blog.stromhaltig https://blog.stromhaltig.de Damit der Strom der aus der Steckdose kommt ein bisschen nachhaltiger ist. Wed, 26 Nov 2014 15:17:24 +0000 de-DE hourly 1 http://wordpress.org/?v=3.8.5 [Infografik] Tipps fürs Energiesparjahr 2015 https://blog.stromhaltig.de/2014/11/infografik-tipps-fuers-energiesparjahr-2015/ https://blog.stromhaltig.de/2014/11/infografik-tipps-fuers-energiesparjahr-2015/#comments Wed, 26 Nov 2014 15:16:53 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=7142 Smappee erinnert daran, dass es ein erstaunliches Phänomen gibt: Meist vergisst man das Thema Stromverbrauch ein paar Tage nach dem Erhalt der Stromrechnung am Jahresende. Eine Infografik zeigt, welche Potentiale mit einem kontinuierlichen Verbrauchsmonitoring erzielt werden können.

Smappee-Infographik-2015-Web

Mit Smappee wird 2015 zum Energiesparjahr

Ein Neujahrsvorsatz für den nachhaltigen Umgang mit Energie 

Kortrijk, 26. November 2014 – Pünktlich zu den Weihnachtsfeiertagen schnellt der Stromverbrauch in deutschen Haushalten traditionell in die Höhe. Lichterketten erleuchten den Garten, im Wohnzimmer wird die Dekoration angeschaltet, Tiefkühltruhen werden voll beladen, der Backofen nun vermehrt genutzt und auch andere Küchengeräte laufen im Dauerbetrieb.

Spätestens mit Erhalt der jährlichen Stromrechnung wird klar, der beste Vorsatz für 2015 sollte die langfristige Senkung des eigenen Energieverbrauchs sein. Dafür stehen dem Verbraucher jetzt innovative Lösungen aus dem Smart Home-Bereich zur Seite, beispielsweise der intelligente Energiemonitor Smappee. Wie ein persönlicher Coach im Fitnessstudio motiviert Smappee den Nutzer zum Abspecken. Schlanker wird in diesem Fall die persönliche Energiebilanz.

Mit Hilfe intelligenter Technologien und einer bedienerfreundlichen App für das Smartphone oder Tablet misst Smappee den Stromverbrauch von Elektrogeräten im Haushalt und identifiziert Stromfresser. Insbesondere über das kontinuierliche Echt-Zeit-Feedback liefert Smappee dem Verbraucher Möglichkeiten zur unmittelbaren Kontrolle der Energiebilanz. Regelmäßige Erinnerungen sensibilisieren für einen bewussteren Stromverbrauch und führen langfristig zu einem geänderten Nutzungsverhalten. „Den eigenen Stromverbrauch senken zu wollen, ist mühselig, wenn wir nur einmal im Jahr über die Stromrechnung Auskunft über unseren Verbrauch erhalten. Smappee dagegen informiert uns täglich“, erklärt Stefan Grosjean, Gründer und CEO von Smappee. „Mit dieser professionellen Unterstützung können wir unseren Neujahrsvorsatz Energie zu sparen viel leichter in die Tat umsetzen. So kann jeder Einzelne seinen Beitrag zu einem nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen leisten.“

Eine Besonderheit des Energiemonitors sind die Trigger-Optionen der App sowie der Smappee Comfort Plug. Damit lassen sich vordefinierte elektronische Geräte automatisch an- oder abschalten – zum Beispiel immer zu einer bestimmten Uhrzeit, wenn der Nutzer schlafen geht oder das Haus verlässt. Stromfressende Standby-Zeiten werden vermieden und die Steuerung der Geräte von unterwegs aus oder per Zeitschaltplan ist nicht nur komfortabel, sondern minimiert auch den Stromverbrauch.

Neben den Möglichkeiten, die Smappee bietet, gibt die beiliegende Infographik zusätzliche Tipps wie 2015 zum persönlichen Energiesparjahr wird.

Über Smappee

Smappee entwickelt innovative Lösungen zur Unterstützung eines nachhaltigen Energieverbrauchs. So bietet Smappee dem Anwender benutzerfreundliche, erschwingliche und effiziente Mittel, um weniger Energie zu verbrauchen, ohne dabei Komfort einzubüßen. Der Slogan „Let’s win“ verdeutlicht: von Smappee profitiert nicht nur der Konsument, sondern auch die Umwelt.

Smappee ist nicht nur der Name des Produkts, Smappee ist auch das dahinterstehende Unternehmen. Es wurde im Jahr 2012 von Stefan Grosjean, einem Experten aus dem Bereich Energiemanagement, gegründet. Zuvor gründete Grosjean Energy ICT, das er zu einem weltweit führenden Unternehmen im Bereich Energiemanagementlösungen für industrielle und kommerzielle Unternehmen, Behörden sowie Energielieferanten ausbaute. Mit Smappee möchte er seine Erfahrungen nun zu Gunsten der Privatverbraucher einsetzen.

Smappee erhielt das „Henry van de Velde Label 2014“ für die qualitative Gestaltung des Produkts, sowie der App und gewann die „Deloitte Raising Star 2014“ Auszeichnung für Innovation und Marktpotential des Unternehmens.

Smappee hat seinen Sitz im belgischen Kortrijk. Die Produkte sind über den Webshop www.smappee.com/de erhältlich, sowie europaweit über den Apple Online Store und die Smappee Partner.

