blog.stromhaltig https://blog.stromhaltig.de Damit der Strom der aus der Steckdose kommt ein bisschen nachhaltiger ist. Fri, 29 May 2015 14:02:29 +0000 de-DE hourly 1 http://wordpress.org/?v=3.8.8 März/April 2015: Kosten für Re-Dispatch weiterhin sehr hoch https://blog.stromhaltig.de/2015/05/maerzapril-2015-kosten-fuer-re-dispatch-weiterhin-sehr-hoch/ https://blog.stromhaltig.de/2015/05/maerzapril-2015-kosten-fuer-re-dispatch-weiterhin-sehr-hoch/#comments Fri, 29 May 2015 14:00:12 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=8577 Weiterlesen ]]> Durch zentrale Stromerzeugung – vor allem in den Braunkohlerevieren – kommt es beim bestehenden Marktdesign zunehmend zu Regeleingreiffe der Netzbetreiber. Bereits im April stand fest, dass in diesem Jahr bereits 100 Millionen Euro aufgelaufen sind. Auch wenn die Daten noch nicht vollständig bei ENTSOe vorliegen, so ist bereits jetzt erkennbar, dass es zu keine Trendwende erkennbar ist. Um eine Explosion der Stromkosten für Letztverbraucher zu verhindern, wird eine beschleunigte Umsetzung der Sofort-Maßnahmen des Memorandum Braunkohle gefordert.

TransnetBW

Time Interval Redispatching Costs Countertrading Costs Other Costs Total Costs
[EUR] [EUR] [EUR] [EUR]
01.01.2015 00:00 – 01.02.2015 00:00 (CET) 0.00 0.00 0.00 EUR 0.00
01.02.2015 00:00 – 01.03.2015 00:00 (CET) 0.00 0.00 0.00 EUR 0.00
01.03.2015 00:00 – 01.04.2015 00:00 (CET) 13004962.94 0.00 -13004962.94 EUR 0.00
01.03.2015 00:00 – 01.04.2015 00:00 (CET) 13004962.94 0.00 0.00 EUR 13004962.94
01.04.2015 00:00 – 01.05.2015 00:00 (CET) 4298772.35 0.00 -4298772.35 EUR 0.00

Tennet TSO

Time Interval Redispatching Costs Countertrading Costs Other Costs Total Costs
[EUR] [EUR] [EUR] [EUR]
01.01.2015 00:00 – 01.02.2015 00:00 (CET) 26415879.00 0.00 0.00 EUR 26415879.00
01.02.2015 00:00 – 01.03.2015 00:00 (CET) 18965118.79 400304.18 0.00 EUR 19365422.97
01.03.2015 00:00 – 01.04.2015 00:00 (CET) 49059649.10 171766.30 0.00 EUR 49231415.40
01.04.2015 00:00 – 01.05.2015 00:00 (CET) 67735058.71 721100.53 0.00 EUR 68456159.24

50 Hz Transmission

Time Interval Redispatching Costs Countertrading Costs Other Costs Total Costs
[EUR] [EUR] [EUR] [EUR]
01.01.2015 00:00 – 01.02.2015 00:00 (CET) 36728736.51 0.00 0.00 EUR 36728736.51
01.02.2015 00:00 – 01.03.2015 00:00 (CET) 15762406.54 0.00 0.00 EUR 15762406.54
01.03.2015 00:00 – 01.04.2015 00:00 (CET) 32293209.90 0.00 0.00 EUR 32293209.90

Amprion

Hier werden 0€ als Kosten gemeldet.

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Blick in das Jahr 2005: 30 Mrd. € für Atomausstieg in riskante Aktivitäten verjockelt. https://blog.stromhaltig.de/2015/05/blick-in-das-jahr-2005-30-mrd-e-fuer-atomausstieg-in-riskante-aktivitaeten-verjockelt/ https://blog.stromhaltig.de/2015/05/blick-in-das-jahr-2005-30-mrd-e-fuer-atomausstieg-in-riskante-aktivitaeten-verjockelt/#comments Fri, 29 May 2015 12:26:07 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=8573 Weiterlesen ]]> Im 15. Jahr nach dem Atomausstieg sind die Kosten noch immer nicht in trockenen Tücher. Zum Glück vergisst das Internet nicht:

 ”Von den rund 30 Milliarden Euro, die nach den Bestimmungen des deutschen Atomgesetzes in den vergangenen Jahren gebunkert wurden, seien ein Großteil in “riskante Aktivitäten” investiert worden. Zwischen 1998 und 2001, kritisiert auch der SPD-Abgeordnete und Energieexperte Hermann Scheer, sei die Rücklagen teilweise “verjockelt” und für “sachfremde Investitionen” eingesetzt worden.”
(Quelle: Spiegel – Streit ums nukleare Sparschwein)

