Brennstoffkosten sind schuld daran, dass die Stromwende zwar an der Börse durch fallende Kurse, nicht aber bei den Bürgern durch fallende Strompreise ankommt. Brennstoffkosten sind der Exodus für die Winkdraft und Photovoltaik Industrie in Deutschland, obwohl Sonne und Wind keine Rechnung stellen.

Es werden Kraftwerke vom Netz genommen, Stadtwerke singen ein Klagelied  und das Wort Ökostrom-Dumping liefert schon fast 10.000 Treffer bei Google. Doch Ross und Reiter werden nicht genannt: Brennstoffkosten.

Der Bundesrat will die Bagatellgrenze für die Sonnensteuer deutlich anheben (s.h. Meldung bei Solarserver). Eine Umlage/Steuer auf den Eigenverbrauch, da es tatsächlich einige Erzeugungsarten schaffen die Elektronen in Bewegung zu bringen (Liebhaber sprechen sogar von „Arbeit“), ohne für einen Brennstoff Geld auszugeben. Wo bleibt der Aufschrei gegen diese Profitsuchtler in Ökosandalen? Würdigen sie nicht die Leistung, die von den mühsam zu Größe gelangten Kraftwerken ausgeht?

Kraft-Werk. Darin steckt Power, Kraft, Energie. Es macht Arbeit, die 90kg Kohle jede Sekunde in die Glut zu werfen, bevor man überhaupt ein Elektron in Wallung bringt. Ja! Sobald man den Hunger an Brennstoff anfängt zu befriedigen, muss man auch kontinuierlich leisten.  Die Experten werden von einem Giga-Watt-Pro-Stunde als Quantum des Glücks sprechen. Ein Glück, welches nur durch die Kosten der Kohle getrübt wird, die Brennstoffkosten.

„Sektorweiten Wirtschaftlichkeitsdruck“  nennt es die Vebund AG in einer Meldung über Kraftwerksschließungen. Ist es nicht ein Schauspiel, wenn der Industrieroboter ohne müde zu werden die Kohlen in das Feuer befördert. Power!

Ein Ende des Preisverfalls ist aber nicht in Sicht. Denn erneuerbare Energien haben keine Brennstoffkosten – immer dann, wenn sie liefern können, ist ihr Strom wesentlich billiger als Strom aus konventionellen Kraftwerken. (Indotco PR)

Und das wirklich schlimme ist, dass unkonventionelle Kraftwerke immer häufiger liefern. 100% Vollversorgung der privaten Stromkunden , ganz ohne Brennstoffkosten.  Was aber das eigentlich schlimme ist, wer profitiert?

Hedging als EEG finanzierte Heißreserve hatte es blog.stromhaltig bereits bezeichnet. Konventionelle Kraftwerker machen Geld, ganz ohne Brennstoffkosten. Ohne Arbeit, ohne Leistung. Sie gehen Lieferzusagen ein, erfüllen diese aber nicht selbst, sondern kaufen sich den Strom ohne Kosten aus Wind und PV.

Ökostrom-Dumping  wird es in einer aktuellen Meldung genannt. Darin auch die Behauptung, dass ein Drittel des eingespeisten Stroms aus thermischen Großkraftwerken stammen muss, damit die Netzfrequenz gehalten wird. Komisch, dass bei Stromausfällen in jüngster Zeit das exakte Gegenteil in der Praxis bewiesen wurde. Dank vieler PV-Anlagen bildete sich bei einem Ausfall des Stromnetzes eine Insel aus. Die PV-Anlagen waren in der Lage die Frequenz und die Spannung zu halten – ganz ohne rotierende Masse – ganz ohne Brennstoffkosten.

Verbrannt? Hier geht es zu Geldverbrennung.

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Ein Gedanke zu “Brennstoffkosten – die Pest des Strommarktes

  1. Hallo Thorsten,

    womöglich „sehe ich noch nicht das ganze Bild“. Es gibt im WEB mehrere Darstellungen wie die örtliche EE-Situation aussieht. Eine davon „Das leistet Photovoltaik in Deutschland“ Teils auf echten „Peak-Daten“ beruhend, teils ein Rechenmodell.

    Was es so nicht zu geben scheint ist ein „Das leistet Windkraft in Deutschland“. Noch ist auch unklar („unsichtbar“) wo wird tatsächlich EE „eingespeist“ ? PV (bis auf die punktuellen Großanlagen) kann tatsächlich nur lokal wirksam werden. Im mit der PV-Anlage verbundenen Ortsnetz oder in einer „Masche“, wenn das Ortsnetz größer ist.

    „Saubere“ Netze, wo „Input“ von Innen, „Input“ von Außen und wo möglich auch ein Output entsteht, sind das „Geheimnis“ der lokalen Netzbetreiber. Diese sind aber auch selbst Produzenten, Anteilseigner, „anteilige Gesellschaften“ mit sehr, sehr eigenen Interessen.

    Da ist am Ende des Tages jede Sichtweise „vertretbar“. Sind die „Flüsse des Geldes“ im Stromnetz weitgehend rückverfolgbar (Du hast das schon einmal wirksam demonstriert), ist der „echte, physikalische Stromfluss“ ein vielfältiges Betriebsgeheimnis der daran beteiligten Konzerne. Statt „technische Wahrheit“, ein missbrauchsfähiges, gigantisches „Werkzeug“ zur Gewinnmaximierung.