(Pressemitteilung, Infografik & Beitragsbild: Smappee)

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Marktplätze der Zukunft – Hart aber Fair? https://blog.stromhaltig.de/2014/11/marktplaetze-der-zukunft-hart-aber-fair/ https://blog.stromhaltig.de/2014/11/marktplaetze-der-zukunft-hart-aber-fair/#comments Wed, 26 Nov 2014 07:49:58 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=7129 Das ausgehende 2014 steht unter dem Zeichen des Markt-Designs. Mit dem Grünbuch hat das Bundes-Wirtschaftsministerium die Interessierten Akteure aufgerufen ihre Vorschläge einzureichen. Die Ansätze, die aktuell zur Debatte stehen, können unterschiedlicher nicht sein. Da steht das Grünstrom-Markt-Modell auf der gleichen Bühne wie der Hybridstrommarkt.

Gleich eine ganze Sammlung von unterschiedlichen Modellen lassen sich unter dem Begriff Kapazitätsmärkte zusammenfassen. Im Oktober hatte Kai bei Dialog-Energie-Zukunft angefangen einen Überblick zu erstellen. Mittlerweile sind zwei sehr anschauliche Infografiken für den Dezentralen Leistungsmarkt und die strategische Reserve entstanden.

blog.stromhaltig vertritt ganz klar ein Modell. Das Thema Markt-Design schafft es nicht in die Massenmedien, vielleicht können die Kollegen von Dialog-Energie-Zukunft allerdings einen Schlagabtausch organisieren.  Hart – aber fair?

Montag Abend, 21:00 Uhr – Erstes Deutsches Fernsehen. Der Moderator erscheint im Bild und stellt die Gäste des heutigen Abends vor. Dann – ein Einspieler und das Thema der Sendung: “Warum werden die Stromkunden vom Markt-Design ausgeschlossen?”

(Durch eine Schwankung im Stromnetz ist leider ein Teil der Aufzeichnung verloren gegangen – Lediglich die Kommentierung von Zoerner und die Fragen des Moderators sind erhalten geblieben)

Zoerner (unterbricht Boris Schucht): “Von Markt würde ich nicht sprechen, denn ein Markt sollte aus Angebot und Nachfrage bestehen. Gerade in Ihrem Zuständigkeitsbereich auf dem Gebiet der 50 Hertz Transmission GmbH sieht man sehr genau, wie Überkapazitäten in einem Landesteil zu Reserven in einem anderen Landesteil führen.”

Moderator: Das müssen Sie jetzt aber etwas deutlicher beschreiben.

Zoerner: “Sehr günstiger Strom kommt zur Zeit aus thermischen Kraftwerken in Brandenburg/Sachsen. Dieser Strom verdrängt teurere Kraftwerke im Westen, die dann unter den Schutzschirm der Rervekraftwerksverordnung fallen. Es ist kein Instrument, welches uns Zeit verschafft, sondern Kosten verallgemeinert, die der Markt nicht leisten kann. Überbrücken einer Zeit mit strategischen Reserven, ist das Heulen von morgen, wenn man nicht mehr alternativlos am Markt ist.”

Moderator: Jetzt lassen sie auch mal die anderen zu Wort kommen…

Zoerner reuspert sich und schweigt.

Zoerner (fällt ins Wort): “Also Herr Dr. Pfeiffer, es will ja keiner bestreiten, dass der Strommarkt kaputt ist und einen grundlegenden Neuaufbau braucht. Aber was haben die Erneuerbaren bitte mit fehlender Konkurrenz zu tun? Der Strom aus der genannten Einspeisevergütung wird an der Strombörse von Unternehmen wie das von Herrn Schucht vermarktet. Die Geldzahlungen an die Betreiber haben mit der Konkurrenz auf einem Markt erst einmal nichts zu tun”

Moderator (leicht zornig): Jetzt lassen sie ihn doch ein mal ausreden!

(Einige Sekunden später)

Zoerner aus dem Off:  Ein Markt – ich bin bei Ihnen!

(Einspieler Hybridstrommarkt – Gerne auch Info-Grafik vom DEZ-Blog)

Moderator: Herr Zoerner, was sehen Sie als wichtig an, beim zukünftigen Stormhandel?

Zoerner: Im Hybridstrommarkt wird dem Stromkunde eine Eigenverantwortung gegeben. Reserven und Kapazitäten sind Diskussionen, die von einem geschätzten Bedarf ausgehen – einem geschätzten Risiko. Der Bürger kann nicht entscheiden, wie viel Strom er braucht. Beim Hybridstrommarkt wählt der Kunde  aus, an welchen Kapazitäten er sich in welcher Menge beteiligen will. Braunkohle, PV, Windkraft – 1% von der Erzeugung hier, 1 Promille von der Erzeugung dort. Reichen die Kapazitäten nicht aus, so bekommt er Ausgleichenergie (wie Grundversorgung) geliefert. Zeitgleich und Mengengleich. Geben wir doch zu, das Stromnetz und all die Systemdienste können nur schwer über Mengenmodelle abgerechnet werden, das beißt der Wunsch zum Energiesparen in den Schwanz der Rentabilität.

——– ES FEHLT EIN ZWISCHENRUF

Zoerner: Ach Quatsch! Der Stromkunde ist sehr gut darüber informiert und kümmert sich auch darum. Nicht nur in Schwaben haben die Kinder Mathe im Unterricht und können damit mündige Entscheidungen im kaufmännischen Bereich treffen. Anlagenbetreiber freut es, denn Kapazitäten zu vermieten  - anstelle Strommengen zu verkaufen, bedeutet Planungssicherheit über die gesamte Laufzeit.

(einige Minuten später)

Moderator: 2017 – auch ein Ziel für das Hybridstrommarkt Modell?

