ThinkTank: EE-Stromtarife
ThinkTank: EE-Stromtarife

Wird über die Integration von Strom aus Sonne und Wind nachgedacht, dann geht es meist um die technische Netzintegration. Bislang ein Randthema ist die Berücksichtigung von dargebotsabhängiger Stromerzeugung bei der Belieferung von privaten Letztverbrauchern.

Bis Februar 2014 soll in einem ThinkTank die verschiedenen Problemfelder beleuchtet werden und ein Kriterienkatalog für die Versorgung privater Haushalte mit Strom aus Erneuerbaren Energieträgern erstellt werden.

Kernfrage:

Wie schaut das Produkt-Design „Dargebotsabhängiger Stromtarif“ aus?

ThinkTank Produkt-Design

Der Prozess umfasst zu Beginn eine Zieldefinition oder eine Aufgabenstellung. In Abhängigkeit dieser Aufgabenstellung werden Konzepte erarbeitet, Skizzen zur Konstruktion und zur Gestalt angefertigt, erste Entwürfe als Modelle (in Originalgröße oder als Maßstabsmodell) aufgebaut, oder auch häufig nur als virtuelles Modell im Rechner aufgebaut, von denen dann Ansichten berechnet werden. (Wikipedia: Produkt-Design / Designprozess)

Auf Basis von mehreren realen Verbrauchs-/Erzeugungsreihen soll als Ergebnis der Zusammenarbeit im ThinkTank eine Simulation des Tarifmodells erfolgen. Mit Hilfe dieser Simulation soll die Alltagstauglichkeit getestet werden. Sollten mehrere Modelle erstellt werden, so wird eine Entscheidungsmatrix erstellt.

ThinkTank Anforderungen der Kunden

Die Belieferung von privaten Letztverbrauchern erfolgt heute mit dem Standardlastprofil H0 (BDEW). In diesem Profil werden keine Anreize geschaffen den Bezug auf das Dargebot aus erneuerbaren Quellen abzustimmen.

Der Bundesverband Wärmepumpe e.V. hat bereits ein Tarifmodell entwickelt, welches auf vorhandene Mechanismen der Wärmestromtarife aufsetzt. Dieses Modell zeigt allerdings Schwächen, wenn es darum geht dem Kunden eine Transparenz über seine tatsächlichen Kosten zu schaffen.

Aus der Studie des Grünstromwerk und UTOPIA geht ferner hervor, dass der Kunde ein Interesse für einen Teil seines Stroms einen Nachweis der tatsächlichen Anlagen zu erhalten. Dadurch entsteht ein lokales Dargebot.

Der ThinkTank hat zu klären, welche Akzeptanzen bei den Endkunden für welche Modelle besteht.

ThinkTank Messstellenbetrieb

Mit dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) wurden erste Vorgaben gemacht, die für ein dargebotsabhängiges Tarifmodell hilfreich sind. § 21b Messeinrichtungen schreibt vor, dass Messstellenbetreiber, bei Neubauten und größeren Renovierung, jeweils Messeinrichtungen einbauen, die den tatsächlichen Energieverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit widerspiegeln, soweit dies technisch machbar und wirtschaftlich zumutbar ist.

Die Messung und Übermittlung der Daten parallel zum tatsächlichen Nutzungszeitpunkt können genutzt werden, um eine Echtzeitverrechnung aus Erzeugung und Verbrauch vorzunehmen.

Im Rahmen des ThinkTanks ist zu klären, ob die bestehenden Mindestanforderungen für SmartMeter und den Messstellenbetrieb ausreichen, oder welche zusätzlichen Bedingungen erfüllt werden müssen.

ThinkTank Technische Integration (Lastprofile/Erzeugungsprofile)

Zur Erstellung von Prognosen für die Systemlast der Verteilnetze ist es notwendig, dass auch für Kunden eines dargebotsabhängigen Tarifs eine zuverlässige Aussage getroffen werden kann. Die Praxis zur Eindeckung von Ausgleichenergiemengen soll nach Möglichkeit vom Verteilnetzbetreiber zum Versorger übergehen.

Für den ThinkTank besteht die Aufgabe darin, eine abstrakte Beschreibung des Tarifmodells zu erstellen, welches sich in den bestehenden Verteilnetzbetrieb integrieren lässt. Jede technische Integration hat eine wirtschafliche Auswirkung, die zu beachten ist.

ThinkTank Prozesse, Kommunikation und IT

Auf einem dargebotsabhängigen Stromtarif sind die bestehenden Prozesse zur Verbrauchsmessung und Kommunikation nicht ausgelegt. Ferner sind die Prognosen der Lastprofile zu verarbeiten oder in die bestehenden Prozesse zu integrieren.

Im Rahmen des ThinkTanks sollen die notwendigen Anpassungen aufgezeigt und nach Möglichkeit simuliert werden.

ThinkTank Vertragsgestaltung

Jegliche variable Gestaltung von Preisen (Verbrauch/Erzeugung) ist in Deutschland schwierig, da sich variable Preise eigentlich nicht mit dem Vertragsrecht vereinbaren lässt. Durch den ThinkTank ist daher zu klären, welche rechtlichen Auswirkungen die Tarifintegration auf die verschiedenen Parteien (Versorger, Erzeuger, Netzbetreiber, Verbraucher) hat.

ThinkTank Eigenstromnutzung

Neuere PV-Anlagen sind darauf ausgelegt, dass ein Teil des erzeugten Stroms direkt vor Ort verbraucht wird. Dies führt dazu, dass sich das Lastgangprofil gegenüber dem Netz verändert. Bei Anwendung des H0 Profils als Beispiel, fehlen die Verbrauchsspitzen zur Mittagszeit, da zu dieser Zeit die meiste Erzeugung aus der PV-Anlage möglich ist.

Im Rahmen einer Tarifintegration von dargebotsabhängiger Stromerzeugung soll ein Modell erstellt werden, welches eine hinreichende Integration von Anschlüssen mit PV-Eigenstromnutzung abbildet.

ThinkTank Ergebnisse / PublicDomain

Die Ergebnisse des ThinkTanks sollen als PublicDomain zur Veröffentlicht werden und somit für weitere Forschungszwecke frei zur Verfügung stehen. Soweit notwendige Hintergrundinformationen aus den Arbeitsgruppen können von dieser Regelung abweichen.

ThinkTank Organisation und Mitglieder

Die Mitgliedschaft im ThinkTank ist bis zum Zeitpunkt der finalen Ergebnisveröffentlichung für jeden möglich. Bei institutionellen Teilnehmern wird eine Kostenbeteiligung von einmalig 1.500€ (zuzgl. UST) erwartet.

Bei Interesse an einer Teilnahme am ThinkTank bitte Kontakt mit blog.stromhaltig aufnehmen.

ThinkTank Kick-Off

Nach aktuellem Stand soll der ThinkTank Ende November/Anfang Dezember erstmalig im Rahmen eines Online-Meetings (Google Hangout) zusammenkommen. Neben einer Vorstellung der Mitglieder werden die ersten Modelle vorgestellt und die Suche nach weiteren Modellen begonnen.

Im Anschluss an das Kick-Off wird es eine Umfrage geben, bei der die einzelnen Modelle vorgestellt werden und mit den Verbraucherinteressen verprobt werden. Parallel sollen die Rahmenbedingungen für die tatsächliche Angebotsgestaltung erarbeitet werden.

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