blog.stromhaltig https://blog.stromhaltig.de Damit der Strom der aus der Steckdose kommt ein bisschen nachhaltiger ist. Fri, 24 Jul 2015 22:27:42 +0000 de-DE hourly 1 http://wordpress.org/?v=3.8.9 Undefinierte Selbstgenügsamkeit https://blog.stromhaltig.de/2015/07/undefinierte-selbstgenuegsamkeit/ https://blog.stromhaltig.de/2015/07/undefinierte-selbstgenuegsamkeit/#comments Fri, 24 Jul 2015 22:27:42 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=8848 Weiterlesen ]]> Der Begriff Autarkie kann man sehr leicht erklären, wenn man irgendwo in den Alpen auf einer einsamen Berghütte sitzt. Diese ist wahrscheinlich zu 100% Autark, denn sie ist nicht an das Stromnetz angeschlossen. Strom gibt es am Tag durch eine PV-Inselanlage und Wasser kommt aus dem Bach daneben. Der Streben nach Selbständigkeit – Autarkie – ist in der PV-Branche zum Treiber für Speicher geworden. Was steckt dahinter? Worum geht es eigentlich? Was wollen Menschen eigentlich erreichen, wenn sie in einen (elektrischen) Speicher investieren?

Klickt man sich im SMA SunnyPortal nach der Werbung zur Garantieverlängerung und den Hinweisen zu Wartungsarbeiten weiter, so kommt man recht schnell zu einer Anzeige der Autarkiequote. Dem Eigenstromnutzer wird ein Wert zwischen 0 und 100% präsentiert, der je nach Tagesform mal etwas höher – mal etwas niederer ausfällt.

Donnerstag 23.07.2015 – ein ganz normaler Sommertag im Casa Stromhaltig. Das Portal verrät uns, eine Autarkiequote von 64%

Tagesverbrauch 13,06 kWh
Netzbezug 4,70 kWh
Eigenversorgung 8,36 kWh
Tagesertrag 27,65 kWh
Eigenverbrauch 8,36 kWh
Netzeinspeisung 19,29 kWh
Autarkiequote 64 %
Eigenverbrauchsquote 30 %

Was bedeutet 64% eigentlich. Klar, die Almhütte hätte ein Problem, denn alles was weniger als 100% ist würde ein Problem sein. SMA rechnet die Autarkiequote mit folgender Formel:

(1/Tagesverbrauch)*Eigenversorgung=Autarkiequote

Die fehlenden 36% unterscheiden das Casa Stromhaltig von einer Almhütte. Bedeutet dies, dass es in der Nachbarschaft weniger Kühe gibt?  -  Würde man diesen Wert in einen Textgenerator stecken, so käme dabei folgende Formulierung raus: Das Casa Stromhaltig besitzt zu 64% die Selbstgenügsamkeit einer Alm.

Warum sollte man noch mehr einer Alm entsprechen, indem man einige 1000 Euro in einen Speicher investiert? Wenn Bedürfnis darin besteht, dass man 100% versorgt ist, dann ergibt sich ein sogenanntes Grenzwertproblem. Gesellschaft fördert den Austausch untereinander und damit einen geringeren Aufwand für jeden. Entsprechend ist 10% Autarkie, wie sie zum Beispiel mit einem Mini-PV (Balkon) Modul erreichbar sind, sehr preiswert. Mit einer PV-Anlage kommt man auf 30-40% – mit einem Speicher noch etwas höher. Das Problem sind die fehlenden Prozente, bei denen man nicht mehr die Ersparnis durch Tausch nutzen kann.

Der Bedarf am Donnerstag war 13,06 kWh. Um diesen zu decken, stand ein bestimmter Geldbetrag zur Verfügung. Dieser Betrag ist Konstant, egal ob die vollen 13,06 kWh eingekauft werden müssen, oder lediglich 4,7. Solange man keine 100% hat, verteilt sich der Wert, den man bereit ist für 13,07 kWh lediglich auf eine kleinere Strommenge. Würden über Nacht alle Bundesbürger eine Autarkiequote von 50% erreichen, so würde der Strompreis sich verdoppeln.

Wenn man schon Bedarf, Wert und Geld zusammen würfelt, dann darf auch eine andere Rechnung erlaubt sein, die man beim Messstellenbetreiber Discovergy findet:

Kosten für Strombezug 1,12€
Ersparnis durch Eigenverbrauch 1,57€

Der Wert der 13,06 kWh beträgt 2,69€. Wobei dafür lediglich 1,12€ ausgegeben werden mussten. Macht eine wirtschaftliche Selbstgenügsamkeitsquote von 58%. Die Einnahmen aus der Netzeinspeisung wurden mit Absicht nicht berücksichtigt, da diese auch für den 100% Fall der Alm keine Relevanz haben.