Zoerner: Natürlich, es lässt sich fließend einführen – ab heute. Die Anpassungen in den entsprechenden Gesetzen sind überschaubar. Schätzungen ergeben, dass wir auch nicht erst 1 Milliarde Euro in die Hand nehmen müssen.

Zoerner: Bitte überprüfen Sie dies im Fakten-Check. Transparenz muss auch bei den Zahlen zum Hybridstrommarkt gegeben sein.

//ENDE//

(Beitragsbild: DuncanNelson @ pixabay – modifiziert)

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Führer der vierten Gewalt https://blog.stromhaltig.de/2014/11/fuehrer-der-vierten-gewalt/ https://blog.stromhaltig.de/2014/11/fuehrer-der-vierten-gewalt/#comments Tue, 25 Nov 2014 07:08:02 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=7120 Meinungsführerschaft, oder wie wir es nennen, die Macht der 4. Gewalt auf das Volke. 

Es gibt Fakten, diese zu interpretieren ist die Aufgabe der publikativen Gewalt in einem System der Gewaltenteilung. Investigativ bedeutet auch, dass der einseitige Informationsvorsprung genutzt werden kann. Schlecht ist, wenn die Gewalten verrutschen.

Bei der Berichterstattung zur Stromwende gibt es immer wieder das Phänomen, dass Fakten von Behörden in einzelnen Medien auftreten, bevor diese eigentlich verfügbar sein sollten. So entsteht eine Leit-Interpretation, die sich immer weiter von den Fakten verabschiedet. Eine Analgesie durch Schlagzeilen. Den Stromkunden relaxieren und intubieren….

Der Bericht im Handelsblatt bezieht sich auf Fakten aus einem Kurzbericht der Bundesnetzagentur (BNetzA) zur Sytemsicherheit. Leider scheint bei der Quelle, eine öffentliche Einrichtung, eine Panne bei der Pflege der Webseite vorhanden zu sein, denn dort wird unter Aktuelles und bei einer Suche nach „Systemsicherheit“ kein Kurzbericht gelistet. (Beitrag April 2013)

Die neue Informationsfreiheit ist eigentlich recht schön. Per Online-Medien lassen sich sehr schnell die Meldungen verteilen. Kurz nach Freischaltung kann auf der Webseite eines Unternehmens oder einer Behörde die Quelle der Information betrachtet werden. Wer selbst ein Bild haben möchte, der geht zur Quelle und interpretiert selbst.

 Bei einigen von Steuergeldern finanzierten Organen scheint dies nicht ganz zu funktionieren. Immer wieder finden sich Meldungen in einzelnen Medien, die an der Quelle nicht verifiziert werden können. Es ist nicht die Schuld des Journalisten, der veröffentlicht, es ist die Schuld des Informations Managements, wenn die Quelle ausfällt. Unschön für den Interessierten, ärgerlich für kleinere Medien, da eine Möglichkeit zur Deutung beeinträchtigt wird.

Nur großen Medien wird es vom Publikum gestattet einen Beleg durch schwammige Verweise zu belegen:

… heißt es im Monitoringbericht der Bundesnetzagentur (BNetzA), der offiziell Anfang Dezember vorgestellt werden soll … (Quelle: Stefan Schultz @ Spiegel Online)

Im Rennen um die Führerschaft folgt zunächst das Replik , bevor der Führer spricht: “Drohende Stromsperre: Was tun?”

Blackout bis 2016?

Die BNetzA mahnt beim Netzausbau weiterhin Tempo an. Nach Einschätzung der Übertragungsnetzbetreiber “sollen bis zum Jahr 2016 etwa 40 Prozent der Leitungen fertiggestellt sein”, heißt es im Monitoringbericht. Sonst drohen Engpässe in Deutschlands Stromversorgung. (Quelle: Spiegel Online)

Hätte man diese Information in einem Zitat genehmigen lassen wollen, so hätte die Bundesnetzagentur bestimmt zugestimmt.

Wobei das Zitat fängt ja erst bei der Spekulation über den Fortschritt an und hört schon deutlich vor den Engpässen auf.

(Beitragsbild: “Bei den Medien = Nase rein” @ Marionetten-Theater Wiesloch)

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83 Milliarden Euro sind 2014 schon durch den Schornstein gegangen… https://blog.stromhaltig.de/2014/11/83-milliarden-euro-sind-2014-schon-durch-den-schornstein-gegangen/ https://blog.stromhaltig.de/2014/11/83-milliarden-euro-sind-2014-schon-durch-den-schornstein-gegangen/#comments Mon, 24 Nov 2014 22:43:46 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=7127

Bereits verbrannt.

Seit 1.1.2014

  • 4.371 € je Haushalt
  • 17 Tonnen CO2 je Haushalt

dazu kommen 1,1 Milliarden €:
Zuschüsse für den Absatz deutscher Steinkohle zur Verstromung, zum Absatz an die Stahlindustrie sowie zum Ausgleich von Belastungen infolge von Kapazitätsanpassungen. (Ein Danke!)

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Algorithmische Kommunikation – #Strompreis2015 https://blog.stromhaltig.de/2014/11/algorithmische-kommunikation-strompreis2015/ https://blog.stromhaltig.de/2014/11/algorithmische-kommunikation-strompreis2015/#comments Mon, 24 Nov 2014 07:18:28 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=7114 Es ist November, oder die Zeit, an der die Strompreise für das kommende Jahr an die Kunden zu kommunizieren ist. Auf Hochtouren wird formuliert, was kommuniziert und als Nachricht beim e-Junkie ankommen soll.

