eeg_vermakrtungsmengen_2013Wir brauchen ein neues EEG, damit der Strompreis niedrig bleibt? 

Sehr vereinfacht zahlt man mit der Erneuerbaren Energie Umlage die Differenz aus dem Marktwert des erzeugten Stroms und der garantierten Einspeisevegütung der Anlagenbetreiber. Marktwert ist dabei der Börsenpreis, den die vier Übertragungsnetzbetreiber am Marktplatz der EPEX-Spot in Paris erzielen können.

Vergleicht man die Jahre 2012 und 2013 miteinander, wird klar, warum das halbgedachte EEG 2.0 der GroKos nicht mehr als ein Plazebo der Energiepolitik sein kann, welches Krüge zerbricht ohne auch nur den Ansatz eines Problemverständnisses erkennen zu lassen.

Im Jahre 2013 wurde im Vergleich zum Vorjahr -16,1% (11.097 GWh) weniger Strom über den EEG-Mechanismus vermarktet. Wie der Sonnenflüsterer Erhard Renz in seinem Nachhaltigkeits-Check anmerkt, geht die Einspeisevergütung einige Jahre zurück. Im Klartext wird für eine Giga-Watt-Stunde EE-Strom jedes Jahr weniger zu bezahlen sein, da neuere Anlagen mit reduziertem (Garantie-)Vergütungssatz den Preis im Mix reduzieren.

Auf Seite 31 einer Präsentation des BDEW findet sich die Zahl von 12,1 Cent /kWh als durchschnittliche Einspeisevergütung zum Jahreswechsel 2012/2013.  Nimmt man diesen Betrag als Basis, so sind im Jahre 2013 etwa 1.342.737.000 Euro weniger an Geld für die Anlagenbesitzer zur Verfügung gestanden. Diese 1,3 Mrd. Euro an Kaufkraft sind die Spitze des Eisberges von Kapital, bei dem der Empfänger „unbekannt/verzogen“ ist.

Vergleicht man die Jahre 2012/2013 des EEG-Kontos so klafft unter dem Punkt „1. Vergütungszahlungen nach § 16 oder § 35 EEG“ eine Lücke von -3,6 Mrd. Euro. Diese Zahl benötigt allerdings etwas Vorsicht, da durch die zunehmende Direktvermarktung – auch bestehender Anlagen – nicht direkt als zurückgegangener Geldbetrag für die Anlagenbesitzer gewertet werden kann.

Beim aktuellen Vorschlag zur EEG-Reform wird gerne von Ausbau-Korridoren gesprochen. Ein Mechanismus, um den Strompreis in gewisse Bahnen zu lenken. In der Praxis wird dies erreicht, in dem die Einspeisevergütung reduziert wird. In anderen Worten, wird dafür gesorgt, dass die -1,3 Mrd. Euro (oder -3,6 Mrd. Euro), die bereits in der Umlagenberechnung für das Jahr 2014 keine Wirkung gezeigt haben, das Minus weiter vergrößern werden.

Da die 1,3 Mrd. Euro durch die Endkunden bezahlt wurden, stellt sich die Frage, wer eigentlich dieses Geld erhalten hat. Die Antwort fällt nicht leicht, da sich mit dieser Summe einige Re-Finanziert haben. Auf der einen Seite sind die Stromkäufer an der Börse, die einen Rückgang der Preise verspürt haben. Auf der anderen Seite dürften vor allem die größeren Stromversorger durch geschicktes Ausnutzen der Gesetzeslage profitiert haben. Beide Seiten werden in den aktuellen Reformvorschlägen nur wenig beachtet. Das Geschäftsmodell des Abschöpfens beim EEG wird damit nicht der Nährboden entzogen.

Der Vergleich der Vermarktungsmengen bringt aber auch eine andere Zahl zum Vorschein. Für das letze Jahr wurde in keinem Monat weniger als 3.000 GWh an Strom aus EEG-Anlagen erzeugt. Dieser Betrag liegt etwa 600 MWh unter dem niedrigsten Wert vom Vorjahr. Projiziert man diesen  Betrag in die Zukunft, so ging die gesicherte Erzeugung aus EEG-Anlagen nominal zurück. Eigentlich ein Alarmzeichen, wenn man Klimaziele verfolgt, da die Mengen durch nuklear-fossile Stromerzeugung kompensiert werden mussten.

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