 

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Blackout durch SmartMeter – jetzt nicht wirklich… https://blog.stromhaltig.de/2015/07/blackout-durch-smartmeter-jetzt-nicht-wirklich/ https://blog.stromhaltig.de/2015/07/blackout-durch-smartmeter-jetzt-nicht-wirklich/#comments Fri, 24 Jul 2015 16:49:05 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=8844 Weiterlesen ]]> Inhaltlich nähert sich der Beitrag im PV-Magazin an bekannte Zeitungen mit vielen Bildern und großen Buchstaben an. Es verwundert, dass Forscher sich für einen solchen Bericht tatsächlich zur Verfügung stellen.

SmartMeter sollen Stromausfälle auslösen können. Diesen Plot kennen wir  aus dem Buch Blackout, doch die Ursache die von den Forschern aus Bremen gefunden wurde, ist nicht die Fernabschaltung (wie im Roman), sondern der intelligente Stromhandel. Also SmartMeter knipst das  Netz aus durch SmartTrading.  Oder in anderen Worten: Wenn jeder Stromkunde immer 100% passend handeln würde, dann würde die das Stromnetz kollabieren. Wer will einen großflächigen Stromausfall riskieren, nur um den nicht-privilegierten Stromkunden ein paar Cent Profit zu ermöglichen.

Der Energiewirtschaftsexperte Kuhn macht in seiner Kommentierung einen entscheidenden Einwand:

Selbst wenn also alle Haushalte intelligente Geräte installiert haben, die auf dynamische Stromtarife zugreifen können, so werden sich die Anforderungen an die benötigte Strommenge kaum synchron bewegen. Zu unterschiedlich werden die Tarifstrukturen der Kunden sein oder eben zeitlich versetzt. Außerdem könnten sich Angebot und Nachfrage in recht kurzer Zeit einpendeln da z.B. der Strompreis sinkt, wenn es ein hohes Maß an erneuerbarer Energie gibt. Ein einfacher Regelkreis also, der sich wohl ähnlich verhalten könnte, wie das Abklingen einer Schwingung.

In diesem Punkt besteht der größte Unterschied zwischen Realität und Labor der Forscher (oder Roman). In der Praxis orientiert sich jegliche Optimierung an sehr vielen Faktoren. Ein ganzes Bündel an Parametern, die bestimmen, wann der Kunde Strom haben will und wann nicht. Man darf die Frage stellen, wie viel verschiebbare Last existiert überhaupt in jedem einzelnen Haushalt? Welche Ausgangsbedingungen sind vorhanden?

Am einfachsten lässt sich dies an einer Heizungssteuerrung erklären.  Wann soll warmes Wasser vorhanden sein? Ein Haushalt, bei dem jemand im Schichtdienst beschäftigt ist, wird diese Frage unabhängig vom Preis für die Herstellung beantworten. Etwas verschieben kann auch dieser Haushalt – ist aber nicht in der gleichen Art flexibel, wie ein Haushalt mit Rentnern (theoretisch…).

Ein Schuh wird aus dem Geschreibsel, wenn man tatsächlich auf den Stromhandel schaut. Damit ein Stromhändler – nicht Verbraucher ! – seinen Gewinn steigern kann, muss er den Bedarf seiner Kunden kennen. Erhöht man die Flexibilität bei den Letztverbrauchern, dann fällt es dem Stromhändler schwerer einer “Bestrafung” (Pönalisierung)  durch Fehleinkäufe (=Unterdeckung/Überdeckung) zu vermeiden. Genau ein Tag vor der Meldung im PV-Magazin wurde bei blog.stromhaltig auf diesen Umstand hingewiesen.

Mathematisch haben es sich die Forscher recht einfach gemacht, denn sobald man die Anzahl der Parameter reduziert, kann man lokale Extremas (Minimum/Maximum) finden. An diesem Punkt wird bei Verwendung des entsprechenden Multiplikators die Veränderung einer Eingangsvariable immer zu einem kritischen Wert führen.

Zusammenfassung

Stromausfälle durch SmartMeter kann es im Labor oder in fiktiven Romanen geben. In der Praxis gibt es  durch die Vielzahl von Faktoren beim Stromverbrauch keine einzelne Komponente die Zeitgleich bei allen Marktteilnehmern zur gleichen Reaktion führt.

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Geringfügig verschätzt – Prognoseabweichungen im Day-Ahead https://blog.stromhaltig.de/2015/07/geringfuegig-verschaetzt-prognoseabweichungen-im-day-ahead/ https://blog.stromhaltig.de/2015/07/geringfuegig-verschaetzt-prognoseabweichungen-im-day-ahead/#comments Thu, 23 Jul 2015 10:22:50 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=8833 Weiterlesen ]]> Zu jedem Zeitpunkt muss in das Stromnetz soviel Strom eingespeist werden, wie zum selben Zeitpunkt entnommen wird. Damit dies auch geschieht wird der Einsatz von Kraftwerken geplant auf Basis von Preissignalen aus dem Markt. Der Preis am Markt gibt somit zu jedem Zeitpunkt einen Indikator für die tatsächliche Knappheit der elektrischen Energie. Theoretisch vielleicht – praktisch stimmt der angenommene Verbrauch nur selten mit dem erwartenden Verbrauch überein. Im Schnitt wird in Deutschland/Österreich und Luxemburg 664 MW mehr Strom benötigt, als die Händler am Vortag vermutet haben. Es ist kein Wunder, dass Händler den Bedarf nicht kennen, sind doch über 95% des Stromverbrauchs als impulsiv/spontan zu charakterisieren.