    Inzwischen stelle ich mir die Frage ob die „Einspeisegarantie“, gar deren „Vorrang“ nichts mehr mit der ursprünglichen Absicht zu tun hat. Vom schrittweisen Unterstützen, hin zum tatsächlichen Ersetzen der NE*

    *Ich bin es inzwischen leid, ständig weiter Worte für diesen antiquierten Energie-Typ zu verschwenden das Akronym sollte in beiden Fällen genügen – speziell in einem Bereich wo technische Abkürzungen gang und gäbe sind :

    NE = Nichterneuerbare Energien – Kennzeichen, für den Betrieb muss etwas „gewonnen & verbrannt“ werden

    EE = Erneuerbare Energien – Kennzeichen, für den Betrieb muss lediglich etwas vorhandenes „eingesammelt“ werden

    Was dem EEG von vornherein gefehlt hat, war die bindende Automatik, entlang nachvollziehbarer physikalische Regeln, jedes NE-kW durch ein EE-kW zu ersetzen. Klar, nicht „summarisch“ sondern logisch und „gleitend“. Dies „nachzuholen“ ist nun umso schwerer, als sich die bisherigen Monopolisten in einem immer schärferen Abwehrkampf um ihre Pfründe befinden.

    Wo ist eine Kartierung mit den lokalen „EE-Quellen“ welche sowohl statisch, als auch dynamisch den EE-Versorungsgrad wiedergibt ? Ein „schlichtes Flussdiagramm“ das die lokale Situation abrufbar macht (ich weiß Du hast da bereits „etwas“). Für jeden, also auch den Laien schnell erreichbar und ganz wichtig „lesbar“ – was besonders wichtig ist. Diese „Laienbruder- und Schwesternschaft“ geht in die Millionen Mitglieder.

    Sorry Dein „verstaatlichte Stromversorgung“ ist der semantisch falsche Weg – dies sollte eine „ Stromversorgung der Bürgen“ (aka. „Bürger“) sein. Jeder in dessen Gemeinde WKA, PV oder was auch immer sonst an EE befindet, sollte einen messbaren geldwerten Vorteil daraus ziehen. Einen BELEGBAREN Vorteil.

    Wer von „Gegnern“ jeglicher Veränderung umgeben ist, soll WISSEN, wem er es zu verdanken hat die Ars..karte gezogen zu haben. Wissen ist Macht ! Das einzig was den Michel dieser Tage bewegen kann, scheint eben nicht die Zukunft seiner Enkel zu sein, sonder das GELD und nur darüber kann der Unmut gegen die „4erBande + X“ den erforderlichen Grad erreichen.

    Fragen die gestellt werden müssten. Warum sind in meiner Gemeinde die öffentlichen Dächer ohne PV ? Der lokale „EE-Versorgungsgrad“ sollte ein kostensenkender Faktor auf der Stromrechnung sein – Importe von NE sollten weiter „Mehrkosten“ verursachen. Was ja die Realität ist. Leider in Form von höherer Steuer die dann per Dauersubvention der „4erBande + X“ zufließt. Weitgehend unbemerkt. Das genau das sollte möglichst oft und „passgenau“ publiziert werden.

    Warum nicht eine weitere WEB-Seite auf der diese Belastung sichtbar wird „Ihre monatliche Steuerlast enthält XX € für die „4erBande + X“ Dem gegenüber die Einsparungen die sich aus den wegfallenden Belastungen für NE ?

    EE müssen endlich für alle sichtbare Vorteile zeigen – die gezielte Propaganda jegliche Kosten den EE anzulasten – muss als die Lüge sichtbar werden, die sie in den allermeisten Fällen auch ist. „Wir“ müssen unsere Lobby aktivieren – jeden der bislang einfach „teuren Strom“ bezieht. Jeder der auch nur einen Funken Interesse an der Wahrheit hat, muss schnell und wahrheitsgemäß informiert werden. Der Kreis der Blogschreiber und Blogleser ist gemessen an der „verfügbaren“ Leserschaft eher winzig.

    Was fehlt ist eine „zentrale Anlaufstelle“ von der alle relevanten Daten einfach und wohl sortiert abgerufen werden können – zugleich ein „Drehteller“ zu allen unseren Protagonisten. Wer wie ich oft im WEB mal „schnell“ eine verlässliches Datum nachschlagen möchte, seine potentiellen Leser mit dieser Quelle per Link verbinden möchte, weiß was wohl nicht nur mir fehlt.

    Das trifft nun nicht Dich Thorsten allein, aber Du bist sichtbar ein „Datenguru“ und solltest mich verstehen – wo wollen wir das mal möglichst zusammenhängend diskutieren ? Ähm, natürlich nur ,wenn dazu tatsächlich Bedarf besteht :roll:

    Ach ja da ist noch eine Anregung – jeder hier, zählt mal wie viele PV-Anlagen gibt es in meiner Heimatgemeinde – oder dem Ortsteil. Die Zahl (wer Lust hat kann ja auch die jeweilige Modulzahl liefern) kommt anonym in eine öffentliche Datenbank. Nicht jeder PV-Betreiber ist ja bei z.B. SMA registriert. Andere Quellen mag es geben, aber wenigstens ein lokaler Interessierte(r) weiß dann definitiv was um ihn / sie herum tatsächlich los ist….

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