 

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In den kommenden Jahren verdienen vor allem Großunternehmen an der EEG-Umlage https://blog.stromhaltig.de/2015/05/in-den-kommenden-jahren-verdienen-vor-allem-grossunternehmen-an-der-eeg-umlage/ https://blog.stromhaltig.de/2015/05/in-den-kommenden-jahren-verdienen-vor-allem-grossunternehmen-an-der-eeg-umlage/#comments Thu, 28 May 2015 22:50:06 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=8570 Weiterlesen ]]> Vattenfall und EnBW haben es bereits geschafft, E.ON und RWE folgen auf Sichtweite. Das Rennen um den Offshore-Wind ist auch zwei Jahre nach der Einführung einer Offshore-Haftungsumlage im vollen Gange. Können Kleinerzeuger eigentlich keine Rendite aus Wind- und Sonnenstrom ziehen, so warten auf Großkonzerne eine garantierte Geldquelle für 195€/MWh – Bereits 110 MW haben die beiden Vorreiter am Netz – weitere Gigawatt sollen folgen.

Bleibt man auf dem Festland, dann würde die EEG-Umlage in den kommenden Jahren zurück gehen.

Die gute Nachricht: Ab 2023 kann die EEG-Umlage dann  - trotz Offshore Wind – tatsächlich zurück gehen, wenn ansonsten alle Rahmenbedingungen gleich bleiben, so eine Studie des Öko-Instituts.

Auftraggeber der Studie war die Lobby-Gruppe Agora Energiewende:

Auch für das kommende Jahr sei erneut nicht mit einem Steigen der EEG-Umlage zu rechnen, da sich derzeit ein Milliarden-Überschuss auf dem EEG-Konto angesammelt hat. In den Folgejahren sei dann aber mit einem weiteren Anstieg der EEG-Umlage um weitere ein bis zwei Cent pro Kilowattstunde zu rechnen, da dann vor allem die hohen Anfangsvergütung für die Offshore-Windkraft zum Tragen kämen, erklärte Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende.

Es ist eine kommunikative Herausforderung, dem Volk begreiflich zu machen, dass ab 2017 nicht mehr die PV-Anlage auf des Nachbars dach, oder das Windrad am Ortsrand für die Höhe der EEG-Umlage schuld ist, sondern Anlagen, die kaum ein Bürger jemals live sehen wird. Kommt dann noch eine Infrastrukturumlage und Zusatzkosten für die fehlenden AKW-Rückbaureserven, ist die Reputation der Energiewende endgültig danieder.

]]> https://blog.stromhaltig.de/2015/05/in-den-kommenden-jahren-verdienen-vor-allem-grossunternehmen-an-der-eeg-umlage/feed/ 0 Jetzt rechnet auch das DIW damit, dass die Rückstellungen für den Atomausstieg nicht reichen https://blog.stromhaltig.de/2015/05/jetzt-rechnet-auch-das-diw-damit-dass-die-rueckstellungen-fuer-den-atomausstieg-nicht-reichen/ https://blog.stromhaltig.de/2015/05/jetzt-rechnet-auch-das-diw-damit-dass-die-rueckstellungen-fuer-den-atomausstieg-nicht-reichen/#comments Thu, 28 May 2015 13:25:29 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=8563 Weiterlesen ]]> Berechnet man die Kosten für ein Projekt, dann benötigt man eine Spezifikation – oder zumindest einen Plan, wie man das Ziel erreichen möchte. Kosten für den Atomausstieg in Rückstellungen zu parken, ohne ein Endlager zu kennen, ist fast so grotesk, wie die Rückstellungen einer Bank für Gesetzesbruch.  Reichen Rückstellungen nicht aus, dann hat man in der Vergangenheit zu viel Umlaufvermögen verbrannt. Eigentlich ein rein firmeninternes Problem.

Was unterschiedliche Institute mit ihren Hochrechnungen jetzt machen – das DIW sich nun anschließt – ist Akzeptanz zu schaffen, dass ein internes Liquiditätsproblem von Unternehmen zum volkswirtschaftlichen Problem wird.