Als Datenbasis dienen die Daten der ENTSOe, welche im aktuellen Format ab dem 05.01.2015 vorliegen und für jeden Viertelstundenwert eine Aussage über den am Vortag geplanten Verbrauch und dem tatsächlichen Verbrauch am Liefertag angeben.

Kommt es hier zu Abweichungen, so  kann die notwendige Balance aus Erzeugung und Verbrauch nur durch drei Maßnahmen hergestellt werden, die jeweils reaktiv angesehen werden muss:

  1. Export/Import über die vorhanden Netzkuppelstellen
  2. Intraday Handel mit Ausgleichenergie
  3. Abruf von Regelenergie

Der Austausch von Strom mit den Nachbarländern ist dank der Preiskopplung die einfachste Option. Der untertägige Handel ist eine reine Korrektur der Unsicherheiten der Einspeisungen, die zum Beispiel den Ausfall von Kraftwerken abfedern kann. Der Abruf von Regelenergie über die Frequenzüberwachung ist die für den Stromkunden teuerste Option.

Warum wissen Stromhändler nicht, wie viel Strom sie einkaufen müssen?

Schaut man sich die Zahlen etwas genauer an, so erkennt man mehrere Muster. Die Frage, welcher Bedarf am schwierigsten zu bestimmen ist, kann man mit einer Auswertung nach Wochentagen ablesen.

Wochentag Mittlere Abweichung
Montag -923 MWh
Dienstag -1141 MWh
Mittwoch -2308 MWh
Donnerstag -955 MWh
Freitag -11 MWh
Samstag 318 MWh
Sonntag 292 MWh

Auffallend ist, dass zum Zeitpunkt der höchsten Industriellenlast der Verbrauch meistens zu gering eingeschätzt wird. Zum Zeitpunkt der Last von privaten Haushalten als zu Hoch. Könnte der Bedarf von Industrie und Privatkunden mit gleicher Genauigkeit prognostiziert werden, dann würde man keine Unterschiede bei den Wochentagen erkennen.

Eigentlich gilt ein direkterer Zugang zum Markt als fördernd, wenn es darum geht, die Knappheit eines Gutes zu ermitteln. Über den Preis sollen Verbraucher animiert werden entweder kurzfristig weniger Strom zu benötigen, oder mehr.

Selbstverständlich kann man nur vermuten, aber was hier geschieht folgt anderen Marktregeln, als üblich. Die Industriekunden scheinen ihren Verbrauch latent als zu gering einzuschätzen. Dies führt am Spot-Markt zu einer künstlichen Erhöhung des Strompreises (=Geringer Bedarf bei gleicher Angebotsmenge).

Fazit

Mehr Marktnähe bei schärferer Bilanzkreisführung wirkt sich negativ auf die Güte der Bedarfsprognose aus. Auf Basis der aktuellen Daten ist die Balance aus Erzeugung und Verbrauch mit flexiblen Strompreisen schwerer herzustellen, als mit starren Tarifnodellen, die entkoppelt von Spotmarkt-Preisen sind.

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Debattenbeitrag zum FlexMarkt https://blog.stromhaltig.de/2015/07/debattenbeitrag-zum-flexmarkt/ https://blog.stromhaltig.de/2015/07/debattenbeitrag-zum-flexmarkt/#comments Wed, 22 Jul 2015 16:07:48 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=8830 Weiterlesen ]]> In einem aktuellen Beitrag des Tagesspiegel stellt Robert Busch vom Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) den FlexMarkt vor und zeigt die Grenzen eines starren, auf festgefahrene Strukturen basierendes Marktdesign.

Bereits im Januar 2015 hatte blog.stromhaltig den Flexmarkt im Hinblick auf eine gemeinsame Realisierung mit dem Hybridstrommarkt näher angeschaut. Strompreise als Signale reichen nicht aus, so der Tenor des Beitrages im Tagesspiegel. Regionale “Strommärkte”, bei denen Kilo-Watt-Stunden gehandelt werden, sind allerdings auch ein Fehler.

