Stabile und verlässliche Stromerzeugung ist für eine Industrienation elementar wichtig. Lange Zeit wurde die Erzeugung von elektrischer Energie durch Sonne und Wind belächelt, für ihre geringe Verlässlichkeit.  Im November 2014 hat die Windenergie es erstmalig geschafft einen höheren Indexwert bei der Prognosegüte zu erreichen, als die fossile Konkurrenz. 

Bei der Analyse der Verlässlichkeit wird die Summe der benötigten Ausgleichenergie im Day-Ahead/Intraday Handel der Soll-Summe aus der Erzeugung gegenübergestellt. Positive oder negative Ausgleichenergie wird von den Erzeugern eingesetzt, um die vertraglich verlangte Liefermenge zu erreichen.

ausfall_steinkohle

Eine Ursache für das schlechte Abschneiden der Steinkohlekraftwerke, könnte die hohe Rate der ungeplanten Nichtverfügbarkeiten sein,  die im November 2014 ihren Höhepunkt erreicht hatte und in den ersten Dezembertagen nun auf hohem Niveau stabilisiert wurde.

Den Beitrag "Strom November 2014: Windkraft zieht vor Steinkohle bei der Verlässlichkeit offline Lesen:

7 Gedanken zu “Strom November 2014: Windkraft zieht vor Steinkohle bei der Verlässlichkeit

  1. Hallo Herr Zoerner,

    die Prognosegüte der WKA ist völlig belanglos, da sich WKA nicht regeln lassen; allenfalls wird durch eine bessere Prognosegüte der wegen des EE-Vorrangs riesige zwanghafte Regelbedarf der konventionellen Kraftwerke, insbesondere der Steinkohlekraftwerke, etwas vermindert. Das die ungeplanten Ausfälle von insbesondere Steinkohle KW deutlich zu steigen beginnen, war zu erwarten, da durch das irrsinnige rauf- und runterregeln der Steinkohle KW wegen des EE-Vorrangs, es zu massiven vorzeitigem Verschleiß der KW kommt, da diese niemals für eine solche irrwitzige Betriebsweise ausgelegt worden sind.

    Wie die Bundesnetzagentur die Sicherheit des Elektrizitätsnetzes für die Zukunft einschätzt, kann man dem gem. gemeinsamen „Monitoringbericht 2014“ von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt (vom 14.11.2014) entnehmen (s. Seite 51-55). Hiernach müssen die Übertragungsnetz­betreiber zur Stabilhaltung des Stromnetzes im Winter auf Anordnung der Bundesnetzagentur aktuell und nach zukünftiger Planung zwangsweise folgende fossile Kraftwerksreserveleistung im südlichen Inland (Bayern, Baden-Würtemberg, Hessen) und im südlichen Ausland (Österreich, Schweiz, Italien) anmieten: 3,636 GW im Winter 2014/15; 6,000 GW im Winter 2015/16 und 2016/2017 (hoher Mehrbedarf wegen Abschaltung KKW Grafenrheinfeld); 7,000 GW im Winter 2017/18 (hoher Mehrbedarf wegen Abschaltung KKW Gundremmingen B,; zum Vergleich: das neue KW Moorburg hat 1,6 GW). In den vorhergehenden Wintern 2011/12 bis 2013/14 betrug der Bedarf der Kraftwerksreserveleistung noch „nur“ 2,540 GW; vor Abschaltung der KKW und bei weniger als 20 % EE-Anteil lag er bei 0 GW. Man sieht an diesen Zahlen sehr gut wie durch den Ausbau der EE-Anlagen und die weitere Stilllegung der KKW der Bedarf an fossiler Kraftwerksreserveleistung zur Stabilhaltung des Stromnetzes im Winter massiv (ca. 3-fach) anwächst. EE- tragen zur Netzstabilität fast nichts bei.

    Antworten
    • Fast richtig. Die von Ihnen gemachten Angaben belegen damit auch, dass es in Europa 60 GW Überkapazität gibt und die Netzkupplung in Deutschland als Schattenleistung ausreicht. klar, die Kuppelleistung muss steigen.

      Antworten
  2. Hallo Herr Zoerner,

    dass wir derzeit Strom-Überkapazitäten haben ist völlig richtig. Das wird sich schon in wenigen Jahren ändern, wie sie der aktuell veröffentlichten Kurzstudie „Kurzstudie zur Kapazitätsentwicklung in Süddeutschland bis 2025 unter Berücksichtigung der Situation in Deutschland und den europäischen Nachbarstaaten“ – erstellt (von Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Institut für Technische Thermodynamik, Abt. Systemanalyse und Technikbewertung Wankelstraße 5, 70563 Stuttgart und
    Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER), Universität Stuttgart Heßbrühlstraße 49a, 70565 Stuttgart) im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Baden-Württemberg entnehmen können. Diese Institutionen sind wohl einer Energiewende feindlichen Einstellung unverdächtig.