“Etliche Studien zeigen, dass die Kosten des Rückbaus und auch die Endlagerung sehr viel größer sein können als die Rücklagen, die die Konzerne gebildet haben”, sagte DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert am Donnerstag. Bisher haben die vier Versorger rund 38 Milliarden Euro als Reserven gebildet. Das DIW hat keine eigenen Rechnungen durchgeführt, wie viel Geld tatsächlich für den Atomausstieg nötig ist. Schätzungen anderer Institute gehen aber von 50 bis 70 Milliarden Euro aus, die benötigt werden. (Quelle: Dow Jones/Finanzen.net)

Wer hört da nicht schon die Rechtfertigung, dass die Infrastrukturumlage auch die Kosten für den AKW-Rückbau tragen soll? Als nächstes wird wohl  der Weg für mehr Toleranz geebnet, bei dem Atomkonzerne als systemrelevant für das Leben eingestuft werden.

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Vaillant – Ich gebe auf… https://blog.stromhaltig.de/2015/05/vaillant-ich-gebe-auf/ https://blog.stromhaltig.de/2015/05/vaillant-ich-gebe-auf/#comments Wed, 27 May 2015 11:57:48 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=8553 Weiterlesen ]]> Die Idee ist eigentlich relativ simpel: Man nehme eine der modernen Micro-Power2Heat Anlagen – besser bekannt unter der Bezeichnung “Wärmepumpe” und kopple diese mit einer PV Anlage zur Lastgangoptimierung.  Das Problem ist nur, dass man dafür in die Steuerung der Wärmepumpe eingreifen muss.

Fernwirktechnik gibt es von jedem Hersteller, doch mündig im Sinne von selbständig informieren, darf man sich zumindest bei Vaillant nicht.

Schaut man in das Forum von Haustechnik-Dialog, so stellt man fest, dass es sehr häufig zu technischen Fragen im Betrieb von Wärmepumpen der Marke Vaillant kommt. Fragen, die erkennen lassen, dass der Kunde versucht sein Haus in ein SmartHome zu verwandeln und die Wärmequelle in das gesamte Konzept integrieren möchte.

Bevor man den Fachhandwerker konsultiert, wird das Internet gefragt. Bevor man bereit ist ein Verkaufsgespräch mit einem Händler zu führen, will man vom Hersteller einige Details. Der Punkt, an dem Vaillant noch etwas dazu lernen muss.

Im konkreten Fall ging es darum, wie die Kompressorstarts, die Vorlauftemperatur, Warmwassertemperatur und der Kühlbetrieb an die Wettervorhersage der kommenden Tage angepasst werden kann. Etwas wärmeres Wasser, wenn der Strom gerade günstig vom Dach kommt und ansonsten in das Netz abgeleitet werden müsste – etwas kälteres Wasser, wenn elektrische Energie gerade ein Mangelprodukt ist.

Selbstverständlich mit Zustimmung – nutzen einige Institute, Forschungseinrichtungen und Handwerker die Lastgangdaten der aktuell noch manuell bzw. statisch erfolgenden Optimierung der Wärmepumpe. In der nächsten Evolutionsstufe sollte der tägliche Gang zum Schaltpult entfallen und automatisiert durchgeführt werden.

Die erste Kontaktaufnahme mit Vaillant erfolgte klassisch per E-Mail. Die Rückantwort war die Zusendung des Werbeheftes  für genau die Wärmepumpe, die bereits 5 Jahre ihre Dienste verrichtet. Zweiter Versuch per Telefon – auch hier ist man nicht in der Lage weitere Details zur Fernwirktechnik zu liefern. Selbst die Anleitung zur Fernwirktechnik mit dem Namen vrnetDialog  darf man sich nicht auf der Webseite herunterladen.

Bedenkt man die Abschreibung und das Alter der Wärmepumpe, so stellt sich langsam die Frage, ob nicht ein Herstellerwechsel mit geringerem zeitlichem und finanziellem Aufwand rentabler ist.

]]> https://blog.stromhaltig.de/2015/05/vaillant-ich-gebe-auf/feed/ 0 Geothermiekraftwerke – Fluch und Segen https://blog.stromhaltig.de/2015/05/geothermiekraftwerke-fluch-und-segen/ https://blog.stromhaltig.de/2015/05/geothermiekraftwerke-fluch-und-segen/#comments Wed, 27 May 2015 10:56:38 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=8543 Weiterlesen ]]> Landau in der Pfalz ist in diesem Jahr Veranstalter der Landesgartenschau Rheinland-Pfalz. Mitten in das Gelände integriert ist das bereits vor 16 Monaten stillgelegte Geothermiekraftwerk Landau. Im Jahre 2009 gab es ein Erdbeben, welches auf das Kraftwerk zurück geführt wird und zeigt, dass es sich um einen Eingriff in die Natur handelt, welcher auch den Unmut der Anwohner mit sich bringt. In Trebur (Hessen) entsteht gerade ein weiteres Geothermie-Kraftwerk, welches ab dem Jahre 2017 Energie aus dem Boden ziehen soll. Die Fehler von Landau werden im Bürgerdialog adressiert, wie Susanne von Umspannen ausführt.

geothermie_und_fracking

Aktuell gibt es  8 Geothermie-Kraftwerke verteilt auf die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz. Keines dieser Kraftwerke erreicht eine elektrische Leistung von mehr als 10 MW.

