Über Thorsten Zoerner

Gründungsmitglied der Energieblogger mit Spezialisierung auf Stromhandel und Netze. Ziel ist es die Daten sprechen zu lassen und das Echo in Politik, Verbände und Industrie zu reflektieren.
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Auf den Tag genau vor zwei Monaten war blog.stromhaltig auf einer Veranstaltung zum Thema Strommarkt und dessen Digitalisierung. Einer der Diskussionspunkte, die ein Besucher aufbrachte, war „Was ist eigentlich, wenn der Toaster seinen Strom selbst bestellt?“. Was zunächst wie eine Banalität klingt, hat seine Tücke im Detail. Ein Gerät, welches zunächst technisch wenig Aufwand hat, soll in der Lage sein in einem komplexen Gebilde wie dem Strommarkt eine Preisverhandlung zu führen, eine Strommenge zu ordern und letztendlich auch zu bezahlen. IoT – das Internet der Dinge – sollte hier die technischen Grundlagen schaffen, Blockchain Technologie, wie sie mit EDIChain kommen, bilden das Bindeglied.

Die Herausforderung – oder der Grund, warum der konventionelle Stromhandel allein bei der Fragestellung ein müdes Lächeln hervorbringt – sind die Transaktionskosten, welche der Toaster für eine Scheibe Toast zum Frühstück hervorbringen würde.  Human getriggerter Stromhandel: >50€ je Transaktion… automatisierter Handel via Robots >5€. Die Stromkosten <0,02 €. Das passt so erst einmal nicht…

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Aktuelle Daten sind das Salz in der Datensuppe einer digitalisierten Energiewende. Im April 2016 startete ENTSOe, der Verbund der Netzbetreiber in Europa eine neue API-Schnittstelle, die es interessierten Nutzern erlaubt die Daten der Transparenz Plattform mir eigenen Werkzeugen abzurufen und DataMining durchzuführen. Die bislang geltenden Beschränkungen für die API-Nutzung sind dabei recht großzügig gestaltet und bieten recht viele Freiheiten für die Erkundung des Status der Stromversorgung.

Einen noch schnelleren Zugriff auf die Daten bietet das Node JS Modul ENTSOe-AP bei dem bereits 20 Abfragetypen vorkonfiguriert sind.

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Hamburg, den 11.07.2016: Das Interesse an PV-Anlagen ist im zurückliegenden Juni ins Sommerloch gefallen. Mit rund 90 Punkten verharrt der Index unter seinem 12-Monats- Durchschnitt. Im Gegensatz zur PV-Nachfrage ist das Interesse am Kauf eines PV-Speichers mit 103 Indexpunkten nach wie vor überdurchschnittlich.

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Zwischen dem Stromzähler im Keller und der Stromrechnung im Briefkasten steckt ein aufwendiger ITK Prozess, welcher eher mit Postkutschen als mit einem Digitalisierungsgesetz zur Energiewende verglichen werden kann.   Der Austausch der verschiedenen Nachrichten zwischen den Marktpartnern erfolgt dabei nach einem vom BDEW entworfenen Schema, welches seinen Segen durch die Bundesnetzagentur erhalten hat.  Leider kann zwar jeder die Sprache erlernen, in der die Nachrichten verfasst werden, jedoch  bedarf es noch einer Code Nummer, die man als Netznutzer – was wir ja alle schließlich sind – auf der BDEW-Codes Seite beantragen kann.

Der Lobbyverein übernimmt damit die Funktion eines  Registrars, welcher in seiner Funktion den Marktzugang kontrolliert:

Arbeitshypothese: Wer kein Code hat, der darf nicht mitspielen…

Oder: Wie löst man eigentlich das Registrar Problem in einer Blockchain?

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Der Bundesrat kann das Eilverfahren stoppen – die GRÜNEN haben es in der Hand

Voller Verzweiflung schauen viele Macher der erfolgreichen deutschen Energiewende derzeit nach Berlin. Viele Mittelständler, Kommunale und Bürger sind fassungslos: Warum hilft gerade die SPD-Bundestagsfraktion der CDU/CSU, das EEG faktisch abzuschaffen? Obwohl der Koalitionsvertrag, abgesegnet vom SPD-Mitgliederentscheid, eine Ersetzung des bewährten EEG durch Ausschreibungen gar nicht in dieser Regierungszeit vorsieht. Viele erinnern sich noch daran, dass die SPD das EEG 1998 als erste Partei im Schröder-Wahlprogramm gefordert und mit den GRÜNEN in 2000 durchgesetzt hat. Trotz heftiger innerparteilicher Gegenwehr, die von den Leitmedien ignoriert wird, zeichnet sich nach der 1. Lesung im Bundestag ab: Die Mehrzahl der SPD-Abgeordneten wird wohl oder übel Energieminister Gabriel folgen.

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Veröffentlicht unter Lobby.