Der Experte für Stromtarife Björn L. Kuhn schrieb unlängst:

Stellt sich die Frage, ob tatsächlich die gesunkenen Preis an der Leipziger Strombörse Grund für die Senkungen sind, oder ob die Versorger nicht die Gunst der Stunde erkannt haben und ein wenig das Image aufpolieren wollen. Der monatliche Euro weniger bei einem Single-Haushalt ist vermutlich billiger als die üblichen Marketing-Maßnahmen bei Preiserhöhungen.  (Quelle)

Am Beispiel des Schreibens der Süwag ein kleiner linguistischer Ausflug….

In einer Zeit, als der Strom noch aus der Steckdose kam, hat sich blog.stromhaltig mit dem Thema Computer-Linguistik versucht. Ein Thema, bei dem man bereits in der ersten Vorlesung lernt, dass Zynismus der Tod für jeden Geheimdienst dieser Welt ist. Der Versuch Sprache inhaltliche mit Hilfe von digitalen Algorithmen zu verstehen gelingt nur bedingt.

Gegeben der Satz:

Die Umlage nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) sinkt leicht, aber gleichzeitig steigen die Netznutzungsentgelte deutlich. Es ist uns dennoch möglich, die mit der Energiewende verbundenen preissteigernden Effekte mehr als auszugleichen.

Ergebnis dieser Berechnung: -0,5ct/kWh

Versucht ein Computer diese beiden Sätze zu verstehen, so wird er zunächst versuchen eine Gewichtung den bestimmten Begriffen zuzuordnen:

EEG*x + Netznutzungsengelte*y = -0,5ct
x = "sinkt leicht"
y = "steigen deutlich"

Im folgenden wird mit einer Hypothese gearbeitet, welche die Attributierungen leicht und deutlich in ein Verhältnis setzt. Daraus ergibt sich die Bedinung:

leicht < deutlich

Das sprachverarbeitende Ding versucht nun durch ein komplexes Verfahren, die Unbekannten zu lösen (= Googeln?).  Mit dem Ergebnis, dass die EEG Umlage von 6,24 Cent auf 6,17 Cent zurück gegangen ist. Ergibt die aus den Medien bekannten 0,07 Cent.

0,07 Cent < "deutlich"

Eine Herausforderung, die man auch aus anderen Bereichen der EDV kennt, ist dass eine algorithmische Verarbeitung immer deterministisch sein muss. Randbedingungen sind entweder einzuschließen, oder werden nicht berücksichtigt.

Wenn gilt…

0,07 Cent < 0,5 Cent

… dann sind entweder die Netzentgelte deutlich zurück gegangen (-0,43 Cent/kWh), oder der Kausalkette fehlt ein Glied.

Was in der aufgeführten Begründung nicht steht, dass die RWE Tochter Süwag selbst Netzbetreiber mit ihrer Verteilnetztochter Syna ist.  Man hätte also den Kunden auch sagen können, dass die Verteilnetze mehr Geld brauchen.

Der Besitzstand ist gewahrt, so schaut für 2015 auch keiner mehr hin, was bei der Konzessionsvergabe eigentlich einmal als Bedingungen gegolten haben:

  • 30% Netzsicherheit
  • 25% Effiziente, preisgünstige und verbraucherfreundliche Versorgung

Aufarbeiten darf man dies alles in der Geschichtsstunde. Spannender ist es, den fehlenden Punkt zu finden, der hier preissenkend gewirkt hat. Zudem hat man als Letztverbraucher von Strom nur bei Kommunalwahlen einen Einfluss auf den Netzbetreiber.

Als Stromkunde kann man nach belieben den Stromanbieter wechseln. Diese sparen aktuell deutlich ein, da im Zuge der Energiewende die Brennstoffkosten für die Erzeugung von Strom zurück gegangen sind. Sonne und Wind stellen keine Rechnung – der Regen auch nicht – gerade Anbieter, mit einem hohen Anteil aus diesen Quellen spüren dies bei ihren Einkaufsbedinungen auf dem Contracting Markt (EEX, OTC,…). Konkurrenz führt dazu, dass diese verbesserten Bedingungen weitergeben werden an die Verbraucher. Auf diesen Märkten gibt es allerdings keinen EEG-Strom zu kaufen.

EEG-Strom wird an den Spot-Märkten (eigentlich dem Spot-Markt) gehandelt. Auf der Käuferseite treten hier die Verteilnetzbetreiber auf, da es sich um ein sehr kurzfristiges Geschäft (Day-Ahead, Intraday) handelt. Die am Spot-Markt günstigen Preise werden verursacht durch das  Erneuerbaren-Energien-Gesetz, und entfaltet eine preisstabilisierende Wirkung auf die Netzentgelte. Im gleichen Zuge, wie die kosten in den Verteilnetzen durch schwankende Lasten steigen, fallen die Preise am Spot-Markt.

Wie soll man das bitte in zwei Sätzen schreiben?

]]> https://blog.stromhaltig.de/2014/11/algorithmische-kommunikation-strompreis2015/feed/ 4 Stromnetz: Synchron per Marktdesign https://blog.stromhaltig.de/2014/11/stromnetz-synchron-per-marktdesign/ https://blog.stromhaltig.de/2014/11/stromnetz-synchron-per-marktdesign/#comments Fri, 21 Nov 2014 07:07:19 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=7105 Eine der größten Herausforderungen eines zukünftigen Strommarktes ist es, die Marktentwicklung mit den physikalischen Gegebenheiten abzustimmen. Im Stromnetz muss immer soviel Strom eingespeist werden, wie zeitgleich entnommen wird. Jegliche Abweichungen zwischen Marktgeschehen (Angebot/Nachfrage) und physikalischem Stromfluss verursachen eine Verzerrung.