Mit teilweise 7600 Volllaststunden ist die Geothermie eigentlich eine Form der Energiegewinnung, die zur wichtigen Grundlastversorgung genutzt werden kann. Wasser, welches als Dampf mit einer Temperatur von über 150 Grad aus dem Boden kommt, lässt sich sehr leicht in Wärme und Strom verwandeln. Schwimmbäder, wie das Miramar in Weinheim, nutzen diese natürliche Quelle, doch der Weg zur Erschließung ist nicht nur steinig, sondern auch lang. Über 3.000 Meter tief ist die Bohrung in Landau zur Förderung, welche zunächst die Energie in etwa 40 Meter Tiefe bringt, wo sie dann mittels Organic-Rankine-Cycle Verfahren (s.h. Wikipedia) zunächst an die Oberfläche und dann in Heizwärme oder Strom verwandelt wird.

Auf der Soll-Seite stehen zwei Probleme, die heute zwar günstig – aber nicht unbedingt nachhaltig – gelöst werden können. Wegen der geringeren Temperatur, die in wirtschaftlicher Tiefe der Bohrungen vorhanden ist, muss dem Energieträger Zusatzstoffe zugemischt werden. Es handelt sich damit um keinen reinen Wasserdampf, der genutzt wird, sondern um ein verändertes Gemisch, welches die Siedetemperatur (Zeitpunkt des Übergangs von Flüssig in Dampf) verändert.  Wegen der Zusatzstoffe ist ein Kontakt mit dem Grundwasser oder auch dem Gestein zu vermeiden, denn einmal in den Boden eingebrachte Stoffe bekommt man dort nicht wieder raus. Da das Arbeitsmedium seinen Aggregatzustand verändert, wird auch das benötigte Volumen verändert, wodurch der Druck auf Gesteinsmassen wechselt. “Erdbeben” können die Folge sein, so geschehen an einigen Geothermiekraftwerken – auch in Landau.

Auf der Haben-Seite sind es nicht nur die hohen Volllaststunden, die ein solches GKW interessant machen. Dampfkraftwerke haben generell die Möglichkeit innerhalb von sehr kurzer Zeit (Minuten) ihre Leistung zu regulieren. Eine solche Anlage eignet sich daher sehr gut als Reservekraftwerk im Bereitschaftsmodus. Die Kosten für einen Stillstand sind relativ gering, da sie fast vollständig auf die Leckagen-Überwachung beschränkt sind, welche fortlaufend durchgeführt werden muss. Dies ist nach der Betriebsaufnahme allerdings eine reine Drucküberwachung, welche zur Not auch per Fernwirktechnik realisiert werden kann.

Werden neue Geothermiekraftwerke gebaut, dann kommt ein Wissen zum Einsatz, welches aus der Öl/Gas-Förderung bereits vorhanden ist. Leider scheint es bislang nur bedingt zu gelingen, dieses Wissen im Sinne der Nachhaltigkeit einzusetzen. Die relativ geringe elektrische Leistung sind ein Problem, welches hoffentlich schnell gelöst werden kann, da es sonst für Geothermie keine Zukunft in der Energiewende gibt.

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In Ludwigshafen am Rhein geht der wenigste Strom an Privatkunden https://blog.stromhaltig.de/2015/05/in-ludwigshafen-am-rhein-geht-der-wenigste-strom-an-privatkunden/ https://blog.stromhaltig.de/2015/05/in-ludwigshafen-am-rhein-geht-der-wenigste-strom-an-privatkunden/#comments Wed, 27 May 2015 07:43:04 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=8537 Weiterlesen ]]> Insgesamt wird in Ludwigshafen am Rhein etwa 6496 GWh Strom benötigt, doch lediglich 3,5% geht an die Bevölkerung

Die BASF ist einer der größten Stromverbraucher in Deutschland, dennoch vermisst man das Stammwerk am Rhein auf der Karte der EEG privilegierten Unternehmen. Grund hierfür ist nicht, dass es keine Produktion mehr gibt, sondern vielmehr, dass ein Teil des Stroms aus den eigenen Kraftwerken entnommen werden kann. Entgegen dem Weltmarktführer findet man auf der Karte die Nummer 3 der Chemiekonzerne, die ehemals auch zur BASF gehörte: Basell Polyolefine GmbH (Lyondellbasell Industries AF S.C.A. ). Styrolution GmbH das zweite Unternehmen auf der Karte ist ebenfalls eine ehemalige BASF-Tochter, die mittlerweile zur INEOS AG gehört.