Grenzenloser Handel in einem Stromnetz ist nur möglich, wenn man das Idealbild einer Kupferplatte annimmt. Bislang geschieht dies im Börsenhandel und sorgt dafür, dass die sogenannten Redispatch-Kosten im Jahresverlauf 2015 auf bis zu 1 Milliarde Euro ansteigen werden. Kosten, die von den Stromkunden zu bezahlen sind – die allerdings selbst nicht von diesem falschen Ideal profitieren.  Ist der Strom in Hamburg knapp, dann bringt es nichts, wenn man in Nürnberg anfängt Strom zu sparen. Gibt es Überschüsse in Dresden, sollte der Großverbraucher in Mannheim davon nicht monetär profitieren können – obwohl die Netze für den Transport nicht vorhanden sind.

Netzausbau und Design des Strommarktes laufen parallel und bedingen sich gegenseitig. Kosten, die im Strommarkt nicht inkludiert wurden, fallen als Bedarf bei den Netzen an. Im Sinne des ökonomischen Prinzips entsteht kein Ressourcen-Mangel bei der elektrischen Energie, sondern bei den Stromnetzen, weshalb wir eigentlich einen Markt für die verbleibende knappe Kapazität der Stromlogistik benötigen.

Leitungen, Kuppelstellen, Phasenschieber und Regelkraftwerke sind Infrastruktur, die von jemandem gebaut, finanziert und betrieben werden muss. Gerne sieht man bei der Finanzierung die Gesamtheit der nicht-privilegierten Stromkunden   als einzige Quelle.

Soll auf den Ausbau der Stromnetze verzichtet werden, so ist man schnell bei unterschiedlichen Preiszonen und regionalen Strommärkten, aber auch diese bieten ihre Risiken (vergl. Beitrag zur Beibehaltung einer Preiszone in Deutschland/Österreich). Kommt es tatsächlich zu einem Mangel an elektrischer Energie in einem Ort, so sind bei einem freien (regionalen) Markt sofort utopische Preise möglich, wie man es sonst nur aus dem Sprichwort “Ein Königreich für ein Glas Wasser” in der Wüste kennt. Fehlende Liquidität in einem lokalen Markt, machen Extremas beim Preis wahrscheinlicher.

Wie kann also ein Marktmodell aussehen, das regionale Bedingungen im Blick hat und einen Wettbewerb um Flexibilitätsoptionen ermöglicht?

Im Flexmarkt des BNE verfolgt man die Idee zusätzlicher Signale zum Preis. Bei blog.stromhaltig wurde im Jahre 2014 ein solches Signal unter dem Begriff Grünstrom-Index eingeführt, welches hier dienen kann. Entsprechend der lokal vorhandenen Erzeugungsstruktur wird angezeigt, zu welchen Zeiten sehr viel – oder sehr wenig Strom vorhanden ist, der keine Brennstoffkosten verursacht. Da der Index im Jahresschnitt bei 50 liegt, lässt er sich auf alle Komponenten des Strompreises modulieren.

Wergen der direkten Verknüpfung zwischen Kosten des Netzausbaus und dem Design des Strommarktes, ist ein Modell vorstellbar, bei dem Verbraucher durch vermiedene Netzentgelte belohnt werden.

Was sagt der BNE dazu?

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E.ON/AKW Isar 2: Befund an Wärmeschutzrohr https://blog.stromhaltig.de/2015/07/e-onakw-isar-2-befund-an-waermeschutzrohr/ https://blog.stromhaltig.de/2015/07/e-onakw-isar-2-befund-an-waermeschutzrohr/#comments Mon, 20 Jul 2015 10:16:45 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=8828 Weiterlesen ]]> Das Kernkraftwerk Isar 2 ist derzeit für die jährliche Revision abgeschaltet.

Im Rahmen von visuellen Inneninspektionen des Primärkreislaufes wurde an einem Wärmeschutzrohr des Nachwärmeabfuhrsystems ein rissartiger Befund festgestellt.

Wärmeschutzrohre dienen dazu, thermische Belastungseffekte auf den Grundwerkstoff der Rohrleitung zu minimieren. Sie sind nicht Bestandteil der druckführenden Umschließung des Primärkreislaufes und somit ohne sicherheitstechnische Bedeutung.

Eine abschließende Ursachenklärung ist erst nach der Sanierungsmaßnahme möglich.

Das Vorkommnis liegt unterhalb der siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken („Stufe 0“). Der Aufsichtsbehörde wurde es nach der Kategorie „N“ fristgerecht angezeigt.

(Quelle: Pressemitteilung E.ON)

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Exklusiv: Defekte Muffen schuld an Stromausfällen in vielen Städten? https://blog.stromhaltig.de/2015/07/exklusiv-defekte-muffen-schuld-an-stromausfaellen-in-vielen-staedten/ https://blog.stromhaltig.de/2015/07/exklusiv-defekte-muffen-schuld-an-stromausfaellen-in-vielen-staedten/#comments Mon, 20 Jul 2015 00:05:34 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=8820 Weiterlesen ]]> Einige Betreiber von Verteilnetzen in Deutschland bekommen scheinbar in den letzten Monaten häufiger Muffensausen, denn häufiger als gewohnt fällt ein Bauteil aus, welches eigentlich lediglich eine Verbindung sein soll, wie sie tausendfach in den Stromnetzen vorkommt. Die Folge: Erdschluss, wodurch es zu einem Stromausfall kommt. Häufig fatal, denn andere Leitungen übernehmen die Versorgung der Gebiete, wodurch die Belastung auf den Kabelverbindern ansteigt und die Wahrscheinlichkeit einer Materialermüdung an den dort verwendeten Muffen erhöht.

