Über Thorsten Zoerner

Gründungsmitglied der Energieblogger mit Spezialisierung auf Stromhandel und Netze. Ziel ist es die Daten sprechen zu lassen und das Echo in Politik, Verbände und Industrie zu reflektieren.
schwarmstrom

Theoretisch haben wir immer 50 Hertz im Stromnetz. Schaut man allerdings genauer auf die Netzfrequenz, so muss man feststellen, dass hinter dem Komma durchaus eine Abweichung entsteht. Tatsächlich verändert jeder Lastwechsel (Zuschalten eines Verbrauchers oder Erzeugers) eine minimale Veränderung der Netzfrequenz. Die meisten Schaltvorgänge im Stromnetz durch das Abfahren eines sogenannten Fahrplans der Kraftwerke. Ausgehend von den großen Stromerzeugern zu den (relativ) kleinen Verbrauchern muss verteilt werden, wobei immer die Einspeisung und die Entnahme in Balance bleiben muss.  Bei etwa 5% Netzverluste (im Schnitt) – also elektrische Energie, die zwischen der Erzeugung und dem Verbrauch verloren geht - spielt auch die reale (mittlere) Entfernung zwischen Erzeugung und Entnahme eine Rolle beim Halten der Netzbalance.

blog.stromhaltig hat nun erstmals für das europäische Verbundnetz eine Analyse der Wahrscheinlichkeiten durchgeführt, die verkürzt in diesem Beitrag dargestellt werden sollen.

Können Lastwechsel mit unsicherem Ausgang aus der Netzfrequenz abgelesen werden?

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weissbuch

Mit dem Weißbuch hat die Bundesregierung vertreten durch das Bundes-Wirtschaftsministerium die Bausteine und Maßnahmen für die Realisierung eines Strommarkt-Designs für die Energiewende veröffentlicht. Im Herbst 2015 wird, nach einer erneuten öffentlichen Konsultation, das Gesetzgebungsverfahren eingeleitet werden.

blog.stromhaltig setzt sich für mehr Bürgerbeteiligung bei diesem Prozess ein, da jeder Stromkunde automatisch auch ein Akteur auf dem Strommarkt ist. Jeder Akteur sollte gleichberechtigt zu den anderen Marktteilnehmern sein (Kraftwerksbetreiber, Versorger, Verteilnetze, Speichanbieter, Systemdienstleister, … ). Mit dem Hybridstrommarkt wurde bereits ein Ziel entwickelt, wofür die Weichen in den Maßnahmen manifestiert werden sollen.

In den kommenden Wochen werden die einzelnen Maßnahmen hier einzeln thematisiert und kommentiert werden. Bei Bedarf sollen weitere Hintergründe bereitgestellt werden, mit denen eine Einordnung vorgenommen werden kann.

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black_out

Offenbar kam es beim Steinkohlekraftwerk Berkamen am frühen SonntagVormittag um 05:56 Uhr zu einem plötzlichen Ereignis, welches zu einer ungeplanten Nichtverfürbarkeit führte. In ganz Europa konnte, bei relativ geringer Netzlast, die Schwere des Ereignisses an der Netzfrequenz an jeder Steckdose beobachtet werden.

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weissbuch

Ein Markt ist ein Ort, bei dem Angebot und Nachfrage zusammen kommen. Anbieter treffen auf Kunden oder in den Worten von Elektrizitätsmarktplätzen: Anbieter treffen auf Erzeuger. Der Ort, an dem der Markt stattfindet ist das öffentliche Stromnetz, weshalb den Netzen die Rolle des Erfüllungsgehilfen in Sachen Logistik zukommt.

Mit der Energiewende (Stromwende) ändern sich die Anforderungen für einen Markt. Aus ehemals wenigen Erzeugern (<600) sind mittlerweile 1,6 Millionen Unternehmen in Deutschland geworden. Über die Liberalisierung der Tarife, kann der Kunde aus einigen hundert Anbietern auswählen. Die große Veränderung für den Markt vereinfacht eine Vergrößerung der Akteure, wobei  das physikalisch vorhandene Netz die Möglichkeiten zum Tauschgeschäft (Strom gegen Geld) begrenzt. Nicht jeder denkbare Handel kann über das Netz abgebildet werden – man spricht von Redispatches (Engpassmanagement).

Nach der Emanzipation der Kleinerzeuger in den letzten 10 Jahren, ist für die Energiewende heute wichtiger denn je, dass auch die Bürger in ihrer Rolle als Stromkunden als Akteure wahrgenommen werden. Im Modell des Hybridstrommarktes wurde daher das Ziel verfolgt, den Kunden als vollwertiges Mitglied auf dem Markt zu positionieren.  Die Forderung nach einer Aufhebung der Standardlastprofile  ist dabei nur ein Anfang (vergl. Antwort der Bundesnetzagentur zu flexiblen Stromtarifen).

Das jetzt vorhandenen Weißbuch  für das Strommarkt Design ist darauf zu überprüfen, wie sich die Rolle des Stromkunden entwickeln wird.

  • Was sind die Pflichten der Stromkunden?
  • In welchem Zusammenhang wird der Stromkunde als Akteur wahrgenommen?
  • Welche Rechte, Handlungsfreiräume und Entscheidungen kann der Stromkunde ausüben?

Am wichtigsten ist jedoch, wie entwickelt sich der wirtschaftliche Spielraum beim Bezug von Strom?

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