Chemie prägt den Stromverbrauch von Ludwigshafen. Etwas weiter den Rhein herunter folgt Leverkusen. In der Heimat von Bayer werden immerhin 6% der benötigten elektrischen Energie durch private Haushalte nachgefragt. Platz 3 besetzt der Saalekreis, dort findet  sich dann das Deutsche Chemie Museum.

Im Schnitt über Deutschland braucht Gewerbe, Industrie und Bergbau sowie Öffentliche Einrichtungen etwa 67% des Stroms. Private Haushalte erhalten 33% des Strombedarfs.

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Stromnetz – Abhängigkeiten im Graphen – Szenarienentwicklung https://blog.stromhaltig.de/2015/05/stromnetz-abhaengigkeiten-im-graphen-szenarienentwicklung/ https://blog.stromhaltig.de/2015/05/stromnetz-abhaengigkeiten-im-graphen-szenarienentwicklung/#comments Tue, 26 May 2015 08:34:05 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=8518 Weiterlesen ]]> Eines der faszinierendsten Eigenschaften eines Netzes ist die Abhängigkeiten der verschiedenen Komponenten voneinander. Wird an der einen Stelle eingegriffen, so verändert sich auch an einer anderen Stelle etwas. Ändert sich durch einen Umwelteinfluss ein Wert hier – muss an anderer Stelle nachgezogen werden. Das Stromnetz ist in sich ein System, welches ein koordiniertes Zusammenspiel vieler Eigenschaften darstellt. Der Netzbetrieb basiert zwar auf Regeln, diese sind jedoch wenig bekannt und zum Teil auch nicht dokumentiert. Die Regeln der Schaltvorgänge und Entscheidungen ergeben sich aus Erfahrung. Mit Hilfe eines Graphen können die Zusammenhänge aufgezeigt werden. Auf Basis der in einem voran gegangenen Beitrag bereits genannten Stundenszenarien Datenbank wurden erstmals die Zusammenhänge visualisiert.

Für jede Stunde ist im Stromnetz bekannt, wie hoch der Lastfluss ist. Ebenso ist bekannt, welche Einspeisung aus Sonnenenergie oder Windkraft geplant und später tatsächlich vorhanden ist.  Im Zuge des Engpassmanagements werden einzelne Kraftwerke aufgefordert ihre Leistung zu erhöhen oder zu reduzieren. Fasst man all diese Werte zusammen, so ergeben sich für jede Stunde über 180 verschiedene Attribute, die in irgend einem Zusammenhang zueinander stehen. Ziel der Visualisierung ist es diese Zusammenhänge aufzuzeigen und in eine Analyse zu überführen. Mit Hilfe der Attributen Evaluation CfsSubsetEval (vergl. WEKA Dokumentation) wird für jedes Attribut/Eigenschaft ermittelt, welches andere Attribut sich mit verändert. Führt man diese Evaluation für jedes Attribut durch, so entstehen die Kanten und Knoten eines Graphen.

Graph der Abhängigkeiten im Deutschen Stromnetz
Graph der Abhängigkeiten im Deutschen Stromnetz

Durch die hohe Anzahl der Knoten lässt sich der Graph nur sehr schwer auf einmal visuell erfassen. Zur besseren Lesbarkeit wurden in Blau alle abhängigen Werte des Stromnetzes gekennzeichnet (Last der H0-Profilkunden, Netzlast insgesamt, Anteil Strom aus Erneuerbaren, Wochentag, Tageszeit …). Mit grauer Farbe sind die Redispatch Kraftwerke gekennzeichnet.

Die Evaluation der Ergebnisse kann deutlich leichter in einer dynamischen (HTML5, SVG) Ansicht durchgeführt werden. Das ZIP-Archiv mit den Daten gibt es zum direkten Download  oder alternativ auf telefonische Anfrage (Rufnummer im Impressum).