Aus gut informierten Kreisen sind blog.stromhaltig  Informationen zutragen worden, die auf eine bestimmte Charge von Muffen eines Herstellers hindeuten, die allerdings in sehr vielen Stromnetzen verbaut wurde. Kettenreaktionen, wie die in Mannheim zu Beginn des Monats würden sich zumindest teilweise erklären lassen.

Mit im Schnitt etwa 15 Minuten Stromausfall sind wir es in Deutschland gewohnt, dass Strom immer dann aus der Steckdose kommt, wenn wir ihn benötigen. Damit vom Kraftwerk der Strom zu uns ins Haus gelangt, muss er durch das Stromnetz transportiert werden. Das Stromnetz – genauer das Verteilnetz – ist dabei aufgebaut wie ein Baum mit einigen Ringen, welches sich immer weiter verästelt und so jeden Straßenzug erreicht. Es ist nicht ein Kabel, sondern viele Kabel, die verbunden werden müssen. An einer Verbindung von zwei Kabelenden entsteht ein höherer Widerstand und damit Wärme. Um die Verbindung zu schützen, wird eine sogenannte Muffe platziert, die natürlich auch der thermischen Belastung standhalten muss.

In Mannheim, Bremen und Freiburg wurde meist ein erster Stromausfall festgestellt, der zu immer weiteren Stromausfällen geführt hat.  Der Widerstand – und damit die Wärmeentwicklung – die von den Muffen abgeschirmt werden muss, steigt mit der Strommenge. Ist die Muffe nicht genügend beständig, so bietet sie keinen Schutz mehr und es kommt zu einem Erdschluss.

Für den Netzbetreiber ist es sehr schwierig, die defekten Muffen zu lokalisieren, denn nicht immer ist sichergestellt, dass man vollständig die defekte Charge nach verfolgen kann. Provisorisch Austauschen aller Muffen steht ebenfalls in keinem wirtschaftlichen Verhältnis, da sehr viele Erdarbeiten notwendig würden. Die Betreiber leben daher im Sommer mit einem erhöhten Risiko von Stromausfällen.

In einigen Städten scheint man Baumaßnahmen, bei denen es zu den üblichen Beschädigungen der Erdkabel kommen kann, stringenter zu überwachen. Es wurde beobachtet, dass gerade die Ersatzversorgung von Gebieten nach einem Baggerbiss die Wahrscheinlichkeit einer Materialermüdung bei den Muffen vergrößert. Nach einem Erdschluss kann es zusätzlich zu einer höheren Brandgefahr bei den umliegenden Trafostationen kommen.

Beitragsbild: Uwe Schwöbel  [GFDL  or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons (Modifiziert)

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Router als Zimmerheizung https://blog.stromhaltig.de/2015/07/router-als-zimmerheizung/ https://blog.stromhaltig.de/2015/07/router-als-zimmerheizung/#comments Sun, 19 Jul 2015 14:20:29 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=8814 Weiterlesen ]]> Der Bund der Energieverbraucher kann seinen Mitgliedern an manchen Orten in Deutschland eine Wärmebildkamera ausleihen.  Diese Ausleihe ist zwar auf einige Tage (zum Beispiel Wochenende) beschränkt, reicht aber aus, um deutlich mehr auszuprobieren und auszuwerten, als dies ein klassischer Energieberater bei einer Thermographie macht.

Im Sommer ist die Temperaturdifferenz im Freien und im Raum zu gering, als dass man die Isolation des Hauses/Wohnung nach Schwachstellen untersuchen kann. Was man allerdings auch im Sommer sehr gut machen kann, ist eine Untersuchung der Elektroverkabelung und der Geräte. Erstaunlich, was da alles zum Vorschein kommt…Zunächst ein Router. Der Verbrauch ist eigentlich gering – zumindest der jeweilige Momentanverbrauch. Im Falle der Casa Stromhaltig handelt es sich um eine Fritz Box 6360 Cable, welche an manchen Stellen über 50 Grad aufgeheizt wird. Trotz modernem Energiemanagement erwärmt sich das Gerät zu wenigen Zeiten – dann aber richtig.