Diese Unstimmigkeit zwischen realer Welt und ökonomischer Abbildung führt zu Kosten die bislang verallgemeinert werden, da sie nicht den Verursachern zuzuordnen sind.

Ein Hybridstrommarkt adressiert diese Herausforderung, in dem es dem Stromverbraucher die Möglichkeit einräumt seinen Verbrauch mit der Erzeugung zu synchronisieren.

Hybridstrommarkt -Modell

Das Hybridstrommarkt-Design zeichnet sich dadurch aus, dass es dem Letztverbraucher die Möglichkeit gibt seinen Strombezug aus zwei verschiedenen Komponenten zusammenzubauen: Kapazitätsmiete und Leistungsabrechnung.

Für die erste Komponente mietet sich der Letztverbraucher auf Zeit bei einer Erzeugungsanlage ein. Im Gegenzug erhält der Stromkunde einen Anteil des erzeugten Stroms. Sämtliche Transport und Stromlogistikkosten sind im Mietpreis enthalten.

Die Leistungsabrechnung entspricht der heute üblichen Abrechnung nach Kilo-Watt-Stunden Entnahme. Im Hybridstrommarkt wird diese Energy-Only-Abrechnung als Ausgleichenergie bezeichnet.(vergl. Hybridstrommarkt in 100 Worten)

Anreizfaktoren im Hybridstrommarkt

Das Marktdesign animiert den Kunden den Bezug von Ausgleichenergie möglichst zu minimieren. Der Verbrauch wird in Zeiträume verlagert, bei denen eine ideale Nutzung der gemieteten Kapazitäten gegeben ist. Der Stromkunde optimiert sein Verhalten auf Basis der Bedingungen zweier Märkte.

Der Kapazitätsmarkt, welcher für die die Anmietung genutzt wird, hat die Aufgabe die erzeugte Strommengen möglichst verlässlich zu prognostizieren und erhält als Gegenleistung eine Abnahmegarantie durch den Mietzins des Verbrauchers.

Der Markt für Ausgleichenergie, hat als Herausforderung, dass es keine garantierte Abnahmemengen gibt. Im Gegenzug dürften die erzielbaren Preise deutlich höher und volatiler ausfallen, als dies am heutigen Intraday/Spot-Markt möglich ist.

Durch die Entkopplung in zwei verschiedene Märkte bis zum Letztverbraucher, werden in einem Hybridstrommarkt eine natürliche Synchronisierung zwischen dem Bedarf und der Erzeugung hergestellt.

Abgrenzung zum heutigen Markt

Beim heutigen Marktdesign werden bereits die Elemente des Hybridstrommarktes erfolgreich zwischen den Markt-Akteuren eingesetzt. Anlagen in der EE-Direktvermarktung müssen ihre Abweichungen zwischen Lieferprognose und realer Lieferung untertägig als Ausgleichenergie beschaffen oder veräußern. Abweichungen auf der Verbrauchsseite werden durch die Regelenergie oder/und dem Handel der Verteilnetzbetreiber ausgeglichen.

Fehlende Synchronisation führt zu Speicherbedarf

Der Aufbau von Stromspeichern dient vor allem zum Abfedern der Diskrepanz zwischen Erzeugung und Verbrauch. Durch eine verbesserte Kopplung kann der Bedarf an elektrischen Speichern deutlich reduziert werden.

Speicher, wie sie bei der sogenannten Eigenstromnutzung verwendet werden, können auch bei kleinen Erzeugungsanlagen dazu genutzt werden, die Restlast von Ausgleichenergie aus dem Stromnetz zu minimieren.

Einführung des Hybridstrommarktes

Am Tag 0 der Einführung beziehen die Letztverbraucher wie gewohnt ihren Strom, es ändert sich lediglich die Bezeichnung von Haushaltsstrom in Ausgleichenergie.

Sobald Angebote für die Miete vorhanden sind, verändert sich das Verhältnis zwischen Kapazität und Leistungsbezug. Ein Hybridstrommarkt kann daher zu jedem Zeitpunkt eingeführt werden.

]]> https://blog.stromhaltig.de/2014/11/stromnetz-synchron-per-marktdesign/feed/ 1 25 Jahre nach Mauerfall: Zerstörte Stromwirtschaft im Westen https://blog.stromhaltig.de/2014/11/25-jahre-nach-mauerfall-zerstoerte-stromwirtschaft-im-westen/ https://blog.stromhaltig.de/2014/11/25-jahre-nach-mauerfall-zerstoerte-stromwirtschaft-im-westen/#comments Thu, 20 Nov 2014 07:40:56 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=7098 In der DDR gab es nur ein wirklich produktives Kernkraftwerk für die Sromerzeugung in Rheinsberg. Die Einspeisung mit 70 MW kann aus heutiger Sicht eher belächelt werden. Der größte Teil der benötigten elektrischen Energie stammte aus Braunkohle oder Steinkohlekraftwerken. Der Tagebau in der Lausitz – somit im eigenen Land – machte die Versorgung mit dem Rohstoff günstig.

25 Jahre nach dem Ende der DDR sorgen diese Besonderheiten für die größten Probleme im Stromnetz und einem Stillegungsstop im Westen der Republik.

