Bei etwa 12% Anteil Solarstrom des Jahres-Brutto-Strommixes liegt für die Marktintegration ein magischer Punkt, bei dem die Verdrängung von Grundlastkraftwerken anfängt.  In Deutschland wird dieses Problem aktuell über eine Konkurrenz auf dem Spot-Markt gelöst (Preis/Leistung). Angedacht sind aber auch Modelle, die Anlagenbetreiber verpflichten soll von einem anderen Anlagentyp Strom abzunehmen, wodurch eine marktwirtschaftliche Konfliktlösung verhindert wird.

blog.stromhaltig bevorzugt das Modell eines Hybridmarktes aus Kapazitätsmarkt und Leistungsmarkt bis zum Endkunden.

In Anlehnung an ein Modell aus USA und Indien, soll in diesem Beitrag ein anderes Modell für die Marktintegration des PV-Stroms vorgestellt werden.

Schaut man sich den Strommix der meisten Ökostromtarife an, fällt auf, dass dort selten Solar-Strom vorhanden ist (vergl. Ostereiersuche in den Ökostromtarifen). Der Hauptgrund ist, dass der größte Anteil der Anlagen über die EEG-Vermarktung erfolgt und auf dem Spotmarkt als „Graustrom“ zur Verfügung gestellt werden. Die Gute Nachricht dahinter ist, dass theoretisch alle Kunden, die keinen Ökostromtarif haben dadurch einen Anteil an PV-Strom bezahlen. Die schlechte Nachricht, es kommt zu einer Verramschung, die letztendlich allen Stromkunden schadet.

Mit einem (Solar-) Renewable Energy Certificate System (vergl. Wikipedia) kann die Schwachstelle der Preiskonkurrenz entschärft werden. Anbieter von fossilen Kraftwerken der Grundlast werden zur Erfüllung von Umweltauflagen gezwungen, Zertifikate für Solarstrom zu kaufen.  Anlagenbetreiber erhalten die Möglichkeit durch kontrollierte Einspeisung diese Zertifikate zu erhalten und auf einem Marktplatz zu verkaufen. Die zertifizierte Strommenge der Zertifikate wird zur Arbeitsleistung des fossilen Kraftwerks hinzugefügt und steht als Graustrom zur Veräußerung (Börsenhandel) zur Verfügung.

Der große Vorteils eines SRECS ist die Möglichkeit zur genauen Steuerung des Zertifikatsvolumens und damit indirekt des Zubaus, (Börsen-) Strommixes etc. . Der Nachteil liegt in Marktanomalien, die durch Verknappung und Überschuss entstehen. In Europa kennen wir dies bereits beim Handel mit CO2-Emissionen, bei SRECs kam es unlängst in Indien zu einem Preissturz, wie ReSOLve berichtet.

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