Scinexx hat einen sehr interessanten Beitrag der Max-Planck-Gesellschaft veröffentlicht. Die Kernaussagen können mit Sicherheit bestätigt werden:

  • Zentrale Strukturen sind Anfällig
  • Dezentrale Intelligenz reguliert sich selbst und ist damit stabiler
  • Eine Kontrollinstanz beim Energieversorger ist unnötig.

Die Frage ist allerdings, warum gerade der Parameter Netzfrequenz verwendet wurde, welcher nur wenig mit den Schwierigkeiten im Netzbetrieb zu tun hat.

Generell kann man sagen, dass  – bis auf wenige Ausnahmen – die Frequenz in Europa ständig schwankt, allerdings an jedem Ort, an jeder Steckdose die gleiche ist. Man spricht davon, dass die einzelnen nationalen Stromnetze (Regelzonen) synchron gefahren werden. Geht die Frequenz in Dänemark auf 49,9 Hz, dann wird sie mit Lichtgeschwindigkeit auch in Italien auf 49,9 Hz gehen.

Beeinflusst wird die Netzfrequenz durch die Menge an elektrischer Energie, die zu jedem Zeitpunkt in das Netz eingespeist wird. Entsprechend verändert sich die Netzfrequenz auch, sobald ein Verbraucher/Erzeuger eingeschaltet oder ausgeschaltet wird. Die Netzfrequenz ist damit ein Indikator, dass die Balance aus Erzeugung und Verbrauch in der Waage ist. Die Herausforderung ist allerdings, dass sie nur wenig für eine dezentrale Steuerung nützlich ist.  Die Auswirkungen eines einzelnen Kühlschrankes (wie im Beitrag der MPG genannt) ist viel zu gering, als dass es nützlich sein könnte. Wechselrichter von PV-Anlagen synthetisieren ohnehin bereits die Netzfrequenz, wodurch ein sehr „schönes“ Frequenzbild gegeben ist.

postkarte_smartphoneIm Beitrag Kosten der Stromlogistik  wurden die sogenannten RONTs vorgestellt. Bei den Verteilnetzen stellt das Spannungsniveau eine Herausforderung da. Dezentrale und selbst optimierende Geräte können hier tatsächlich netzdienliche Aufgaben übernehmen. Ein Kühlschrank kann über einen Zeitraum von mehreren Tagen den Spannungsverlauf im Netz überwachen und Zeiten mit relativ hoher/niedriger Spannung finden. Entsprechend können die Schaltzeiten des Kompressors optimiert werden. Bei viel Sonnenstrom gibt es dabei noch einen anderen cleveren Effekt: ein hohes Spannungsniveau wird bei vielen PV-Anlagen dann vorhanden sein, wenn die Sonne scheint – dann braucht man auch mehr Kühlung :)

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Ein Gedanke zu “Dezentrale Netzsteuerrung sicherer als zentrale Strukturen

  1. Nur durchgeknallte „Ingenieure“ würden einen Baum mit nur einen, aber dafür riesigen Blatt „konstruieren. :roll:

    Genauso sind aber unsere zentralistischen Netze konzipiert – OK – ein paar Blätter mehr sind das schon. Die Frage ist, ob nicht jedes Bestandteil eines dezentralen Netzes einen zwar kleinen, aber feinen Beitrag leisten sollen könnte ? Bei Ameisen ist jede einzelne Ameise zwar vergleichsweise doof, weiß aber genau was sie in den begrenzten Fällen wo ihr Verstand ausreicht, zu tun hat.

    So was wie „Schwarmintelligenz“ eben. Der Kühlschrank oder was immer, „weiß“ was zu tun ist. Sooo viele Szenarien muss das arme Ding nicht wirklich beherrschen. Was vorher klar sein muss – vorher simulieren ? – was passiert, wenn zu viel „geschaukelt“ wird. Ein Netz, welches im „Walzertakt“ vor sich hinschwingt, kann ja wohl kaum das Ziel sein….

    Irgendwie und irgendwas sagt mir – ein sich selbst zuverlässig justierendes Untersystem muss her ;shock:

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