Erwärmung durch Stromverbrauch von Schaltaktoren
Erwärmung durch Stromverbrauch von Schaltaktoren

Vor 2 Jahen gab es bei blog.stromhaltig den Beitrag 20% für alles ohne Stecker, bei dem es darum ging, dass ein großer Teil des Stromverbrauchs von Geräten verursacht wird, die man sonst kaum im Blick hat. Hierzu zählen Aktoren, wie sie bei einer Heimautomatisierung verwendet werden. In der Casa Stromhaltig sorgen insgesamt 72 Aktoren von Eaton (XComfort) für automatische Rolläden und schaltbare Steckdosen/Licht. Bei der Untersuchung mit der Wärmebildkamera ist jetzt aufgefallen, dass die Dim-Aktoren tatsächlich den Betriebszustand “Aus” kennen, wobei dieser etwas anderes ist, als die “0%” von der Steuerrungssoftware. Ärgerlich – aber nicht verständlich – dass die Jalousie-Aktoren sich auch ohne Betrieb erwärmen (=Strom verbrauchen), was bei normalen  Schaltaktoren nicht der Fall ist. Im Bild kann man dies sehr schön erkennen, der obere Schalter ist ein Rolladen – der untere ein Schaltaktor (Licht).

Wie auch im 20% Beitrag geschrieben, ist der Verbrauch jedes einzelnen Gerätes nicht sonderlich hoch (2 Watt) – nur die Summe macht den Unterschied.

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Lastmanagement im privaten Haushalt https://blog.stromhaltig.de/2015/07/lastmanagement-im-privaten-haushalt/ https://blog.stromhaltig.de/2015/07/lastmanagement-im-privaten-haushalt/#comments Fri, 17 Jul 2015 00:52:03 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=8810 Weiterlesen ]]> Montiert man heute eine Auf-Dach-Photovoltaik-Anlage, so hat man ohne die Verwendung eines Speichers theoretisch 2 Stromtarife. Eines ist die Einspeisevergütung von 12,37 Cent/KWh der andere Tarif ist der normale Stromtarif von zum Beispiel 25 Cent/KWh. Solange die Sonne scheint und man seinen eigenen Strom verbraucht (Eigenstrom), kostet dieser die Einspeisevergütung – geht die Sonne unter, so zahlt man wieder den klassischen Stromtarif. Was kann man mit diesem Wissen anfangen?

Zunächst ist in einem privaten Haushalt der Strom am teuersten, von dem man nichts merkt. Geräte, die auch dann Strom benötigen, wenn man dadurch keinen unmittelbaren Komfortgewinn hat. Hat man halbwegs aktuelle Geräte, so braucht man jedoch keine große Angst vor Stand-By Betrieb haben. Mehr als 30 Watt je Bewohner sollte es aber dennoch nicht sein. Typische Kandidaten sind Stellventile für Fussbodenheizungen, die zum Beispiel im Sommer immer noch Strom benötigen, auch wenn nicht geheizt wird. Die Dauerladung von Mobiltelefonen bei eingeschaltetem Display (manchmal als “Komfortfunktion” für Ladeschalen vorhanden), ist ein Killer.

Unter richtigem Lastmanagement wird verstanden, wenn eine bestimmte Verbrauchsmenge bewusst verlagert werden. Die Waschmaschine, die erst eingeschaltet wird, wenn der Strom vom Dach ausreicht, ein Wasserboiler, der am Tag im Speicher das Wasser auch über die Nacht warm halten kann. Das schöne ist, dass man etwa 50% der reingesteckten Energie sogar verlieren darf, damit es sich dennoch rentiert. Bei Klein-Akkus hat man ein solches Verhältnis, oder bei saisonalen thermischen Speicher. Auch Notebooks und Tablets haben Speicher,  die bei Ladungen mehr Strom benötigen, als sie später beim Entladen wieder freigeben können.

Möchte man in einem Smart-Home das Lastmangement umsetzen, so bieten sich Funksteckdosen an. Sobald Strom in das Netz eingespeist wird, werden die Ladesteckdosen freigeschaltet und Laptops, Tablet und Co. geladen. Bei der Automatisierungslösung von IP-Symcon kann man sich recht einfach die notwendigen Scripte zusammenklicken, um sein ganz eigenes Lastmanagement zu entwickeln.

In der Casa-Stromhaltig hat sich der Verbrauch zwar um 20% erhöht mit einem aktiven Lastmanagement, jedoch der Autarkie-Grad auf etwa 72% im Sommer eingepegelt. Zugegeben: Bis auf den vorhandenen thermischen Saison-Speicher wird dieser Wert nur bei Sonnentagen erreichbar sein.

Als thermischer Saison-Speicher kommt hier übrigens eine Sole-Wärmepumpe mit Flächenkollektoren im Erdreich zum Einsatz, die bei Temperaturen über 25 Grad im Kühlbetrieb läuft.

