellen gehandelt. Die Spotbörse wird daher auch gerne als Integrationsmarkt für Strom aus Erneuerbaren Quellen genannt.

Es handelt sich bei der EpexSpot um einen sogenannten Energy-Only-Marktplatz, da für gehandelte Volumen ein Preis aus Angebot und Nachfrage entsteht. Durch eine hohe Handelsfrequenz und der sogenannten Preisfunktion lässt sich in einem solchen Modell ein Abgleich zwischen der finanziellen und der physischen Welt herstellen (vergl. Kapitel “Stromnetz: Synchron durch Markdesign” im Buch zum Hybridstrommarkt). Gerade bei der Stromversorgung ist dies von elementarer Bedeutung, da zu jedem Zeitpunkt soviel Strom erzeugt werden muss, wie zum gleichen Zeitpunkt verbraucht wird.

Ist an einem Spotmarkt das Angebot größer als die Nachfrage, dann gehen die Preise zurück. Im umgekehrten Falle steigt der Preis, wenn ein zu kleines Angebot vorhanden ist. Betreiber von Speichern erzielen ihren Profit damit, dass sie zum Zeitpunkt von niedrigen Preisen einkaufen – und zu hohen Preisen verkaufen. Man spricht vom sogenannten Hedging.

Die Schaffung eines Kapazitätsmarktes in Deutschland würde daher zu einem Abwürgen des Aufbaus von Stromspeichern führen. Gaskraftwerke, aber auch Wasserkraftwerke rechnen bekommen allerdings ebenfalls wichtige Investitionsimpulse aus Preisspitzen.

Da die Lobby gegen kurzfristige Preisspitzen sehr stark ist, schlägt der Börsenbetreiber einen finanziellen Trick vor:

Zum einen ist die Absicherung von Intraday-Preisspitzen über ein “Cap Future” geplant. Einspeiser von Erneuerbaren sollen sich so gegen Preisspitzen am Strommarkt versichern können, und Erzeuger mit flexiblen Kapazitäten können sich zugleich die Preisspitzen zur Kostendeckung sichern.

Klingt leider etwas nach den Versorgungs-Sicherheits-Nachweisen, die von BDEW/VKU vorgeschlagen werden. Hier besteht die Kritig, dass flexible Kapazitäten ihre Verfügbarkeit nicht garantieren können, da es auch hier zu technischen Ausfällen kommen kann.

Der zweite Vorschlag klingt hingegen sehr spannend:

Zugleich will die EEX Wetterderivate an den Markt bringen zur Absicherung der steigenden Risiken am Strommarkt durch Wettereinflüsse. Dies seien “Energiewendeprodukte”, die helfen könnten, den Strommarkt in Deutschland weiter voranzubringen, sagte Paulun.

Natürlich ist die Frage, über welches Gebiet man hier spricht, da ein Sturm in Norddeutschland noch keinen Sturm an den Alpen macht. Dennoch ist scheint ein fallbasiertes Absicherungsmodell zunächst sinnvoll, da es dem Letztverbraucher die Möglichkeit gibt diese Fälle zu vermeiden (=Lastverzicht).

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