Über Thorsten Zoerner

Gründungsmitglied der Energieblogger mit Spezialisierung auf Stromhandel und Netze. Ziel ist es die Daten sprechen zu lassen und das Echo in Politik, Verbände und Industrie zu reflektieren.
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 In dieser Woche findet in der Wiener Hofburg das Event Horizon statt, welches den Einsatz der Blockchain Technologie in der Energiewelt betrachten wird. Mit einer bewusst globalen Ausrichtung nimmt man sich bereits in der Ankündigung die Freiheit, dass lokale bzw. regionale Probleme bewusst nicht adressiert werden müssen. Frei nach dem Motto, wenn eine Idee in Deutschland nicht funktioniert, dann bringt sie in Ruanda vielleicht einen Nutzen.

Einer der Probleme, die gerne über die Blockchain gelöst werden würden, ist der Einsatz dieser Technologie im Netzbetrieb. Wobei die Vorzeichen gerade in diesem Teilsegment sehr schlecht stehen. Geringe Anzahl von Transaktionen erlauben es nicht, dass man auf die Sekunde genau jeden beliebigen Knoten im Netz abbilden kann. Eine verteilte Ablage einer Datenbank mit Transaktionen (was eine Blockchain nun mal ist), bringt keinen Nutzen- nur Kosten – für die Netzbetreiber. Kann man bei einer zentralen Ablage von Steuerrungsbedingungen den Zugriff wie Fort Knox schützen, so muss man spätestens „dezentral“ ein echtes IT-Problem lösen.

Bei der StromDAO hatten wir uns wegen fehlender Relevanz entschieden den Kongress  nicht zu besuchen. Zu gering ist der Nutzen im Kontext von Deutschland/Österreich, wo unsere strategisches Zentrum liegt und wir die Blockchain sehr aktiv als Lösung für Probleme einsetzen können. Das Stromkonto ist da nur eine Beispiel…

Abseits von Stromhandel, tuen wir uns allerdings auch etwas schwer die Szenarien auf die Straße zu bringen. Wohin geht die Reise?

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Das Stromkonto der StromDAO ermöglicht den Benutzern einen guten Überblick, über die entstehenden Stromkosten. So kann verhindert werden, dass es kurz vor der Bezahlung der Stromrechnung zu einem gewaltigen Schreck, über eine unerwartet hohe Summe kommt. Vor allem die Transparenz schätzen die Kunden an dieser Art der Kostenverwaltung. Außerdem erfolgt eine sehr übersichtliche Gegenüberstellung, zwischen den Abschlagzahlungen und dem Verbrauch des Kunden. Damit bleiben Preiserhöhungen nicht unentdeckt.  

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Rückfahrt vom Fachkongress „Neue Geschäftsfelder“ der Energieforen in Leipzig. Von der Dachterrasse kann man den „Uni-Riesen“ erkennen, der auch die Strombörse EEX beheimatet.  Beim Kongress wurde viel über Lokale und Kommunale Produkte sinniert, über Versorger und ihren Weg durch das Fahrwasser der Digitalisierung. Jetzt auf der Rückfahrt sitzt ein Bekannter aus einer ganz anderen Branche neben mir und will wissen, was in der Energiewelt eigentlich so abläuft.  Irgendwann kommt das Gespräch auf Ökostrom, den er für sein Haus bezieht – und auf seine ganz persönlichen Beweggründe.

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Am kommenden Mittwoch, den 18.01.2017, wird die Energiewirtschaft mit einem Auge nach Frankreich und mit dem anderen auf die Photovoltaik in Deutschland schauen. Wie bereits in den letzten Wochen, sorgen viele aus Sicherheitsgründen heruntergefahren Kernkraftwerke in Frankreich zu einer latenten Unterversorgung, welche den Strompreis ansteigen und dir Importe aus Deutschland maximieren lassen. Zur Mitte der Woche wird es zu deutlich niedrigeren Temperaturen ein West und Zentral-Europa kommen, wodurch  mehr Strom benötigt wird.

Die Quizfrage wird werden, wie die Bilanz in Deutschland zeitgleich aussieht. Klarer Himmel spricht für viel Sonnenstrom, jedoch könnten die Erträge durch die Niederschläge der letzten Tage noch unter den Schätzungen liegen, was das Engpass management nach Frankreich komplexer machen wird.

Am Freitag hatte man sich bereits für das Europäische Verbundnetz einen Plan für den Worstcase zurecht gelegt, wie aus Insiderkreisen bekannt wurde.

Hybridstrommarkt - Ein Strommarkt für die Energiewende in Bürgerhand

Die größte Herausforderung, die sich bei der Weiterentwicklung des Strommarktes vor genau 2 Jahren ergeben hatte, ist die Umstellung von einfachem Weiterreichen der Brennstoffkosten auf eine Vergütung, die auch ohne Brennstoffkosten möglich ist. Solarenergie und Windkraft haben keine Brennstoffkosten, sind allerdings nicht immer verfügbar. Auf der anderen Seite steht der Stromkunde, der mit seiner Stromrechnung nach Strommengen zahlt. In der Energiewende 1.0 – ab dem Jahre 2002 – wurde der Versuch unternommen die Investitionskosten der Anlagen auf die Laufzeit (Strommengen) umzubrechen. Das Ergebnis sind Konstrukte wie die EEG-Umlage.

Langfristig ist das bestehende Modell nicht tragbar und muss weiter entwickelt werden, da Investitionsanreize und Stromkosten nachhaltig einen Interessenausgleich herstellen müssen. Der Hybridstrommarkt ist ein Modell, welches zeigt, wie es funktionieren kann. Das Stromkonto hat das Potential das fehlende (technische) Werkzeug zu sein, die Prozesse abzubilden.

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