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Billige(re) Frühverrentung der Deutschen Braunkohle https://blog.stromhaltig.de/2015/07/billigere-fruehverrentung-der-deutschen-braunkohle/ https://blog.stromhaltig.de/2015/07/billigere-fruehverrentung-der-deutschen-braunkohle/#comments Thu, 16 Jul 2015 07:05:40 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=8802 Weiterlesen ]]> Defacto ist die im Weißbuch “Strommarkt 2.0″ vorgeschlagene Kapazitätsreserve – bestehend aus ausschließlich Braunkohlekraftwerken – eine Frührente für eine Technologie, deren Produktlebenszyklus dem Ende zugeht. Im Kompromiss zwischen Bundeswirtschaftsministerium, RWE und Vattenfall unter Orchestration der IGBCE, wurde folgender Deal ausgehandelt:

Ab 2017 bis 2020 gehen insgesamt 2,7 GW an Braunkohlekraftwerke in eine Kapazitätsreserve. Diese ist je Kraftwerksblock auf 4 Jahre befristet. Ist ein Kraftwerk in der Kapazitätsreserve, so darf es nicht mehr am Markt teilnehmen. Der Stromkunde zahlt mit einer (kommenden) Erhöhung der Stromkosten für die Aufrechterhaltung der Betriebsfähigkeit. Nach 4 Jahren ist das Kraftwerk dann endgültig still zu legen und darf kein Strom mehr erzeugen.

Man muss anerkennen, dass damit ein Teil der Braunkohlekraftwerke tatsächlich über die Zeit vom Netz genommen wird. Das würde allerdings ohnehin geschehen, da Kraftwerksblöcke auf eine Lebenszeit ausgelegt sind (30-50 Jahre) und danach ohnehin dem Rückbau zugeführt werden. Gerade die letzten Betriebsjahre können für den Betreiber teuer werden, wenn in den Vorjahren an Reparaturen gespart wurde – man kennt dies von Altautos. Schön, wenn das Kraftwerk/Auto in dieser Zeit zum Garagenwagen wird, und nur noch einmal im Jahr zum Kundendienst rollen muss. Wird man dann dafür entschädigt, kann man sich doppelt freuen.

Würde es diese Form der Frühverrentung bei Autos geben, dann würde ich nach 6 Jahren mein Auto in die Garage stellen, dafür 4 Jahre eine Reparationszahlung kassieren und parallel mir natürlich ein neues Auto kaufen. Das Versprechen, dass ich kein Auto fahren werden, welches älter als 10 Jahre ist, wird dann wirklich einfach.

Nennen wir Namen: Boxberg Block R, BoA 1 und 2 – das sind relativ neue Braunkohlemeiler, die mit Sicherheit nicht auf der Liste oben stehen werden. Im Pressegespräch zum Weißbuch nennt StS Baake auch keine Namen – das wird den Beteiligten selbst überlassen – am Schluss muss die Zahl stimmen.

Erst ab 2020 dürfen auch andere Kraftwerke an der Reserve mitspielen, was einige ältere Steinkohlekraftwerke freuen dürfte, wenn sie es durch die Präqualifikation schaffen, die dann zur Ausschreibung gesetzt wird. Bis 2020 gibt es keine Ausschreibung, da das Bundeswirtschaftministerium davon ausgeht, dass dabei kein vernünftiges Ergebnis herauskommen würde. Man setzt auf die Verhandlungsstärke gegenüber der Betreiber. Ist eigentlich schade, da man im europäischen Gedanken vielleicht auch Kraftwerke in Polen hätte stilllegen lassen können, was vielleicht sogar billiger ist. Hauptsache die Bilanz stimmt…

Als Kosten in Deutschland wird aktuell von 230 Millionen Euro ausgegangen. Was eigentlich nicht wirklich viel Geld ist, die Mehrkosten dürfte bei deutlich unter 8€ liegen (rechnet man nicht wie die RWE). Hierbei fällt auf, dass das um Zustimmung aus der Bevölkerung bemühte BMWi mit 230 Millionen Euro rechnet, die RWE von 900 Millionen Euro ausgeht. Man sieht, wie weit die Verhandlungspartner sich an dieser Stelle einig sind.

Fakt scheint, dass auf jeden Fall der nicht-privilegierte Stromkunde in Zukunft mehr zahlen muss.

Im öffentlichen Braunkohle Memorandum hatte blog.stromhaltig im April 2015 einen Vorschlag gemacht, der auf die Kapazitätsreserve anwendbar ist. Durch die Überführung der richtigen Kraftwerke (Boxberg, Jänschwalde, Schwarze Pumpe, Schkopau und Lippendorf) würden die Kosten der Redispatches deutlich zurück gehen. Die so gesparte Milliarde steht für die Deckung der Kosten einer Kapazitätsreserver zur Verfügung.

Auswirkung auf die Präqualifikation (Auswahl der Kraftwerke in der Kapazitätsreserve):

  • Abhängig von den verursachten Redispatchkosten
  • Reperationszahlungen werden in Höhe der Redispatchkosten der vergangenen 4 Jahre für die kommenden 4 Jahre gezahlt
  • Auf längere Sicht (+8 Jahre) würden die Netzentgelte zurück gehen
  • Systemrelevanz von einzelnen Kraftwerken wird hervorgehoben
  • Marktverzerrende Wirkung einzelner Kraftwerke wird aufgelöst
  • Strukturwandel / Änderung der Stromverbrauchszentren wird langfristig über die Kapazitätsreserve parallelisiert.
  • Die Diskriminierung anderer Energieträger in der ersten Welle würde aufgelöst.

