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16.06.2013 - 15:00 Uhr - Eigentlicht könnte der Strom verschenkt werden
16.06.2013 – 15:00 Uhr – Eigentlicht könnte der Strom verschenkt werden

Ein Sonntag Nachmittag ist dahingehend besonders, dass der Verbrauch im Stromnetz, im Vergleich zu den Werktagen, relativ bescheiden ist. Am 16.06.2013 um 15;00 Uhr ist am Spotmarkt der EEX der Preis bei unter -200 €/MWh. Umgerechnet auf den Haushaltsstrom -20 Cent je KWh. Eine magische Grenze, denn 20 Cent sind in etwa die Kosten, die auf den Börsenstrompreis durch Netzentgelt, Offshore-Haftung, Konzessionsabgabe, Stromsteuer usw… addier werden müssen. Dennoch werden die Privathaushalte auch an diesem Nachmittag 25 Cent bezahlen. Ein Schaden, der auf beiden Seiten entsteht, und eigentlich nicht sein müsste. Schuld ist nicht die Energiewende in Deutschland, denn auch andere Länder (z.Bsp. Frankreich) haben an diesem Tag mit negativen Preisen zu kämpfen.

Kommt es zu einem Überangebot von elektrischer Energie, die auf eine schwache Nachfrage stößt, so dreht sich der sonst positive Preis für Strom an der Börse in den negativen Bereich. Dies belastet unter anderem die Höhe der EEG-Umlage, da diese für die danach abgerechneten Anlagen für die Differenz aufkommen muss. Wird das Angebot allerdings künstlich noch erhöht, dann ist noch mehr Angebot vorhanden. Am 16.06. um 15;00 Uhr kommen rund 17 GW aus Anlagen mit einer einer Erzeugung von mehr als 100MW (Quelle). Zum Vergleich hat eine „normales“ Windrad gerade einmal 2 MW – eine PV Anlage ist noch deutlich kleiner.

Börsenstrompreis

Das Problem liegt allerdings an der mangelnden Verbrauchssteuerung. Auch morgen werden wieder die Wärmepumpen zu festen Zeiten vom Netz gehen und so für einen weiteren Rückgang der Nachfrage sorgen. Auch ganz normale Privatkunden könnten ihren Verbrauch erhöhen – den Verbrauch vorziehen, wenn der Wille dazu auf der politischen Seite oder bei den Stromlieferanten vorhanden sein würde.

Das beliebteste Beispiel ist wohl die Waschmaschine. Ist es wirklich ein Problem dem Verbraucher mitzuteilen, dass er bei der Abnahme von Storm zwischen 15:00 und 16:00 Uhr nur 10 Cent anstelle 25 Cent zahlen muss? Ja – es ist ein Problem!

Wohl weniger ein technisches Problem als ein Problem der Abrechnung. Nur ein Teil der Nebenkosten lassen sich in den negativen Bereich ziehen. Würde ein Stromanbieter auf die Idee kommen, ein mega Sonderangebot zu machen, welches eine Stunde gültig ist, dann würden die meisten Verteilnetzbetreiber ein Problem mit der Abrechnung bekommen.

Die meisten Stromkunden werden nach einem Standard-Lastprofil abgerechnet. D.h. Netzentgelte  und Konzessionsabgaben fallen über  ein normiertes Verbrauchsprofil an. Dadurch ist es für die Verteilnetzbetreiber nicht notwendig individuelle Lastgänge in der Abrechnung umsetzen zu müssen. Abgelesen wird der Verbrauch einmal im Jahr – umgelegt wird er dann auf Basis des Standard Lastprofils. Anschlussstellen, die ab dem Jahre 2010 angeschlossen wurden, sind verpflichtet mit einem SmartMeter ausgestattet zu sein. Diese Stromzähler sollten eigentlich per Fernübertragung, spätestens alle 15 Minuten, die Verbrauchsdaten an den Verteilnetzbetreiber übermitteln. Das machen sie auch … nur der Stromkunde kann durch fehlende Prozesse – und auch einige rechtliche Gründen daraus keinen Nutzen ziehen.

Würden  100.000 Waschmaschinen um 15:00 Uhr eingeschaltet werden, so würde sich der Strompreis ungefähr bei 0-Euro einpendeln. Da aber die Letzverbraucher in das Business um die Stroimpreise nicht integriert werden, wird es wieder Gejammer geben über negative Preise und der Ruf der Energiewende noch weiter geschädigt werden.

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4 Gedanken zu “Sonntag 15:00 Uhr – Es ist wieder soweit… negative Strompreise am Spotmarkt

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