Cluster / Gruppierungen

Stunde des Tages, Standard Lastprofil H0 Anteil und Wochentag bilden 3 Zentren, von denen die den stärksten Einfluss auf die anderen Attribute ausüben. Abhängig von der Tageszeit kommt es zu den meisten Redispatches in Deutschland. Abhängig von der Tageszeit schwankt natürlich auch die Netzlast, von daher ist es leicht erklärlich, dass die angenommene Netzlast in einem direkten Zusammenhang zur Uhrzeit steht.

Abhängigkeit zur Netzlast (Soll)
Abhängigkeit zur Netzlast (Soll)

In diesem Zusammenhang ist interessant, welche Kraftwerke in dieser Liste aufgeführt werden. Interpretiert werden kann dies als Antwort auf die Frage: Welche Kraftwerke werden von den Übertragungsnetzbetreibern geplant eingesetzt, um Schwankungen in der Netzlast auszugleichen. Zählt man das Kraftwerk Main/Wiesbaden hinzu, so ergeben sich hier 3 Reservekraftwerke.

Man kann aus dieser Darstellung allerdings auch den Rückschluss ziehen, dass es dem Stromhandel nicht ausreichend gelingt, die Bedarfsschwankungen abzubilden. Ein Alarmzeichen, welches auch durch den Cluster “Standard H0 Anteil” bestätigt wird.

Cluster: Standard Lastprofil H0

Cluster für das Standardlastprofil H0
Cluster für das Standardlastprofil H0

Haushaltsstromkunden werden im Deutschen Stromnetz nach dem sogenannten H0 Lastprofil abgerechnet. Dieses Profil gibt auf Basis des Jahresstromverbrauches eines Kunden einen bilanziellen Verbrauch für jede 15 Minuten. Dadurch benötigt der Stromanbieter keine unter-jährigen Zählerstände und kann/muss  immer entlang des Profiles einspeisen. Diese Vereinfachung wurde im Zuge der Strommarktliberalisierung gemacht, um den Stromkunden einen einfacheren Wechsel zwischen verschiedenen Anbietern zu ermöglichen.

Mittlerweile hat sich die Lebenswirklichkeit der Stromkunden geändert. Die Verbräuche folgen nicht dem Standardlastprofil aus den späten 1990er Jahren, wodurch auch die Summe des Verbrauchs aller Haushalte nicht mehr mit der eingespeisten Strommenge übereinstimmt. Heilbronn, Phillipsburg, Stuttgart sowie die Grenzregion zur Schweiz zeigen, dass es gerade im Süd-Westen von Deutschland zu Problemen kommt, wenn der Anteil des H0-Stroms an der gesamten Netzlast steigt. Feiertage wie Ostern, Pfingsten oder Weihnachten sind Tage, bei denen die Wahrscheinlichkeit steigt, dass es bei den genannten Kraftwerken zu einem Redispatch kommt. Die Richtung des Redispatches ist wahrscheinlich einer Erhöhung der Kraftwerksleistung, wie man ebenfalls in der Grafik erkennen kann.

Cluster: Solar-Strom Anteil

Cluster: Abhängigkeit zum PV-Strom
Cluster: Abhängigkeit zum PV-Strom

Bei wenigen Kraftwerken steigt die Wahrscheinlichkeit zu einem Redispatch, wenn die Einspeisung aus Photovoltaik relativ zur gesamten Einspeisung verändert. Hier bemerkt man sehr deutlich, dass in der unmittelbaren Nähe der Kraftwerke sehr große Freiflächenanlagen vorhanden sind. Durch den Redispatch wird eine Überlastung der Leitungen verhindert. Braunkohle ist die häufigste Substitution bei diesen Maßnahmen.

Auffälligkeit: Klassischer Redispatch nur selten vorhanden

Durch die Bildung der Cluster lassen sich die wichtigsten Wirkfaktoren für Netzeingriffe erkennen. Auffällig ist, dass sehr selten eine Kette von Kraftwerken gefunden werden konnte, obwohl dies nach der eigentlichen Definition von Redispatches vorhanden sein müsste. Laut Schulbuch wird bei einer drohenden Überlastung  einer Leitung das Kraftwerk auf der einen Seite reduziert und auf der anderen Seite erhöht.

Lehrmeinung:

Der Energiefluss geht von Punkt A zu Punkt B nach C. Die Leitung zwischen A und B droht zu überlasten. Das Kraftwerk in der Nähe von A wird reduziert, das Kraftwerk in der Nähe von B wird erhöht. Der Punkt C erhält immer noch die gleiche Strommenge.