    Das Fazit der Studie lautet:

    • Die Modellrechnungen bestätigen weitgehend das Ergebnis der statischen Leistungsbilanz. Im pessimistischen Fall könnte es in Süddeutschland trotz der berücksichtigten Übertragungskapazitäten bereits 2018 (ohne Berücksichtigung der Reservekraftwerksverordnung bereits 2017) zu Versorgungsengpässen kommen. Im gleichen Szenariojahr treten erstmals auch Deckungslücken in Norddeutschland auf. Deckungslücken im Ausland, insbesondere Frankreich und Polen, verstärken die Situation in Deutschland.
    • Die Entwicklung im pessimistischen Fall zeigt, dass Netzausbau durchaus zu einer Reduktion der Versorgungslücke führen kann. Darüber hinaus sind jedoch weitere Lastausgleichsoptionen notwendig, um Versorgungssicherheit in Süddeutschland zu gewährleisten.
    • Für Gesamtdeutschland zeigt die modellgestützte Untersuchung, dass selbst im optimistischen Fall im Jahr 2021 Deckungslücken auftreten könnten, die nicht durch in-nereuropäischen Stromaustausch gedeckt werden können. Diese erreichen im Jahr 2022 mit etwa 1 GW erstmals in signifikantem Ausmaße. Bedingt durch die Annahmen zu den installierten Kraftwerken bzw. zur Sterbelinie ergeben sich auch in diesem Fall in den Nachbarländern Frankreich und Polen Leistungsdefizite.
    • Die modellbasierte Untersuchung der Versorgungssicherheit unterliegt einer Vielzahl von Vereinfachungen und Näherungen, die sich maßgeblich auf die Ergebnisse auswirken können. Dazu zählen vor allem die vereinfachte Abbildung der konventionellen Kraftwerke und der Übertragungsnetze. Durch die Verwendung ausgewählter, vergangener Wetter- und Strombedarfsjahre können die Modellrechnungen nur exemplarische Ergebnisse eines möglichen zukünftigen Systembetriebs ermitteln. Gerade die Auswirkung des Wetterjahres nimmt für steigende Anteile erneuerbarer Energien deutlich zu. Insbesondere die Güte zukünftiger Windjahre kann in beiden Richtungen einen Einfluss auf den Zeitpunkt einer tatsächlich auftretenden Versorgungslücke haben.
    • Trotz aller durch die Methodik bedingten Einschränkungen und Näherungen lässt sich aus den Modellergebnissen eine Tendenz hinsichtlich der Entwicklung der Versorgungs-sicherheit ablesen. Es zeigt sich, dass der Ausbau der fluktuierenden erneuerbaren Energien alleine nicht ausreicht, um die Versorgungssicherheit in der kommenden De-kade zu gewährleisten. Im pessimistischen Fall ab 2018 jedoch spätestens bis 2022 muss der Ausbau der erneuerbaren Kapazitäten durch eine Ausweitung der Lastaus-gleichsoptionen begleitet werden. Dazu zählen neben Stromnetzen auch Lastmanagement sowie regelbare erneuerbare oder konventionelle Kraftwerke und Speicher.

    Ausreichende Speicher werden bis dahin mit absoluter Sicherheit nicht zur Verfügung stehen! Vielleicht gibt’s ein bisschen Lastmanagement. In den Nachbarländern entstehen die Deckungslücken dadurch, dass diese viele ältere fossile Kraftwerke nicht den EU-Emissionsstandards angepasst haben, sondern die Option nutzen diese noch bis zum nach EU-Recht maximal möglichen Zeitpunkt zu betreiben und sie dann stillzulegen.
    Der Ausbau der Kuppelstellen hilft dabei also nicht!!!

    Antworten
  3. @Robel

    Ist Dir bei der von Dir selbst genannten Kurzstudie zu „Kapazitätsentwicklung in **Sueddeutschland**“ eigentlich beim Fazit aufgefallen, dass im pessemistischen Szenario die Stundenzahl mit Unterdeckung in Süddeutschland geringer ist, als in gesamt Deutschland und dort ist sie deutlich niedriger als in Polen und auch dort niedriger als in Frankreich!

    Kurzum, Du willst sagen mit der Versorgungssicherheit steht es wegen Atomausstieg und EE schlecht und belegst das damit, daß das Bundesland das als nächstes weitere AKW stillegen wird, besser da steht, als der Rest der Nation und erheblich besser als die Atomfranzosen oder Kohlepolen?
    Nochmal im Klartext, die potentielle Unterdeckung in Bayern, dem Bundesland das auf Platz Zwei (absolute Menge) bei der EE-Erzeugung ist, ist geringer als im Rest Deutschlands und auch als die grossen Nachbarländer westlich des Rheins und östlich der Oder!
    Ja genau, die Studie zeigt, dass das Bundesland von dem alle glauben, dass es wegen der Energiewende die Grätsche machen wird und einen Bläckout haben wird, weniger Sorgen haben muss, als alle Vergleichsregionen!

    Das war ein ganz kalter!

    Antworten

Kommentar hinterlassen

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

benötigt