]]> https://blog.stromhaltig.de/2015/07/billigere-fruehverrentung-der-deutschen-braunkohle/feed/ 0 ENTSOe setzt sich für ein “Consumer-Centric Energy System” ein https://blog.stromhaltig.de/2015/07/entsoe-setzt-sich-fuer-ein-consumer-centric-energy-system-ein/ https://blog.stromhaltig.de/2015/07/entsoe-setzt-sich-fuer-ein-consumer-centric-energy-system-ein/#comments Wed, 15 Jul 2015 16:39:25 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=8800 Weiterlesen ]]> Nach einer aktuellen Meldung des Verband Europäischer Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E), soll das Stromnetz, der Strommarkt und die Stromkunden näher zusammenrücken.

The European Commission’s Communication on New Retail Energy Markets marks an important step towards a consumer-centric energy system. ENTSO-E particularly welcomes the emphasis placed on enabling consumers to provide system services such as balancing power through distributed generation and Demand Side Response (DSR). We strongly believe that consumers should be able to participate in all markets as this will help achieving EU policy goals more cost-efficiently.

Auf nationaler Ebene versucht man die Stromkunden möglichst weit vom Strommarkt abzuschirmen und hinter Bilanzkreisen zu verstecken. Die (kostenpflichtige) Übernahme von Systemdiensten soll den bestehenden Akteuren vorbehalten bleiben. Bereits im Beitrag “Der Kunde im Strommarkt 2.0” wurde auf diesen Missstand im laufenden Gesetzgebungsverfahren hingewiesen. Die ENTSOe nennt konkrete Handlungsfelder, die man sich in dieser Form auch für Deutschland wünschen würde. Der BDEW und BEE könnte als Visionsgeber auftreten, wodurch ein Konzens von etwa 30% der Stromerzeugungsunternehmen bereits gegeben sein würde.

This will require intensified collaboration between transmission system operators (TSOs) and distribution system operators (DSOs). It will also require appropriate arrangements for data management, to ensure that TSOs, DSOs, suppliers and other market participants are able to have access to the required data in timely and transparent manner.

Ist die Kommunikation effizient gestaltet, so können Preissignale des Marktes auch physikalisch transportiert werden. Es handelt sich hierbei um hoch-dynamische Daten, die frei von Diskriminierung allen Marktteilnehmern (auch den Stromkunden) zugänglich gemacht werden muss. Akzeptanz für eine nachhaltige Durchführung der Stromwende entsteht, wenn der Kommunikationsprozess – auch bei bestehendem Unbundling – den Spannungsniveaus folgt und Dienstleistungen entlang der Wertschöpfungskette der Stromlogistik entwickelt werden können.

Für den Aufbau eines soliden Rahmenwerkes fordert die ENTSO-E:

TSOs and DSOs need to provide consumers access to participate in all markets. All resources (generation, storage and demand) connected to transmission or distribution grids should be able to participate in energy markets and offer services to the system – especially flexibility services. This will require appropriate market frameworks supported by TSOs and DSOs.

Verteilnetzbetreiber und Übertragungsnetzbetreiber haben aktuell keine Kommunikation mit dem Kunden. Lediglich bei den Stromanbietern existiert ein Konzept für Kunden. Bei dieser Ausklammerung gibt es in Deutschland keinen Unterschied, ob man vom typischen Mittelständler oder den privaten Stromkunden spricht – bei den Netzbetreibern verschwinden sie hinter einer Zählpunktnummer. Soll der Kunde integriert werden, so muss das Marktdesign hierfür den Anfang machen. Der Strommarkt 2.0, wie er bislang favorisiert wird, ändert hier nichts (vergl. Memorandum Strommarkt 2.0).

Resources should be able to value their potential where it is the most efficient for them (balancing and reserves, system services, day-ahead and intraday markets, congestion management, contracts with DSOs or TSOs as an alternative to grid reinforcement, etc.). Creating exclusive, fragmented markets per DSO and per TSO will jeopardize this ability for resources to maximize their economic potential. Furthermore, enabling the market participation of DSR will require removing all barriers to aggregation. This means that consumers should be able to aggregate regardless of their connection points.

Gerade der letzte Satz gibt Hoffnung. Bislang verhindern Markteintrittsbarrieren, dass Stromanbieter aus anderen EU-Ländern in Deutschland aktiv werden können. Lediglich bei der Vergabe der Verteilnetzkonzessionen ist man an europäischen Ausschreibungen gebunden – der Stromkunde ist im nationalen Markt gefesselt.

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