Da die Stromleitungen und die Positionen der Kraftwerke kaum verändert werden, sollten sich Zusammenhänge wir auf der PV-Grafik zwischen Schkopau und Lippendorf sehr häufig finden lassen. Dies ist allerdings nicht der Fall, was zu einem generellen Überdenken der Redispatch-Definition führen sollte.

Relevante Kraftwerke / Reservekraftwerke

Soll ein Kraftwerk abgeschaltet werden, so muss im komplexen System des Stromnetzes von der Bundesnetzagentur eine Entscheidung über die Wichtigkeit/Rolle des Kraftwerkes getroffen werden. Auf Basis der Stundenszenarien kann diese Entscheidung assistiert werden. Attribute (blau), die nur wenige Kraftwerke als Knoten besitzen, sind kritischer. Würde man bei diesen Attributen ein Kraftwerk stilllegen, so hätte dies wesentlich größere Auswirkungen, als bei Attributen mit sehr vielen Kraftwerken.

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Karte: Unternehmen mit EEG-Privileg im Jahre 2015 https://blog.stromhaltig.de/2015/05/karte-unternehmen-mit-eeg-privileg-im-jahre-2015/ https://blog.stromhaltig.de/2015/05/karte-unternehmen-mit-eeg-privileg-im-jahre-2015/#comments Sun, 24 May 2015 19:33:40 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=8532 Weiterlesen ]]> Karte - Unternehmen mit EEG Privileg 2015
Karte – Unternehmen mit EEG Privileg 2015

Auch in diesem Jahr darf die Karte mit Unternehmen, die unter die sogenannte “Besondere Ausgleichsregelung §§ 63 ff. EEG” (kurz BesAr) fallen nicht fehlen. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich nach der Neuregelung am 21. Juli 2014 einige Änderungen ergeben. Die Liste der Unternehmen ist für eigene Auswertungen wieder als Google Fusion Tabelle verfügbar.

Die Interaktive Grafik zum stöbern, zoomen und erforschen, gibt es als Google-Maps Layer.

 

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Stunden Szenarien für das Stromnetz – Eine Einführung https://blog.stromhaltig.de/2015/05/stunden-szenarien-fuer-das-stromnetz-eine-einfuehrung/ https://blog.stromhaltig.de/2015/05/stunden-szenarien-fuer-das-stromnetz-eine-einfuehrung/#comments Fri, 22 May 2015 07:48:50 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=8508 Weiterlesen ]]> Vor einigen Tagen hatte Dr. Klaus-Dieter Humpich im Satieremagazin Die Freie Welt einen Beitrag zur Netzintegration des Stroms aus Windkraft veröffentlicht. Viel Text kombiniert mit Vereinfachung und wenig Zahlen, machen es dem Leser schwer den Wechsel zwischen den verschiedenen Stilmitteln der Satire zu erkennen (vergl. Aufbau einer Satire bei Magic-Point).

Selbst ist der Forscher, wenn er zum Beispiel eine Datenbank mit den Betriebszuständen des Stromnetzes verwendet. In einer Datenbank mit Stunden Szenarien werden alle relevanten Werte des Stromnetzes für jede Stunde festgehalten und können zur Überprüfung von Hypothesen verwendet werden. Kommt es zu mehr Redispatches bei starker Windkraft-Einspeisung? Wird auf Reservekraftwerke zurückgegriffen in einer Flautenacht?

Für diesen Beitrag wird der aktuelle Dump der Datenbank von grid.stromhaltig verwendet. Bei diesem Dump handelt es sich um eine CSV-Datei, die zur einfachen Verwendung in Analyse-Tools vorbereitet ist. Es sind 186 Parameter für jeden Stundenwert enthalten. Die CSV-Datei kann hier erworben und runtergeladen werden – ein kostenfreier Bezug ist per telefonische Anfrage möglich (Rufnummer s.h. Impressum).

Hypothese: Verstopfte Leitung durch Windstrom

Mittlere Arbeit Redispatch zu Einspeisesoll Windkraft (Quelle: Datenbank Stundenszenarien grid.stromhaltig)
Mittlere Arbeit Redispatch zu Einspeisesoll Windkraft (Quelle: Datenbank Stundenszenarien grid.stromhaltig)

Auf der Satirewebseite steht die eigentlich richtige Annahme, dass Leitungen nur eine begrenzte Strommenge aufnehmen können und bei Überschreitung auf der einen Seite abgeregelt – auf der anderen Seite zugeregelt werden muss. Dieser Vorgang wird auch als Redispatch bezeichnet. In der Auswertung der Stundenszenarien suchen wir eine Stunde, bei der es keinen Redispatch gab (Mittlere Leistung=0 MW) und möglichst hohe Einspeisung von Windstrom. Wir werden am 05.05.2015 um 04:00 Uhr fündig. Zur Auswertung wurde das “Soll” und nicht das ebenfalls vorhandene “Ist” verwendet, da ein Redispatch eine Anweisung/Anforderung durch die Übertragungsnetzbetreiber ist, die auf Basis der Prognose geschieht und nicht auf Basis der tatsächlich vorhandenen Werte.

