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Heute schon verkohlt worden?
Heute schon verkohlt worden?

Angenommen ich würde Ihnen einen Sachpreis im Wert von 10.000€ schenken. Sie können wählen zwischen einer Photovoltaikanlage oder Heizöl. Für was entscheiden Sie sich?

Im Blog Milk-The-Sun wird die Frage gestellt: „Koalitionsverhandlungen: Wird die Energiewende durch die SPD zur Kohlewende?“ Einer der 12 Arbeitskreise beschäftigt sich auch mit dem Thema Energie-Zukunft in Deutschland. Besetzt durch Peter Altmaier (CDU) und Hannelore Kraft (SPD). Die  NRW-Landesfürstin ist bekennende Kohlebefürworterin. SPD nahe Lobbygruppen  wie die  Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) haben eine Kampagne ausgerollt, die Bürger davon überzeugen soll, dass der Sachpreis Heizöl für Sie die besser Wahl ist. Doch ist er dies wirklich?

Verkohlt: Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Am 27. Mai 1998 wurde Wolfgang Clement (SPD) zum Ministerpräsident von NRW gewählt. Er ist damit ein Vorgänger von Hannelore Kraft im Kohlebundesland Deutschlands. Im Juli 2012 wurde er Vorsitzender Kuratoriums der  INSM. Er ist bekennender Freund der vier großen Energiekonzerne und war im Jahre August 2010 einer der Unterzeichner des energiepolitischen Appells für die Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke.

„Ganz im Sinne der geldgebenden Industrie, die die Lobbyarbeit der Initiative jährlich mit bis zu zehn Millionen Euro finanziert“ (Studie Netzwerk Recherche Kapitel: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sind„)

Die Lobbygruppe verfolgt eine klassische PR Strategie. Über Anzeigenkampagnen wird möglichst plakativ und ansprechend der Bürger aufgeklärt. Ziel ist die Deutungshoheit zu bestimmten Themen zu erhalten. Der Trick ist dabei relativ einfach. Im Gegensatz zu normaler Journalistischer Arbeit wird nicht versucht beide Seiten einer Medaille zu beleuchten, sondern man zeigt eine Seite.  Am Beispiel des Sachgeschenkes, würde man schon das Angebot für 10.000€ machen, die Option der PV-Anlage allerdings weglassen.

Verkohlt: Wie funktionieren Kampagnen?

Öffentliche Kampagnen werden immer nach dem gleichen Schema durchgeführt. Es werden zwei Pole definiert. Im Falle dieses Blog-Postes den Pol der PV-Entscheidung und den Pol der Heizöl-Entscheidung. Das Ziel ist es die Bürger auf die eine oder andere Seite zu ziehen. Erreicht  wird dies durch Verbreitung von Information. Wobei in den meisten Fällen die Alternativen nicht gegenüber gestellt werden, wie es bei der Dialektik der Fall ist, sondern isoliert werden.

Beispiel: Entscheidung soll Heizöl sein.

Die Koalitonsverhandlungen die aktuell in Berlin laufen, sind die Weichenstellung für das politische Deutschland der kommenden vier Jahre. Öffentliche Kampagnen von Lobbygruppen sollen die Bevölkerung animieren ihre Wünsche gegenüber den Politikern auszudrücken.  Praktisch, wenn der Bürger als Quelle auch noch die alten Genossen aus der gleichen Partei nennt.

Verkohlt: CAPEX und OPEX

Sollten Sie sich beim Angebot am Anfang dieses Beitrags für die PV-Anlage entschieden haben, dann wahrscheinlich aus dem Grund, dass Sie sich versprechen in Zukunft damit einen Profit zu erwirtschaften. Das Heizöl können Sie nur verbrennen, Sie haben zwar einen kurzfristigen Nutzen (Wärme), aber keinen langfristigen Profit. War Sie mit dem Profit anstellen, ist Ihnen überlassen – vielleicht kaufen Sie ja Heizöl dafür :)

CAPEX ist ein Begriff aus der Betriebswirtschaftslehre und steht für CAPital EXpenditure und beschreibt die Investitionen für Unternehmen in langjährige Anlagengüter. Einfach formuliert, man nimmt Geld jetzt um einen Vorteil (Profit) später daraus zu ziehen.