Blühende Landschaften brauchen recht wenig Strom. Privilegierte Industrieunternehmen wurden nur wenige auf dem Gebiet der ehemaligen DDR angesiedelt, man setzte eher auf den Boom von Baumärkten, Videotheken und Dienstleistungen. Der Stromverbrauch war und ist bis heute gering.

Die Verstromung von Braunkohle existiert allerdings weiter. Aktuell im Besitz von Vattenfall – vielleicht  irgend wann einmal im Besitz der Steuerzahler. Strom, der extrem günstig ist und durch eine Ausbreitung des Börsenhandels für jeden Stromhändler in Deutschland verfügbar ist.

Billig-Stromland: Thüringen/Sachsen
billigstrom

Im Gebiet um Leipzig und Cottbus wird heute deutlich mehr Strom produziert, als die Verbraucher benötigen. Das Ergebnis: Der Strom muss über die Netze abtransportiert werden. blog.stromhaltig hat eine tagesaktuelle Visualisierung der Re-Dispatches bereitgestellt, die zeigt, wie oft die Netze nicht ausreichend dimensioniert sind, um den Strom auch tatsächlich zu transportieren.

Merit Order und die Stromauktion

Der Handel an einer Börse wird auch als Auktionen bezeichnet, da im Prinzip immer der günstigste zum Zuge kommt. Unter Merit-Order versteht man die Umsetzung auf den Strommarkt. Ist das Auktionsergebnis (=Preis) niedrig, so kommen nur Erzeuger zum Zuge, die einen niedrigen Gestehungspreis haben.

Direkt nach der Wende hatten die Kernkraftwerke in Westdeutschland die günstigsten Einspeisepreise, gefolgt von Braunkohle, Steinkohle,… – Durch den langsamen Ausstieg aus der Atomkraft fallen für größere Betreiber die Kraftwerke weg, die am günstigsten waren. Es verbleibt die Braunkohle als Ausstiegsgewinner. Dieser Kraftwerkstypus befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den Abbaugebieten: Ruhrgebiet und Lausitz.

enbwDer Stromerzeuger EnBW aus Süd-Westdeutschland hat schon frühzeitig den Standortnachteil erkannt und ist in das Kraftwerk Lippendorf eingestiegen. Dennoch verdrängt auch weiterhin der Braunkohlestrom die Anlagen im Südwesten – dem Stammland der EnBW.

Doppeltes Kraftwerkchen

Was den Stromhandel antreibt, ist Geld. Die Bevölkerung und vor allem die Wirtschaft braucht aber Energie. Die Brücke dazwischen ist eine leidige Diskussion, die zum komplexen Thema der Reservekraftwerke führt. Das Stromnetz ist keine Kupferplatte, der es egal ist, wo erzeugt wird.

25 Jahre nach dem Mauerfall knirschen die Kraftwerksbetreiber im Westen mit den Zähnen, da sie von der billigen Erzeugung aus dem Osten vom Markt verdrängt werden.

Fehlt eigentlich nur noch der Sündenbock…

(Beitragsbild via anja_ferstl0 @ pixabay – modifiziert)

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Quark aus Schleswig-Holstein https://blog.stromhaltig.de/2014/11/quark-aus-schleswig-holstein/ https://blog.stromhaltig.de/2014/11/quark-aus-schleswig-holstein/#comments Wed, 19 Nov 2014 11:30:40 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=7087

Vorwarnung:
Dieser Beitrag dokumentiert hervorragend das Verständnis des Elektrizitätsystems bei EE-Gegnern.  (In Anlehnung an Bert Robel)

Sie ist wieder da! Die Panik vor dem Blackout. Zum Thema mehrtägige Stromausfälle in einer Zivilgesellschaft meint der SWH-Landtag Dr. Rolf-Oliver Schwemer (CDU) in der SHZ:

 „Die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario steigt“

Zugegeben, der Betrieb von Stromnetzen wird komplizierter – und der Strom aus Erneuerbaren Anlagen muss anders versorgt werden, wie der aus Kernkraftwerken.  Warum muss man in einem journalistischen Beitrag lauter Beweise anführen, die 0,nix mit Wind und Sonnenstrom zu tuen haben.  Letztendlich fördert es doch, dass irgendwann den Netzbetreibern der Geldhahn zugedreht wird und die tatsächlichen Herausforderungen ungelöst bleiben.

rdk8Der sogenannte Schwarzstart  ist ein sehr komplexes Thema. Bei einem großflächigen Ausfall des Stromes, braucht es Kraftwerke, die ohne das Vorhandensein einer Netzfrequenz Strom erzeugen können. Wasserkraft ist da das Mittel der Wahl. Das RDK8 in Karlsruhe ist trotz des Neubau nicht in der Lage als erstes Kraftwerk an das Netz zu gehen – die einige Kilometer südliche Wasserkraftanlage in Iffezheim ist es. Der zuständige Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW hat daher eine Reihenfolge festgelegt, wie zu agieren ist. Kraftwerke, Verbraucher und vor allem die Netzkupplungen müssen sortiert und geplant werden.  Ob die Reihenfolge stimmt, kann man nur simulieren – wirklich testen geht nicht.

Im Norden wurde eine solche Simulation nun durchgeführt:

Was ein solcher „Schwarzfall“ (engl. Blackout) bedeutet, hat Dr. Thilo Rohlfs mit seinem Krisenstab jetzt drei Tage lang geübt. Rohlfs ist beim Kreis für den Katastrophenschutz verantwortlich.

Da blog.stromhaltig bei solchen Simulationen mitwirken durfte, ist eines klar: Warum es zu einem Blackout kommt, ist für die Teilnehmer egal. Witze werden gemacht, dass zum Beispiel der Stapellauf eines Kreuzfahrtschiffes einen Blackout hervorrufen könnte…. (ja lustige Ideen spornen die Motivation an.)