Wir lernen…

Bis zu einer Einspeisung von 10891 MW Windkraft in Deutschland werden keine Redispatches in Deutschland benötigt.

Doch wie sieht es darüber hinaus aus? Kommt es zwingend zu einem Redispatch, wenn zu einem Zeitpunkt mehr als 18.000 MW an Windstrom in das Netz eingespeist werden?

In der Grafik gut erkennbar sind die 3 Zeitpunkte, an denen dies vorhanden gewesen ist:

Datum Uhrzeit Wind Soll
12.01.2015 12:00 18326 MW
31.03.2015 21:00 19680 MW
01.04.2015 10:00 20517 MW

Alle diese 3 Ereignisse haben mit unter 200MW mittlere Leistung eine sehr geringe Redispatch Menge. Bei einem Blick auf die betroffenen Kraftwerke, handelt es sich um die üblichen Braunkohlekraftwerke, die hier im Blog schon öfters im Fokus standen: Jänschwalde, Schkopau, Schwarze Pumpe.

Redispatch Szenarien - Jänschwalde
Redispatch Szenarien – Jänschwalde

Die Y-Achse gibt den Anteil des Stroms an, der an private Haushalte geliefert wird (Beispiel: 25%). Die X-Achse die MW Stunden, die per Redispatch am Kraftwerk Jänschwalde reduziert wurden.  Es fällt auf, dass bei einem höheren Anteil des sogenannten Profilstroms (H0) die Wahrscheinlichkeit eines Redispatches für dieses Kraftwerk zunimmt.

Erklären lässt sich dies auch, da der H0-Profilstrom normaler Haushaltskunden nicht an der SPOT-Börse gehandelt wird. D.h. diese Strommenge bekommt fast kein Preissignal durch die kurzfristige Marktsituation. Bei einer hohen Einspeisung von Windstrom, wird dieser zum Beispiel in der Direkvermarktung kurzfristig gehandelt. Industriekunden, oder Kunden mit einem Jahresstromverbrauch von mehr als 100.000 KWh können ihren Bedarf anpassen. Ein Teil des Großhandels kann damit bereits heute beitragen, dass es weniger Eingriffe bedarf. An verlängerten Wochenenden (Ostern, Weihnachten), steigt jedoch der Anteil des Strombedarf der H0-Profilkunden, die nicht auf Preissignale reagieren können.

Wir lernen…

Die unflexiblen Haushaltsstrompreise sind nicht geeignet, um eine Überkapazität von Braunkohlestrom günstig abzubilden.

Ausblick: Szenarien von Kraftwerken

Was hier nur als kleiner Vorgeschmack visuell gezeigt wurde, lässt sich auf Basis der Stundenszenarien auch automatisch erzeugen. Das Analysewerkzeug WEKA der Universität Waikato ist für die Szenarienentwicklung in der Energiebranche eigentlich das flexibelste Werkzeug. Die  Datenbank von grid.stromhaltig lässt sich darin vollständig verwenden und wurde bereits hinsichtlich der Datenbereinigung entsprechend angepasst. In einem kommenden Beitrag soll entwickelt werden, welche Bedeutung (Nutzen?) bestimmte Kraftwerke für das Stromnetz haben. Eingesetzt wird der Algorithmus CfsSubsetEval von WEKA, mit dem ermittelt wird welche Möglichkeit ein Attribut hat, das Ergebnis eines anderen Attributes zu bestimmen.

Das wichtigste Attribut steht jeweils als höchstes.

Beispiel Irsching (Redispatches):

 redispatch_target_Statkraft KW-Pool
 redispatch_target_Kiel
 redispatch_target_Kraftwerk Mainz Wiesbaden
 redispatch_target_Netzreservekraftwerk KMW 2

Beispiel Kraftwerk Kiel (Redispatches):

 hour_of_day
 day_of_week
 wind_share_ist
 wind_share_soll
 ee_share_ist
 ee_share_soll

Beispiel Rheindamp-Kraftwerk Karlsruhe (Redispatches)

 hour_of_day
 day_of_week
 pv_share_ist
 redispatch_target_Kraftwerk Lippendorf
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