OPEX wird im Deutschen als Betriebskosten bezeichnet. Es ist das Geld, das benötigt wird um den Betrieb am Laufen zu halten.

Bei der PV-Anlage ist die initiale Anschaffung CAPEX. Versicherungen und sonstige Betriebskosten (Zählermiete..) sind OPEX.

Bei einer Ölheizung ist die Anlage selbst CAPEX. – das zu verbrauchende Öl OPEX.

Generell kann man sagen, dass man aus OPEX kein Profit machen kann und sich damit zukünftige Handlungsoptionen verbaut. Sowohl CAPEX als auch OPEX sind Kosten, die entstehen.

Verkohlt: INSM und die Energiewende

Die aktuellste Kampagne des INSM ist ein EEG-Kostenzähler:

„Das EEG kostet derzeit knapp 2 Millionen Euro am Tag, ab Januar sogar noch mehr. Der seit Jahren unkontrollierte Anstieg muss dringend gestoppt werden. Unsere EEG-Kostenuhr verdeutlicht wie teuer jede weitere Verzögerung ist“, so Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM. „Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht, dass die nächste Bundesregierung schnell und entschlossen handelt. Nicht nur die privaten Haushalte leiden. Die steigenden Strompreise bedrohen zunehmend die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und somit Arbeitsplätze“, warnt Pellengahr. (Quelle: Pressemeldung INSM)

Das das EEG von der aktuellen noch Bundes-Regierung kein Indikator mehr für die Förderung der Erneuerbaren ist, wurde wahrscheinlich vergessen. Industrieprivileg und Börsenhandel werden zur Kostenuhr hinzugefügt – gemeinsam mit den Subventionen. Ignorieren wir diesen Fakt, den die Zahlen sprechen dennoch für sich.

CAPEX oder OPEX – was ist das EEG?

Das Kennzeichnen einer Kampagne ist das Weglassen der Gegenseite. Die Gegenseite zur Förderung von Erneuerbaren ist die Verbrennung von fossilen Energieträgern.

Kosten Fossil/Nuklear
Kosten Fossil/Nuklear

blog.stromhaltig hatte vor einigen Tagen einen eigenen Rechner vorgestellt, der etwas vollständig anderes aufzeigt. Die Kosten für den Rohstoffimport Öl/Gas/Uran/Kohle werden ab Jahresbeginn aufgezeigt.

Es gab keine Pressemitteilung, lediglich die Bekanntgabe im Blog und im Kreise der Energieblogger. Dennoch lassen sich die Zugriffszahlen sehen. Mit einem gewissen Augenzwinkern nach Berlin sei an dieser Stelle die Statistik der Social-Media Verteilung der beiden Rechner aufgezeigt:

Medium INSM EEG Rechner Stromhaltig Importrechner
Google Plus 13 26
Facebook 122 72
Twitter 16 134
Gesamt 151 232

Zurück zum Thema:

CAPEX oder OPEX – was ist sind Rohstoffimporte?

Nicht verkohlt: Energiewende ist OPEX nach CAPEX Transfer der Kosten

Gerade in dieser Woche wurde bei Ecoquent-Positions über die Investitionen in Form von Subventionen bei den fossilen Kraftwerken berichtet. Aus Sicht der Marktwirtschaft, deren soziale Komponente beim INSM eine Rolle im Namen spielen sollte, handelt es sich bei diesen Subventionen ebenfalls um CAPEX. Das deren Kosten-Summe deutlich über den EEG-Umwälzungen liegen, soll nur eine lustige Randnotiz sein.

Eine voll-umfängliche Energiewende, die alle Bereiche von Strom über Transport bis zu Immobilien beinhaltet, macht im großen Stiele eine Reduktion der OPEX Kosten für Deutschland – bei eigentlich überschaubaren CAPEX Kosten.

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