Strompreisdiskussion
Strompreisdiskussion

… lediglich die EEG-Umlage. Und das ist schlimm genug …

Gehen Sie einmal zu McDonalds (oder Burger King), bestellen Sie zwei mal das gleiche Menü. Einmal für außer Haus – einmal zum Essen im Lokal. Zahlen Sie den gleichen Preis? Vergleichen Sie die Quittungen nach dem Unterschied...

Beim Fast-Food-Restaurant ist der Unterschied in der Mehrwertsteuer. Das Essen, das Sie mitnehmen ist eine Ausnahme (7% MwSt.). Das Essen im Lokal eine Bewirtung (19% MwSt.). Es obliegt dem Unternehmer seine Preise zu gestalten, egal ob in der Gastronomie oder auf dem Energiemarkt.

Ein Thema, das auch beim #Strompreis2014 am kommenden Dienstag anzusprechen ist.

Schon seit vielen Jahren bin ich mehrmals im Monat beruflich unterwegs. Es sind immer die gleichen Städte und auch immer die gleichen Hotels. Kurz nachdem die FDP in die Regierung kam, wurde die Mehrwertsteuer für Übernachtungen von 19% auf 7% gesenkt. An den Übernachtungspreisen auf meinen Spesenabrechnungen hat sich allerdings nichts geändert – bis auf die Tatsache, dass ich nun einen extra Eintrag für das Frühstück (=19%) vornehmen muss.

Es gehört zu den Grundlagen der BWL, wie man Preise gestaltet und diese am Markt verteidigt. Im Falle der EEG-Ausnahmen hat jeder Versorger die Möglichkeit dem Fast-Food-Modell zu folgen und seine eigene Gewinnspanne zu erhöhen. Im Gegenzug könnte die Spanne für Privatkunden etwas reduziert werden, ohne dass der Gewinn des Versorgers geschmälert wird.

Steigt der Strompreis der privaten Haushalte wegen den Industrieausnahmen, dann ist eine Ursache, dass die Versorger nicht genügend Gewinnspanne in ihre Großkundenpreise einkalkuliert haben. Es dürfte eine Illusion sein, wenn man denkt, dass eine Änderung an der Ausnahmeregelung eine Auswirkung auf die privaten Endkundenpreise hat.

Das sich die EEG-Umlage durch die Ausnahmen beträchtlich erhöht ist wahr. Es schadet vor allem dem Ansehen des EEG und auch der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien generell. Von der Preisgestaltung der Großkundenpreise wird dabei nicht gesprochen.

Von den 14,582 Mrd. Euro die dieses Jahr über das EEG umgelegt wurden, haben die Betreiber von Anlagen lediglich 10,151 Mrd. Euro erhalten (Quelle). Die Differenz von ~4,431 Mrd. Euro hätte in den Großkundentarifen eingepreist sein müssen.  Waren sie aber nicht…

Den Beitrag "Industrieausnahmen machen den Strom nicht teuer... offline Lesen:

Ein Gedanke zu “Industrieausnahmen machen den Strom nicht teuer…

  1. Der Schlussfolgerung würde ich teilweise widersprechen. Natürlich, kann es so kommen, wie oben beschrieben, dass sich nach der Abschaffung der Sonderregelungen für Großbetriebe nichts ändert. Sehr wahrscheinlich wird das auch so passieren, aber nur wenn die Rahmenbedingungen so bleiben. Die Grünen beispielsweise wollen die Erzeuger dazu zwingen, die niedrigen Börsenpreise auch an die Kleinkunden weiterzugeben. Es ist mehr eine Frage, wieviele Maßnahmen zur Strompreissenkung getroffen werden und welche. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu ändern und die Erzeuger zu zwingen nur die tatsächlichen Kosten weiterzugeben (mit einer angemessenen Gewinnmarge natürlich) ist unerlässlich.

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