Grund für die neue Unsicherheit ist die Energiewende, bestätigt der Ingenieur Jens Peter Solterbeck. Er ist Leiter des Netzcenters Fockbek der Schleswig-Holstein Netz AG. Aus Wind und Sonne werde inzwischen „unwahrscheinlich viel Energie“ gewonnen. „Die ist aber sehr wechselhaft, das passt nicht in das Verbrauchsverhalten der Menschen.“

Herr Solterbeck ist bei der SH-Netz AG, einem Verteilnetzbetreiber. Verteilnetze sind in der Mittelspannung und Niederspannung anzusiedeln. Die Probleme, die dort heute vorkommen sind entstehen durch fehlende Investitionen in regelbare Transformatoren in den letzten Jahrzehnten. Es kann zu Spannungsspitzen kommen, die abgeregelt werden müssen. Größere Solar- und Windanlagen müssen daher eine Netzkonformität  erfüllen, die eine Einspeisung in das Stormnetz nur zulässt, wenn bestimmte Auflagen erfüllt sind. Der Verteilnetzbetreiber hat im Zweifel die Möglichkeit durch ein Rundsendesignal die Anlagen vom Netz zu nehmen.

Damit ein Wechselrichter überhaupt in Deutschland angeschlossen werden darf, muss er (auch) auf die Netzfrequenz hören. Steigt die Frequenz über einen Wert von  50,2 Hz regelt das Gerät die Einspeisung entlang eines definierten Gradienten ab.

Jede größere Schwankung macht Netzeingriffe erforderlich. „Das kommt heute etwa 1000 Mal im Jahr vor, vor zehn Jahren waren es noch zwei bis drei“, erklärt Solterbeck die Ausmaße. „Wenn dabei etwas schiefgeht, kann es das Szenario eines flächendeckenden Stromausfalls nach sich ziehen.“

Leider ist im Beitrag nicht genannt, um welches Ereignis es sich genau handelt. Sicher scheint aber, dass wir nun von ganz Deutschland reden und nicht mehr über ein Verteilnetz. Zuständig sind jetzt die 4 Übertragungsnetzbetreiber. Wir fragen den Formel-1-Piloten, wie schwierig es ist einen 40-Tonner einzuparken.

Netzfrequenz - Visualisierung: Netzfrequenzmessung.info

Netzfrequenz – Visualisierung: Netzfrequenzmessung.info

Netzfrequenz… Es ist schon erstaunlich, dass die Sonne/der Wind scheinbar an den Stundengrenzen einen Schalter besitzt (?).  Wie sonst könnte man erklären, dass es an den Stundengrenzen eine erkennbare Schwankung in der Frequenz gibt? Vielleicht hat es ja doch etwas mit dem Handel zu tuen? Der Handel gibt die Fahrpläne für das Netz vor – diese müssen durch Schaltvorgänge nachgefahren werden….

Die Zahl 1000 Mal im Jahr und 2-3 mal vor 10 Jahren kommt allerdings bekannt vor. Hierbei könnte es sich um die Anzahl der Eingriffe der Übertragungsnetzbetreiber in die Fahrpläne handeln. Sogenannte Re-Dispatches, bei denen Kraftwerke, die den Zuschlag zu liefern bekommen haben drosseln müssen – andere erhöhen. Simon Schmitz von Awattar hatte die Ursache gegenüber blog.stromhaltig einmal als Standort Nachteil von Kraftwerken bezeichnet. Schaut man auf die Re-Dispatch Eier erkennt man, dass er wohl nicht irrt. Braunkohle Kraftwerke im Osten bieten billigen Strom an, der Steinkohle (und Gas) im Westen verdrängt. Ökonomie der Kupferplatte.

]]> https://blog.stromhaltig.de/2014/11/quark-aus-schleswig-holstein/feed/ 0 Das Stromnetz als Beweis vor Gericht https://blog.stromhaltig.de/2014/11/das-stromnetz-als-beweis-vor-gericht/ https://blog.stromhaltig.de/2014/11/das-stromnetz-als-beweis-vor-gericht/#comments Wed, 19 Nov 2014 00:55:32 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=7082 Nicht nur bei US-Serien spielt das Kriminallabor eine immer wichtigere Rolle. Bei Deutschen Gerichten wird per Skype die Scheidung vollzogen, und macht vielleicht in Zukunft einen Beweis notwendig, der im Vereinigten Königreich bereits verwendet wird. Das Stromnetz als stiller Zeuge – genauer gesagt die Netzfrequenz.

Das Stromnetz hat in ganz Europa eine Frequenz um die 50 Hertz, gibt man diese direkt auf einem Lautsprecher aus, so hört man einen tiefen – konstanten Ton (=50 Hz Brummen).  Die Frequenz ist allerdings nur scheinbar konstant – bei jedem Einschalten eines Verbrauchers (zum Beispiel Licht) geht die Frequenz leicht zurück – beim Ausschalten steigt sie ganz leicht an. Gleiches Spiel – nur in umgekehrter Wirkung – beim Hoch bzw. Runterfahren von Kraftwerken. Durch die Kopplung der einzelnen Stromnetze im Europäischen Verbundnetz, ist die Frequenz überall gleich. D.h. misst man in Kiel 50,01 Hz – wird man in Traunstein auch 50,01 Hz zum gleichen Zeitpunkt messen.

Im Kriminallabor

Video, Ton, Sprach-Aufzeichnungen beinhalten als ein Rauschen im Hintergrund auch die Frequenz des Stromnetzes. Da diese in einem schmalen Band ständig am schwanken ist, reicht der vergleich des Verlaufes über wenige Sekunden, um theoretisch einen eindeutigen Zeitpunkt der Aufnahme zu bestimmen.

In UK hatte man vor 3 Jahren damit begonnen, eine Datenbank für die Netzfrequenz aufzubauen. Bei Aufzeichnungen im TV, Überwachungsvideos oder auch mit-geschnittenen Telefonaten lässt sich der Zeitpunkt der Aufnahme auf Basis der Datenbank rekonstruieren.

blog.stromhaltig wurde ein auf HTML5 WebAudio basierendes Analyse-Tool zugespielt, welches einen Fingerabdruck von 10 Sekunden länge erstellt. Mit diesem Fingerabdruck soll man (angeblich) in der Datenbank den Zeitpunkt abrufen können.

Skepsis

Die Netzfrequenz als Zeuge für einen Zeitraum zu verwenden, ist einfach eine nette Idee. In der Praxis gehört aber einiges an Fachwissen über Video/Audio-Aufzeichnungen dazu, um tatsächlich genügend Daten zu bekommen. Das Datenmaterial muss im Roh-Format vorliegen – viele der Komprimierungslösungen filtern die notwendigen Daten bereits. YouTube und Co? – Wird nicht gehen.

Markus Jaschinsky (Netzfrequenz.info) teilt diese Skepsis:

Selbst mit besseren Kenntnissen bei der Bildverarbeitung dürfte sich aber schon aufgrund der Abtastfrequenz und dem normalen Flackern einer Video-/Audioaufnahme keine genaue Netzfrequenz aus der Aufnahme extrahieren lassen.

Womit auch die Frage geklärt ist, warum das HTML5 Tool hier nicht veröffentlicht wird. Wahrscheinlich ist es ein HOAX, dass es außerhalb eines Labors gelungen ist einen Zeitstempel eindeutig zu identifizieren. Wer mehr Infos hat, darf sich aber gerne bei der Redaktion melden.

(Bild zum Beitrag: parameciorecords @ pixabay – Modifiziert)

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Schicksale und Zufälle im Kraftwerkspark https://blog.stromhaltig.de/2014/11/schicksale-und-zufaelle-im-kraftwerkspark/ https://blog.stromhaltig.de/2014/11/schicksale-und-zufaelle-im-kraftwerkspark/#comments Mon, 17 Nov 2014 07:35:53 +0000 https://blog.stromhaltig.de/?p=7074 Eine Planerfüllung von 99,7%, dass kennt man in der Wirtschaft sonst nicht. Am vergangenen Wochenende meinte es das Schicksal mal wieder gut mit uns! Die Einrichtungen zur Stromerzeugung verfehlten nur sehr knapp das gewünschte Ziel.

Etwas spielte der Zufall in die Hände – so wurde aus Windkraft 55,5% mehr Strom erzeugt als vorgesehen und fing 41 GWh ungeplant ausgefallene Steinkohle und 15 GWh gestörte Braunkohle vollständig ab. Zufälle gibt es…

 

 Die Incident Reports geben im Web, auf Twitter  und als RSS-Feed  Auskunft über die aktuellen Planerfüllungen der Kraftwerke. Nicht selten findet man dort auch Werte unter 95% – doch recht häufig nähert man sich den 100% an.

Kraftwerkstyp Erzeugung Vollast (24h) Sollleistung Minder-/Mehrleistung (24h) Absolut
Unbekannter Energieträger 3.877 MWh 388 MWh 0% 0 MWh
Deponiegas 5.602 MWh 2.028 MWh 0% 0 MWh
Grubengas 6.235 MWh 2.195 MWh 0% 0 MWh
Pumpspeicher 217.908 MWh 23.970 MWh -10% -2.400 MWh
Kernenergie 289.632 MWh 254.876 MWh 0% 0 MWh
Steinkohle 487.033 MWh 197.248 MWh -20.8% -41.040 MWh
Mehrere Energieträger 348.162 MWh 34.816 MWh 0% 0 MWh
Erdgas 394.565 MWh 142.832 MWh -17.1% -24.408 MWh
Geothermie 732 MWh 514 MWh 0% 0 MWh
Mineralölprodukte 93.550 MWh 17.494 MWh 0% 0 MWh
Solare Strahlungsenergie 884.602 MWh 20.722 MWh 0.1% 57 MWh
Klärgas 1.978 MWh 198 MWh 0% 0 MWh
Speicherwasser (ohne Pumpspeicher) 33.436 MWh 3.344 MWh 0% 0 MWh
Windenergie (Offshore-Anlage) 14.791 MWh 7.470 MWh 0% 0 MWh
Braunkohle 428.477 MWh 324.786 MWh -4.7% -15.222 MWh
Sonstige Energieträger 38.704 MWh 3.870 MWh 0% 0 MWh
Laufwasser 95.487 MWh 47.934 MWh 0% 0 MWh
Abfall 31.492 MWh 11.967 MWh 0% 0 MWh
Biomasse 139.786 MWh 55.914 MWh 0% 0 MWh
Windenergie (Onshore-Anlage) 790.882 MWh 95.547 MWh 55.5% 79.395 MWh
Gesamt 1.248.113 MWh -0.3% -3.618 MWh

Als Stromkunde bedankt sich blog.stromhalig beim Wetter, welches mit Wind und Sonne immer genau dann zur Hilfe eilt, wenn Technik und Verstand versagen.

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